Wir haben wunderbar geschlafen, fragen uns nun aber wo wir einen Kaffee her bekommen. Katrin schaut ins Haupthaus rüber, denn dort gibt es eigentlich ein Restaurant und eine Bar. Die werden doch auch Kaffee verkaufen? Würden sie vielleicht auch, wenn sie denn schon offen hätten. Da es dort aber auch ein Hostel gibt, steht eine Kanne mit Kaffee herum. Das Frühstück essen wir wieder mit Blick auf die Pferdekoppel. Hier werden die Pferde gerade rein getrieben und haben dabei sichtlich Spaß. Es sieht fast aus wie im wilden Westen. Und keine 5 Minuten später stehen sie dann friedlich verteilt auf der Wiese und fressen 🙂

Ein beeindruckender Arch im Meer

Unser erster Halt führt uns heute um den Reynisfjara Beach, an dem wir gestern waren, herum auf die andere Seite. Eine extrem steile, einspurige Straße die in unseren Unterlagen als „gut befahrbar“ kommentiert ist führt hinauf zu einem Leuchtturm Dyrhólaey. Nur, dass diese Straße alles andere als in einem guten Zustand war. Die Sorge um unsere Reifen war aber nicht berechtigt, denn wir kommen heil oben an.

Schon beim Öffnen der Türen bläst uns ein extrem starker und kalter Wind entgegen. Lange werden wir es hier also nicht aushalten können. Ist aber auch kein Wunder auf einem Felsen der kilometerweit die einzige Erhebung darstellt 😉

Wir wandern den kurzen Trail bis zur Atlantikseite und stehen völlig unvorbereitet vor diesem beeindruckenden Arch mitten im Meer. Damit nicht genug, führt die Klippe auch noch richtig fotogen zu diesem hin. Hier muss einfach eine Langzeitbelichtung gemacht werden.

Zurück geht es auf der anderen Seite, wo sich ein kilometerlanger Strand bis zum Flugzeugwrack (von gestern Abend) in der Ferne erstreckt. Hier konnte man früher bis an den Rand der Klippe heran gehen. Mittlerweile ist aber alles weiträumig abgesperrt und so bleibt uns nur dieses Bild ohne Vordergrund. Der Wind wäre aber sowieso so stark, dass wir nicht sehr viel weiter gegangen wären. Schon beeindruckend wie weit dieser einsame Strand reicht. Oft verirren sich hier sicher keine Menschen her.

Perfekte Küstenlinien

Wir fahren den Berg wieder hinunter und halten kurz am Parkplatz zum Kirkjufjara Beach. Dieser Strand ist sehr klein und eingebettet in die Felsenküste. Das macht ihn aber auch extrem gefährlich, weshalb auch dieser komplett gesperrt wurde. Trotzdem ist der Blick in Richtung Seaarch genial.

Auf der andere Seite des Parkplatzes sieht man hinunter zum berühmten Reynisfjara Beach mit den Reynisdrangar vor dessen Küste. Genau im Hintergrund der Felsnadel war übrigens unsere Unterkunft für die letzte Nacht 🙂

Wasserfall Platz Nummer 3

Heute werden wir 2 der 3 beliebtesten Wasserfälle Islands sehen. Das liegt aber nicht daran, dass diese besonders schön oder beeindruckend sind, sondern ganz einfach weil sie nahe an Reykjavik und einfach zu erreichen sind. Den Anfang macht Nummer 3, der Skógafoss.

Früher war an dieser Stelle die Küstenlinie, die diese Felskante geformt hat. Da das Meer nach Süden gewichen ist, stürzt der Skógafoss nun auf einer Breite von 23 Metern etwa 60 Meter in die Tiefe. Das ist nicht besonders beeindruckend, aber sehr elegant. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber dieser Wasserfall begeistert wohl durch seine Einfachheit.

Immer noch haben wir uns nicht an die Touristenmassen hier gewöhnt und so sind wir nahezu erschlagen von den Menschenmengen hier. Nach einigen Schnappschüssen ziehen wir uns weit zurück.

Aber mit ein bisschen Kreativität und der richtigen Perspektive lassen sich die Menschen auch ganz ohne Photoshop ausblenden 😉 In schwarzweiß versteht ihr hoffentlich was ich mit „Einfachheit“ meine. Felsen, Wiese und ein breiter Wasserfall – that’s it.

Die Rückseite des unbekannten Nachbarn

Nur ein paar hundert Meter neben dem Skógafoss und seinen Touristenmassen liegt der völlig unbekannte Kvernufoss. Wieso diesen so gut wie keiner kennt ist mir unbegreiflich, denn er ist um einiges beeindruckender. Sogar die 10 Minuten Fußweg dorthin machen Spaß und führen hinein in einen kleinen Canyon an dessen Ende man den Wasserfall findet.

Nur einige wenige Einheimische und noch weniger Touristen sind mit uns hier und so können wir in aller Ruhe die Landschaft genießen und Bilder machen.

Das Besondere an diesem Wasserfall ist aber, dass man komplett auf dessen Rückseite gehen kann. An manchen Stellen sollte man aber besser schnell sein, sonst ist man komplett nass.

Die Rückseite fühlt sich dann sehr unwirklich an. Man steht nur wenige Meter neben gewaltigen Wassermassen die mit einer ungeheuren Kraft auf den Boden schmettern. Und eigentlich bleibt man dabei fast trocken, auch wenn der Wind immer wieder ein bisschen Nebel herüber weht.

Auf dem Rückweg gelingt uns dann endlich ein lang ersehntes Foto. Würde man uns heute fragen, woran wir an Island sofort denken, wären dann wohl Wasserfälle und Schafe. Aber schon der nächste Gedanke wäre „Bagger“. Bagger? Wieso denn das? Ganz einfach: egal wohin man kommt, ein Bagger ist schon da. Man kann Stunden vom nächsten Haus entfernt sein, aber mit Sicherheit steht irgendwo ein Bagger mitten in der Landschaft herum.
Wieso das so ist haben wir nicht wirklich heraus gefunden. Vermutlich werden diese aber benötigt um Gräben als natürliche Zäune auszuheben und Schutt nach Unwettern zu entfernen. Dieser hier steht aber besonders fotogen herum:

Der nasseste und der beliebteste Wasserfall Islands

Bevor wir zum absoluten Favoriten aller Wasserfälle kommen, spannen wir euch noch etwas auf die Folter. Denn wir parken beim kleinen Nachbarn des berühmten Wasserfalls, dem Gljúfrafoss. Dieser ist nicht einmal zu erkennen wenn man davor steht, denn er fällt quasi in eine Höhle. In diese kann man gehen, wenn man gewillt ist komplett nass zu werden und abenteuerlich auf kleinen Steinen durch den Fluss zu wandern. Ja, Gerald hätte Gummistiefel mit. Und ja, er hat sie natürlich im Auto gelassen 🙂

Drinnen ist es wie in einer anderen Welt. Es ist so laut, dass man sich nicht unterhalten kann und so nass wie in einem Gewitter. Selbst meiner wetterfesten Kamera traue ich hier nicht viel zu und mache nur einen Schnappschuss, der leider nicht ganz den richtigen Eindruck vor Ort vermittelt. Definitiv ein Ort an den man besser vorbereitet wieder kommt 😉

Weiter geht es die 100 Meter rüber zum Seljalandsfoss, dem bekanntesten Wasserfall Islands. Wenn ihr gleich das Bild seht, werdet ihr es vielleicht sogar aus einer Werbung für dieses Land erkennen. Schon an den Snackständen und WC Anlagen wird deutlich, dass hier tausende Touristen pro Tag her kommen. Im Moment hält sich der Andrang aber halbwegs in Grenzen. Mit viel Geduld lassen sich sogar Bilder vom Weg dorthin machen.

Und auch hinter diesen Wasserfall kann man über einen Pfad mit vielen Stufen gehen. Und hier ist er auch der Spot von dem Millionen von Fotos gemacht wurden. Meistens beim Sonnenuntergang oder mit Polarlichtern, aber auch so ein blauer Himmel kann sehr schön sein 🙂

Katrin ist es hier zu nass, während ich eine halbe Stunde lang im Regen des Wasserfalls versuche obiges Bild zu machen. Ich war richtig froh wieder unter der Sonne zu stehen, die unsere Kleidung erstaunlich schnell trocknete.

Mediengeiler Vulkan und ein perfekter Tagesausklang

Wer kennt ihn nicht, den unaussprechlichen Vulkan Eyjafjallajökull, der 2010 den Flugverkehr in Europa zum Erliegen brachte. Hier von der Straße aus kann man diesen sehen. Es ist der schneebedeckte Berg im Hintergrund. Sehr unscheinbar oder?

Und wenn wir schon einmal ausgestiegen sind, dann muss ein Mittellinienfoto auch sein 🙂

Zum Abschluss des Tages fahren wir noch einmal nach Vik zum Abendessen. In dem erst vor wenigen Monaten eröffneten „Smiðjan Brugghús“ essen wir einen wirklich exzellenten Burger und geniale Babyribs. Hier gibt es mehr Biersorten als ein einzelner Mensch wohl jemals probieren kann. Allerdings beginnen diese bei 10€ aufwärts. Alkohol ist kein billiges Vergnügen in Island.

 

Da gerade schlechtes Wetter herein zieht, bleiben wir heute Nacht im Zimmer und schlafen uns aus.