Unser letzter Urlaubstag ist angebrochen, was uns doch sehr traurig macht. Wir haben zwar noch den gesamten Tag hier in Kapstadt, aber trotzdem blicken wir schon ein wenig wehmütig zurück. Zuerst einmal heißt es aber unsere Koffer für den Flug zu packen und im B&B abzustellen.

Entspannte Stunden am Camps Bay Beach

Wir entscheiden uns dazu erst einmal am Meer entlang zu spazieren. Die ersten Meter sind wenig attraktiv, da wir direkt auf der Straße gehen. Danach beginnen aber die einzelnen Buchten und Strände. Dabei hat es sich eingebürgert, dass jeder Strand eine andere Zielgruppe anzieht. So gibt es beispielsweise einen für die Reichen und Schönen, einen für Familie und einen für Hunde 🙂

Zuvor kommen wir aber noch am „Camps Bay Tidal Pool“ vorbei. Hier wurde künstlich eine Mauer eingezogen, die das zurückziehende Wasser bei Ebbe aufhält. Dazu ein wunderschöner Strand mit Sanitäranlagen. Hier kann man im Sommer sicherlich einige schöne Stunden verbringen.

Das Wetter ist heute nicht so wirklich berauschend. Es hat nur knapp über 10°C und es ist direkt unter der Sonne stark bewölkt. Wir setzen uns trotzdem in den feinen weißen Sand des Camps Bay Beach und schauen aufs Meer hinaus. Dort ist der Himmel immerhin blau 😉 Dort wo die Berge beginnen, schwebt aber eine dicke Wolkendecke, die sogar den Lions Head verschlungen hat.

Gelegentlich kommen Verkäufer auf uns zu. Wir rufen ihnen aber schon von weitem zu, dass sie uns in Ruhe lassen sollen und wirklich alle drehen daraufhin ab. Irgendwann wird es uns dann aber doch zu kühl und wir beschließen zum Hotel zurück zu gehen. Auf dem Weg dorthin gehen wir noch durch ein paar Einkaufszentren. Hier ist alles wie verlassen, denn Einheimische und Touristen sitzen gleichermaßen in den Sportbars und Pubs. Denn es läuft gerade das Finalspiel der Rugby WM. Und wie wir mittlerweile wissen, ist Südafrika ja Weltmeister geworden. Die Stimmung war dementsprechend den gesamten Tag ausgelassen und man hat kaum jemanden ohne Trikot gesehen 🙂

Viele Blumen im Kirstenbosch National Botanical Garden

So wirklich interessiert hat uns der botanische Garten in Kirstenbosch ja eigentlich nicht. In Hawaii haben wir davon so viele gesehen und kaum einer davon hat uns wirklich begeistert. Wir sind wohl keine Blumen-Typen 😉

Trotzdem ist es eines der touristischen Highlights und wir haben ja auch noch den gesamten Tag dafür Zeit. Also fahren wir die kurze Strecke durch die Weinfelder im Vorort von Kapstadt. Der Eintritt ist mit 75 Rand unüblich hoch, verglichen mit anderen Orten der Welt aber immer noch fast lächerlich niedrig. Besonders nachdem wir den Park gesehen haben, stellen wir uns die Frage wie dieser mit so wenig Geld erhalten werden kann. Dieser ist nämlich riesig groß.

Die meisten Besucher kommen wegen der berühmten Boomslang Brücke hier her, die sich mitten durch die Baumkronen über einen kleinen Canyon spannt.

Uns hat die Brücke nun nicht so wirklich umgeworfen, aber vielleicht lag es auch an den vielen Touristen und dem sehr harten Sonnenlicht. Für das Bild oben haben wir einige Zeit warten müssen.

Mittlerweile ist es nämlich richtig sonnig und warm geworden. Deswegen lassen wir uns durch den Park mit seinen unterschiedlichen Themengebieten treiben. Es gibt beispielsweise einheimische Pflanzen, alte fast ausgestorbene Pflanzen, einen Dinosaurierbereich mit uralten Pflanzen und einen Heilpflanzengarten. Die Erklärungen sind teilweise sehr interessant und wir lernen einiges.

Allerdings sind die Wege auch sehr steil, da der Park auf der Rückseite am Hang des Tafelbergs bzw. der 12 Apostel gelegen ist.

Hier im Park kann man auch die Nationalblume von Südafrika sehen, die zu unserem Glück gerade blüht 😀
Die „King Protea“ gehört zu den beliebtesten Wildblumen der Welt und wird sehr oft von Blumengeschäften in Blumensträußen verwendet. Die riesigen, bis zu 30 Zentimeter großen Blüten sind distelartig und blühen nur im südafrikanischen Frühling. Diese hier ist leider sehr klein und auch noch nicht vollständig geöffnet. Schön ist sie trotzdem 🙂

Zu Mittag setzen wir uns in das Restaurant im Park und essen einen Burger und einen traditionellen Eintopf, der zwar gut aber ein wenig scharf ist.

 

Hochzeit auf südafrikanisch

Wir wollten eigentlich schon gehen, als wir direkt in den Aufbau einer Hochzeitszeremonie gekracht sind. Alles sieht sehr amerikanisch aus und da wir sowieso Zeit haben warten wir den Beginn noch ab. Und tatsächlich kommt wenig später die Gäste und dann auch die Braut. Alle schön angezogen, was an diesem Tag sicherlich viel zu warm ist.

Spaziergang am Strand von Hout Bay

Da uns immer noch etwas Zeit vom Tag bleibt, entscheiden wir zur Hout Bay zu fahren. Diese mussten wir vor einigen Tagen auslassen, weil ja die Küstenstraße gesperrt war.

Hier gibt es im Prinzip nicht sonderlich viel, außer einen kleinen Hafen und einen schönen langen Sandstrand. Wir parken direkt bei diesem und spazieren ihn einmal hinauf und hinunter. Hier sind viele Familien und Leute mit Hunden spazieren und es ist eine echt entspannte Stimmung.

Ihr seht, auch hier sind die Wolken allgegenwärtig. Dem warmen Wetter tut das aber keinen Abbruch.

Der Hafenbereich ist dann aber nichts für uns. Überall stehen sehr sonderbare Typen herum die uns verdächtig beobachten. Bei einem Mann kann man Fische kaufen und einen gigantischen Seelöwen füttern, der aber sehr misshandelt aussieht. Wir wollen und können das nicht beurteilen, aber das Tier sieht sehr schlecht aus. Wir machen uns daher bald wieder auf zurück in Richtung Camps Bay.

Abreise zum Flughafen Kapstadt

Unser B&B hat einen tollen Service, der mit ein Grund war wieso wir es gewählt haben. Den Gästen steht nämlich am Abreisetag eine Duschmöglichkeit zur Verfügung. Nach einem ganzen Tag auf den Beinen und einem 11 stündigen Flug vor uns, ist dies für uns ein absolut toller Luxus.

Leider ist gerade ein anderes Pärchen vor uns dort, aber wir haben genug Zeit also lassen wir sie in Ruhe 🙂 Trotzdem beeilen sie sich und sind nach ein paar Minuten fertig. Uns steht ein kleines Badezimmer zur Verfügung. Alles ein bisschen wie in einem Hostel 😉 Natürlich müssen wir dazu die Koffer wieder öffnen und so ergibt sich ein ziemlich chaotisches Bild mitten im Gang 😀

(Nein die Bilder haben wir nicht mitgenommen 😉 )

Dann bleibt uns nur noch die Koffer im Auto zu verstauen und uns auf den Weg zum Flughafen zu machen. Mittlerweile ist es sehr spät geworden und die Sonne hat sich für heute verabschiedet. Der Highway zum Flughafen zählt leider als eine der gefährlichsten Strecken hier in Südafrika. Nicht selten werden hier Autos brutal (teilweise mit Steinen von Brücken) gestoppt und danach ausgeraubt. Touristenführer lernen in ihrer Ausbildung sogar, dass sie auf dieser Autobahn im Falle eines Reifenschadens auf der Felge weiterfahren müssen. Auch sollte man bei einer Panne möglichst rechts (also bei uns wäre das ganz links) stehen bleiben. Mitten im Verkehr ist es zwar gefährlich, aber potentielle Angreifer können auch schwerer zum Auto kommen.

Diese schrecklichen Geschichten mögen wahr sein, aber bei aller Vorsicht muss gesagt sein, dass das doch selten vor kommt. Trotzdem haben wir lange überlegt was wir machen und uns schlussendlich dafür entschieden einfach zu fahren.

Die Fahrt führt mitten durch die Townships. Die Häuser rechts und links der Straße lösen ein beklemmendes Gefühl aus und es stehen auch seltsame Leute auf der Autobahn (!) herum. Wir versuchen möglichst zügig weiter zu kommen und ich betätige die Bremse erst wieder bei der Tankstelle am Flughafen.

Die Autorückgabe ist wieder völlig problemlos. Hier in Kapstadt ist man sogar noch entspannter als in Johannesburg. Und auch der Flughafen ist deutlich sicherer. Keine seltsamen Typen und viel Polizei. Kaum zu unterscheiden von einem Flughafen in Europa.

Der Heimflug

Der Austrian Airlines Schalter macht natürlich erst kurz vor dem Flug auf. Wir wollten uns schon irgendwo hinsetzen (viel hat ja nicht mehr offen), als dieser spontan geöffnet wird. Davor hat sich mittlerweile eine Schlange von Bustouristen gebildet, die in bestem Österreichisch minutenlang drüber diskutieren welchen Fliegertyp wir denn nun haben werden und wie die Bestuhlung dort aussieht. Das ging mir so lange auf die Nerven bis ich mich umgedreht habe und es ihnen gesagt habe.

Das verdutze Gesicht der Mitte 60-jährigen habe ich heute noch im Kopf. Dem Wiener entkam nur ein „Na geh, jetzt host uns oba den gonzen Spaß gnummen. Wos moch ma denn jetzta bis zum Flug?“
Kann ich auch nicht ändern 😀

Wir setzen uns ins letzte offene Restaurant und essen Ribs und einen Burger. Beides wirklich nicht gut 🙁

 

Wir schauen noch ein paar Serien am Gate, boarden unseren Flieger und sind pünktlich in der Luft.

Da es sich um einen Red-Eye-Flight handelt, also einem Flug über die Nacht, schlafen wir sehr schnell ein. Katrin hat fast den gesamten Flug über geschlafen und auch ich konnte ein paar Stunden die Augen zu machen. Wieder einmal liegen Welten zwischen dem Service, Essen und der Innenraumausstattung zwischen AUA und Lufthansa. Es ist jedes Mal eine Freude in einen AUA Flieger zu steigen.

Wenig später fliegen wir dann eine Ehrenrunde mitten über Wien und setzen zur Landung an.

Somit endet dieser Südafrika-Urlaub, der für uns etwas wirklich neues war. Wir haben viele liebe Menschen kennen gelernt und viel von einem Land gesehen, von dem wir in Wirklichkeit nichts wussten. Wir waren nervös wegen der Sicherheitslage und haben oft überlegt ob es die richtige Entscheidung war die Reise zu buchen. Im Endeffekt gab es einige seltsame Situationen, aber wir haben uns nie wirklich bedroht gefühlt. Da haben wir schon andere Momente in den USA erlebt, die gefährlicher waren.

Es folgt ja noch ein Fazit, aber ich kann schon mal verraten, dass das sicherlich nicht unser letzter Besuch in Afrika war. Dies aber vor allem wegen der Tierwelt, denn die Safari hat uns fasziniert und ist genau unser Ding. Das Land selbst gibt natürlich auch viel her, ist aber für uns die weite Reise eher nicht wert. Oder sagen wir so: das nächste Mal werden wir wohl etwas nördlicher unterwegs sein 😉