Wieder einmal sind gut 4 Monate vergangen seit wir wieder von unserer Reise aus Südafrika zurück sind. Zeit genug die Eindrücke verarbeiten und reflektieren zu können. Wie hat uns den Urlaub gefallen? Wie finden wir das Land? Und würden wir diesen Urlaub noch einmal so machen, oder sogar weiterempfehlen? Auf diese Fragen versuche ich eine Antwort im folgenden Fazit zu finden.

Ein kurzer Überblick

Da es schon eine Weile her ist, seit wir den Bericht zu Tag 1 veröffentlicht haben, folgt zuerst einmal ein kurzer Überblick über den Reiseverlauf.

Am 18. Oktober 2019 flogen wir von Wien über Frankfurt nach Johannesburg. Denn unsere Reise teilte sich in zwei Teile auf. Eine Woche im Osten und eine Woche an der Südküste entlang nach Kapstadt.

Nach aufregenden ersten Metern mit dem Mietwagen im Linksverkehr lag gleich einmal eine lange Fahrt vor uns. Zwar ist der Osten Südafrikas berühmt für den Kruger National Park und seine Tiere, aber wir legten vorher noch einen Zwischenstopp beim Blyde River Canyon ein. Unsere erste Unterkunft lies uns gleich einmal in das südafrikanische Leben eintauchen. Ein B&B mit hohen Mauern und sehr freundlichen Gastgebern. Gegessen haben wir in Häusern, die zu Restaurants umfunktioniert wurden.
Der Blyde River Canyon und seine Umgebung ist in Wirklichkeit eine Panoramastraße, an der sich links und rechts Abzweigungen zu Sehenswürdigkeiten und Viewpoints befinden. Alle diese Punkte sind touristisch gut erschlossen aber auch entsprechend voll, wobei es sich hier noch um eher einheimische Reisende handelt.

Das Highlight dieses Urlaubs sollte aber ganz klar die Safari sein und so machten wir uns bereits an Tag 3 auf zum Kruger National Park. Ein riesiges Naturschutzgebiet mit dessen Regeln wir erst einmal klar kommen mussten. Selbst mit dem Auto neben gigantischen Elefantenherden zu fahren benötigt einiges an Mut und Wissen über die Tiere. Wir haben uns nicht viel erhofft, wurden aber von der Tierwelt Afrikas regelrecht verwöhnt. Bis auf Geparden haben wir eigentlich alles gesehen was man sich nur wünschen kann. Die erste Nacht in einem staatlichen Camp im Park hat uns hinsichtlich der Unterkunft zwar etwas schockiert, aber he wir müssen hier ja nur schlafen und haben es definitiv überlebt 😉
Zwei Nächte folgten dann in einer privaten Lodge im Sabi Sands Gebiet, wo wir unvergessliche Safariausfahren erleben durften. Nicht nur, dass eine Elefant und zwei Löwenmännchen keine 2 Meter von uns entfernt waren, wir durften auch ein kleines Elefantenkalb kurz nach der Geburt sehen. Darauf folgte ein Löwenrudel beim Fressen ihrer Beute und eine wilde Verfolgungsjagd von/mit Wildhunden. Die Unterkunft war Luxus pur, auch wenn sie stellenweise der Preis nicht gerechtfertigt war. Definitiv werden wir aber nie mehr so viel Geld für eine Übernachtung bezahlen 😉

Schweren Herzens verabschieden wir uns nach einer weiteren Nacht im öffentlichen Kruger Park von diesem und der Safari generell. Wir hätten uns nie gedacht, dass uns diese so viel Spaß machen würde. Für uns stand bereits bei der Fahrt durch das Ausgangstor fest, dass das nicht unsere letzte Safari sein wird. Für uns war es genau die richtige Mischung aus Tieren, Roadtrip und einer kleinen Prise Schnitzeljagd 🙂

Wir flogen quer durchs Land direkt an die Südküste Afrikas nach Port Elizabeth. Dort hielten wir uns aber nicht lange auf, sondern fuhren direkt in Richtung Westen – immer Kapstadt entgegen.
Und auch wenn das Wetter hier deutlich kühler und regnerischer war, beeindruckten uns die Hängebrücken und Trails des Tsitsikamma National Park nachhaltig. Und auch wenn die Safari bereits vorbei war, Tiere gab es hier jede Menge. Ob es nun Affen oder Klippschliefer waren, Afrika ist an jeder Ecke mit der Tierwelt verbunden.

Am Robberg wurde uns dann zum ersten Mal klar, wie schön die Südküste hier ist. Endlos lange, feine Sandstrände reihen sich hier dicht an dicht. Und auch wenn das Wasser voller weißer Haie ist, so kann man hier im Hochsommer sicherlich einen tollen Badeurlaub genießen. Den Abend verbringen wir dann in der Hauptstadt der Strauße, Oudtshoorn. Hier wurden seit jeher Straußenfedern und Fleisch produziert. Wir genossen hier in einer privaten Game Lodge das beste Abendessen unserer Reise, natürlich mit Blick auf einen Hippo Pool 😉

Wieder zurück an der Küste kommen wir dann wenig später am südlichsten Punkt Afrikas an. Und hier zeigt die unbarmherzige Küste was so viele Seefahrer vor uns hier erleben mussten. Der Wind ist so stark, dass wir uns kaum auf den Beinen halten können. Es ist trotzdem irgendwie toll zu wissen, dass man nicht mehr südlicher auf diesem Kontinent gehen kann.

Über Hermanus, eine der weltweit bekanntesten Orte um Wale zu beobachten, geht es immer weiter in Richtung Kapstadt. Auf der Halbinsel legen wir einen Stopp in Simon’s Town in einem absolut perfekten B&B ein. Den ganzen Tag über begleiten uns schon die süßen kleinen Pinguine die hier überall an der Küste zu finden sind und unser Herz erobert haben.

Mit einem absolut touristisch überlaufenem Highlight, dem Kap der guten Hoffnung endet unser Roadtrip, denn wir sind in Kapstadt angekommen.
Hier verbringen wir noch einige Nächte und erkunden neben der V&A Waterfront, dem Tafelberg und Lion’s Head, natürlich auch die Innenstadt und die Gefängnisinsel Robben Island. Diese verdeutlicht uns zum ersten Mal in diesem Urlaub, was es heißt in der Apartheid gelebt zu haben. Nach einem letzten Tag im botanischen Garten fliegen wir wieder sicher am 2. November direkt von Kapstadt nach Wien zurück.

Das Fazit in Worten

Als wir davon erzählt haben, dass wir nach Südafrika fliegen werden, hatte fast jeder einen fragenden Gesichtsausdruck. Wieso wollt ihr dort hin? Ist das nicht total unsicher? Da werden doch dauernd Leute ermordet? Die haben doch weder Wasser noch Strom?
Viele solcher Fragen mussten wir uns anhören. Und es wäre gelogen würden wir sagen, dass wir uns diese nicht auch gestellt haben.

Bereits bei meiner ersten Recherche stellte ich aber fest, dass das nur das ist worüber die deutschen Medien gerne berichten. Natürlich handelt es sich um ein Land, das massive Probleme hatte und hat. Nicht alle davon sind hausgemacht sondern der Lage und den Nachbarstaaten geschuldet. Aber Wasser und Strom sollten soweit aufrecht erhalten bleiben, dass ein Reisen problemlos möglich ist und die Kriminalität beschränkt sich hauptsächlich auf die Town Ships, denen wir sowieso nicht zu nahe kommen wollen. Die Kriminalität in Chicago ist auch nicht viel niedriger und da hat sich kaum jemand Gedanken gemacht. Es war mir also schnell klar, dass uns hier in Europa eine falsche Wirklichkeit vorgespielt wird. Erschreckend wie gerne wir diese annehmen ohne sie zu reflektieren.

Zunächst aber das Positive. Uns ist nichts passiert und es gab auch keinerlei gefährliche Situationen. Das Land mit seinen Einwohnern, die Landschaft und vor allem die Tierwelt haben uns vollkommen in seinen Bann gezogen. Absichtlich haben wir uns im Vorfeld nicht viel erwartet und wurden regelrecht nach jeder Kurve und mit jedem neuen Tag überrascht. Die Menschen sind einfach nur toll. Wenige haben wirklich viel zum Leben, aber sie würden das alles mit einem Wildfremden teilen. Geht es den Menschen noch so schlecht, wir haben niemals schlechte Laune oder gar Unfreundlichkeiten erlebt. Die Bevölkerung ist so gut gelaunt, dass man fast ein schlechtes Gewissen wegen den eigenen Problemen bekommt.

Die Reiseplanung hat sich sehr einfach gestaltet. Zwar gibt es kaum Hotels, aber alles vom Flug, Mietwagen bis hin zu den B&B’s kann online gebucht werden und hat auch problemlos funktioniert. Bezahlt wird hier überall mit Kreditkarte und die meisten Menschen sprechen Englisch. Die Hauptstraßen sind perfekt ausgebaut und auch die Nebenstraßen sind vollkommen ok. Uns haben die Straßenverhältnisse sehr an die USA erinnert. Generell spürt man den britischen bzw. amerikanischen Einfluss vor allem im Westen sehr stark. Und auch die Reise an sich gestaltet sich sehr wie ein Roadtrip durch die USA.

Nun möchten wir aber nicht verheimlichen, dass wir uns in Kapstadt ab und zu nicht sicher gefühlt haben. Ja man sollte nicht in jede dunkle Gasse gehen und besonders vorsichtig sein. Auch wenn es für Touristen sicher ist, muss man sich vor Augen halten, dass viele Menschen hier rein gar nichts besitzen. Und wo eine solche Kluft zwischen Arm und Reich ist, gibt es auch immer Kriminelle. Das ist völlig verständlich und überall auf der Welt so.
Vor korrupten Polizisten im Osten wurden wir gewarnt und haben Vorkehrungen getroffen (Schild in der Windschutzscheibe). Dadurch kam es zu keiner einzigen Anhaltung. Und selbst wenn, dann handelt es sich dabei „nur“ um ungerechtfertigte Strafen die zwar unangenehm aber nicht lebensbedrohend sind. Soweit wir es gesehen haben, versieht die Polizei abgesehen davon ihren Dienst und ist zur Stelle wenn man sie braucht.

Die Geschichte des Landes verdient wohl einen eigenen Blogbeitrag, ist aber kurz zusammengefasst sehr erdrückend. Während in Europa nach dem zweiten Weltkrieg die Verfolgung von Minderheiten zumindest öffentlich beendet wurde, ging sie hier ungehemmt weiter. So wie die Einwohner mit schwarzer Hautfarbe hier behandelt wurden ist einfach unmenschlich. Leider spürten wir diesen Unterschied auch noch bei unserer Reise gewaltig. Nicht, dass jemand unfreundlich zu Schwarzen gewesen wäre, aber die gesamte Arbeit wird immer von diesen erledigt. Sei es nun der Haushalt, Straßenbau oder sonstige schwere Arbeiten. Wir haben niemals einen Weißen dabei gesehen. Einige Male wurde uns sogar gesagt, dass es ein Zeichen von Wohlstand ist, wenn man sich einen Bediensteten leisten könne. Und auch wenn es nicht erwähnt wurde, diese sind immer schwarz. Die Selbstverständlichkeit dieser Einstellung gegenüber hat uns mehrere Mal Unwohlsein bereitet.
Wir hoffen wirklich, dass das Land nach einigen Generationen diese Spaltung überwindet und ein gemeinsames Miteinander auf Augenhöhe möglich ist.

Das Land hätte es verdient eine ordentliche Regierung zu haben. Es strotzt eigentlich nur so vor Reichtum. Aber die Einnahmen werden leider falsch verteilt und zu oft in die eigene Tasche gesteckt. Die Wasser- und Stromversorgung wurden über Jahre heruntergewirtschaftet und die Bevölkerung muss dies nun mit Rationierungen bezahlen.

Trotz all der gesellschaftlichen Probleme ist es ein traumhaftes Land um dorthin zu reisen. Ob es nun die Landschaft, die Menschen, das (günstige) Essen oder die Tierwelt ist, für jeden ist etwas dabei. Ja wir würden wieder kommen und ja wir können das Land zum Reisen absolut empfehlen. Es bleibt jedoch ein „aber“. Denn vor der Reiseplanung sollte man sich genau die aktuelle Lage vor Ort ansehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Pulverfass in den kommenden Jahren explodiert und dann sollte man wohl nicht im Land sein.

Das Fazit in Zahlen

Natürlich gibt es auch heuer wieder einige Zahlen für euch, diesmal aber nicht ganz so detailliert wie üblich.

  • Wir haben 17 Nächte in 11 Hotels und zwei Flugzeugen verbracht 😉
  • Der Durchschnittspreis lag bei gerade einmal 149 Euro pro Nacht und damit um gut 100 Euro niedriger als zum Beispiel in Island.
  • Das teuerste Hotel war mit 718 Euro pro Nacht auch das teuerste jemals von uns gebuchte. Allerdings war dies die private Lodge und in dem Preis waren auch die Safariausfahrten und die Verpflegung inkludiert. Das teuerste reguläre Hotel hat uns 152 Euro pro Nacht gekostet.
  • Das günstigste B&B lag hingegen bei nur 62 Euro pro Nacht. Wir haben zwar schon einmal günstiger geschlafen, aber trotzdem sind die Preise sehr toll.
  • Insgesamt hat uns der Urlaub knapp 3.650 Euro pro Person gekostet. Wir haben aber jeden Abend in tollen Restaurants gegessen, was natürlich zu Buche schlägt.
  • Gerechnet auf 17 Urlaubstage sind das 215 Euro pro Tag und somit nur unwesentlich weniger als Island (235 Euro pro Tag)

Man sieht also, dass man sowohl in teuren Ländern günstig und in günstigen Ländern teuer Urlaub machen kann. Wir haben insgesamt vergleichsweise viel Geld für Essen ausgegeben. Beim Essen und den Hotels hätte man also sicherlich noch einiges sparen können. Das Diagram zeigt die Kosten für zwei Personen:

Danke

Der letzte Teil gehört natürlich wieder euch, die ihr so treu sicherlich jeden einzelnen Bericht gelesen habt 🙂 Vielen Dank für eure Treue.

Wann die nächste Reise stattfindet weiß in der jetzigen Situation niemand. Daher kann ich euch auch gar keinen Ausblick geben. Ich kann euch aber versprechen, dass hier weiterhin Artikel über den ein oder anderen Kurztrip erscheinen werden und ich auf Facebook und Instagram auch immer wieder Bilder der vergangenen Trips poste 🙂 Folgt uns dort also.

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In der Zwischenzeit bieten sich auch unsere anderen Reiseberichte zum Lesen an:

Und wie üblich habe euch einige Bilder zusammengestellt, die nicht ganz so ernst gemeint sind 😉
Danke und bis bald!

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