Da unser Tagesprogramm nicht wirklich ausführlich ist, lassen wir uns in der Früh Zeit und gehen erst einmal gemütlich zum Frühstück. Hier holt sich das Hotel einen weiteren Pluspunkt, denn das Buffet kommt ganz Nahe an jenes vom Fosshotel Glacier Lagoon heran. Es gibt eigentlich alles was das Herz begehrt und wir auch sofort nachgefüllt. Perfekt.

Reykjavik – eine Hauptstadt die mehr ein Dorf ist

Die Tage in der Natur sind vorbei und so stehen nun zwei Tage Großstadt auf dem Programm. Wobei man bei einer Einwohnerzahl von knapp 123.000 Menschen nicht wirklich von einer großen Stadt sprechen kann. Wenn man hier jedoch durch die Gassen geht, ist man erstaunt wie weitläufig doch alles ist.

Reykjavik ist die nördlichste Hauptstadt der Welt und besitzt dank dem Golfstrom das ganze Jahr über sehr gleichbleibende Temperaturen, was sogar für Island eine Ausnahme ist. Der Name bedeutet übrigens übersetzt so viel wie „Rauchbucht“ und geht vermutlich auf eine falsche Interpretation des ersten Siedlers zurück. Ingólfur Arnarson dachte im Jahr 870 n.Chr. wohl, dass es sich bei den Wasserdämpfen der Thermalquellen rund um die Stadt um Rauch handelt.

Wir gehen von unserem Hotel zwei Straßenblöcke hinunter zum Meer und folgen der Küste bis zur ersten Sehenswürdigkeit, dem Sólfar oder auch „Sun Voyager“. Hierbei handelt es sich um ein Kunstobjekt, das das Skelett eines Wikingerschiffes darstellen soll.

Gleich daneben liegt die Harpa, ein Konzerthaus, dass auf Grund seiner modernen Fassade nicht wirklich in das Stadtbild passt. Es wird aber gerade rundherum fleißig gebaut, sodass sich dies bald ändern wird. Darin befindet sich nicht nur das Isländische Sinfonieorchester, sondern auch die isländische Oper.
Leider ist auch die Harpa, bzw. das Gelände davor selbst auch gerade eine Großbaustelle und so gelingen nur bedingt gute Bilder. Derzeit hält das Wetter übrigens noch und der Himmel ist nur dicht bewölkt.

Gleich anschließend an das Konzerthaus befindet sich die Hafenanlage die im Stil von San Francisco oder Chicago eher zu einer Genuss- und Vergnügungsmeile für Touristen umgebaut wurde. Unzählige Tourenanbieter geben sich als die besten Walbeobachter aus, sodass wir uns ehrlich fragen wo die ganzen Touristen sind die mit den Booten raus fahren sollen? Herrscht hier wirklich eine Sättigung an Anbietern oder sind die Touristenzahlen so rückläufig? Jedenfalls sind hier deutlich mehr Mitarbeiter der Anbieter als Touristen unterwegs.
Weiters gibt es wie erwähnt auch viele Cafes und Restaurants von denen die meisten aber Vormittags (wen wundert es?) noch geschlossen haben. Auch in der Hauptstadt ist das Leben also deutlich ruhiger als anderswo.

Von hier aus gehen wir in die Innenstadt und spazieren ein bisschen durch die Gassen. Das würden wir auch allen Touristen empfehlen. Einfach keine fixe Routen setzen, sondern sich treiben lassen. Es gibt unzählige Geschäfte, Restaurants und Bars die einen Besuch lohnen. Das Rathaus mit dem davor gelegenen See Tjörnin sieht etwas deplatziert aus, uns gefällt es aber. Der See mitten in der Stadt ist eines der wichtigsten Vogelbrutgebiete im Westen der Insel.

Von Kirchen und Domen

Auch die Landakotskirkja, ein kleiner Dom mitten in der Stadt wird besichtigt. Diese ist quasi das katholische Zentrum islands und so befindet sich hier auch die einzige katholische Schule.

Zum Mittagessen gehen wir zum ersten Mal in ein Jamie Oliver Restaurant. Das Essen war wirklich gut, aber selbst für Island eigentlich zu teuer. Hier wollten wir auch unser Bargeld los werden und zahlen somit damit. Das brachte die Kellnerin komplett aus dem Konzept und sie verschwand mit den Worten „Ich muss erst einmal Wechselgeld suchen.“ 😀
Was lernen wir daraus: vergesst Bargeld in Island wirklich. Das hat hier keine Verwendung mehr.

 

Anschließend spazieren wir hinauf zur weltberühmten Hallgrimskrikja oder auch Hallgrimskirche. Am Tag 10 habe ich euch in einer Überschrift gefragt: „Was hat ein Wasserfall mit einer Kirche zu tun?“. Jetzt gibt es die Auflösung: Bei der Fassade der Kirche hat man sich am Wasserfall Svartifoss orientiert. Der Vergleich zeigt, dass dies sogar irgendwie gelungen ist:

Und noch aus der Nähe und innen:

Nein wieso da links eine Palme steht, können wir uns nicht erklären 😀

Kulinarische Highlights im Norden

Nach einem Kaffee legen wir eine kurze Pause im Hotel ein, wo wir unser Gepäck lassen. Zum Abendessen steht heute ebenfalls eine Weltberühmtheit am Programm: der Hotdog von Bæjarins Beztu Pylsur. Der Würstelstand an dem dieser verkauft wird, hat allerdings schon bessere Zeiten erlebt und sah im Fernsehen vor einigen Jahren auch deutlich besser aus.

Trotzdem kaufen wir uns natürlich einen Hotdog „mit allem“. Er ist gut, aber nichts Besonderes. Er erinnert sehr stark an jenen Hotdog dem man auch beim IKEA bekommt. Und der ist ja nun echt bei kaum jemanden beliebt 😉

Weil das doch ein bisschen wenig Essen war und es uns mit 13°C und null Wind doch sehr warm wurde, beschließen wir uns nun endlich ein isländisches Eis zu gönnen. Und was liegt hier näher als zu einer Filiale der größten Eiskette „Valdis“ zu gehen?

Das Eis war gut, aber für einen Preis von knapp 4 Euro für eine Kugel deutlich zu teuer. Das geht bei uns besser und günstiger. Aber es hat schon etwas ein Eis im Freien in der nördlichsten Hauptstadt der Welt zu essen 😉

Nach einem Souvenireinkauf geht es auch bereits zurück ins Hotel. Auf dem Weg finden wir aber noch einige lustige Tafeln. Wer genau aufpasst, kann in der Innenstadt so manchen Lacher gratis bekommen 😉

Leider entdecken wir dann auch tatsächlich ein Restaurant, das Puffins (ihr erinnert euch? die kleinen süßen Vögel) und Walfleisch serviert. In unseren Augen wirklich nicht angebracht und heutzutage nur noch für Touristen zubereitet. Island ist übrigens das einzige Land in dem Puffins noch gejagt werden dürfen, gehören sie doch eigentlich zu den geschützten Tierarten. Und auch Wale werden hier mit Restriktionen noch gejagt.

Im Hotel packen wir dann tatsächlich bereits unsere Koffer. Wir haben zwar morgen noch einen vollen Tag, aber unsere Koffer werden uns dabei im Auto begleiten 🙂