Die Anreise

Im Sommer gibt es von Wien einen Direktflug nach Island. Dieser fliegt aber nur 2x in der Woche und so müssen wir unsere Reisezeit danach richten. Denn der Flug ist deutlich günstiger und vor allem schneller als alle Umsteigeverbindungen.

Bei Temperaturen um die 30 Grad holt uns kurz nach 17 Uhr ein Airport Driver ab. Es sollte das letzte Mal für lange Zeit sein, dass uns so warm ist 😉 Der alt eingesessene Wiener unterhält uns mit dem hierzulande typischen Charme und will auch viel über unsere bevorstehende Reise wissen. Wir glauben aber nicht, dass wir ihn von einer Rundreise auf Island überzeugen konnten. Gehört er doch eher der Gattung „14 Tage am Strand nichts tuend liegen“ an. Ich glaube diese Touristen verirren sich selten ins kalte Island und wollen dort auch noch jeden Tag Auto fahren und wandern.

Jedenfalls kommen wir wie immer überpünktlich am Flughafen Wien an. Der Checkin ist ja bereits online erledigt und so müssen nur noch die Koffer abgegeben und die Sicherheitskontrolle passiert werden. Das ist für uns schon fast eine Routine und wir antworten auf die Fragen der Sicherheitskräfte schon bevor diese gestellt werden 😉 Abgesehen davon funktioniert beides in Wien wirklich perfekt wie an sonst kaum einem anderem Flughafen.
Es dauert keine 20 Minuten und wir sitzen bereits am Gate. Wir gönnen uns noch eine Leberkäsesemmel, beim mittlerweile fast berühmten „Leberkas-Pepi“ und warten auf unseren Flug. Die Preise hier sind schon eine Vorschau auf das, was wir wohl die nächsten Wochen für Essen ausgeben werden 😉

Überpünktlich beginnt das Boarding des Airbus A320 der Austrian Airlines.

Der Flieger ist nur halb voll und so ist nicht nur der 3. Platz neben uns leer, sondern auch die gesamte Reihe hinter uns. Da wir aber nicht wirklich müde sind, nutzen wir diese nicht zum Schlafen.

Die Sicherheitsanweisung schlägt diesmal alles was wir erlebt haben. Normalerweise wird diese mittlerweile vom Band abgespielt und die Flugbegleiter zeigen dazu passend die Dinge vor. Diesmal musste aber der erste Flugbegleiter den Text lesen. Nicht nur, dass sich dieser mit der englischen Aussprache extrem schwer tat, auch ging ihm nach hinten hin die Zeit aus. Das Resultat war, dass wir am Anfang der Startbahn standen und darauf warteten, dass er den restlichen Text in enormen Tempo runter gelesen hat. Der gesamte Flieger musste lachen, aber so haben wenigstens mal alle zugehört 😉

Gegen Mitte des Fluges überrascht uns die Fluglinie damit, dass es auf diesem Flug ein Essen gibt. Damit hätten wir bei einem 4 Stunden Holidayflug nicht gerechnet. Zwar ist es keine, wie bei der AUA übliche, große Portion aber immerhin lässt sich der Hunger damit etwas stillen:

4 Stunden und 10 langweilige Minuten später landen wir in Island. Der Fensterplatz zahlt sich, wie zu erwarten war, bei einem Atlantikflug nicht aus. Denn die Wolkendecke wird nur durch einen noch weniger spannenden Blick auf das Meer unterbrochen.

Erst im Anflug über Island wird der Ausblick dann mehr als nur genial.

Der internationale Flughafen von Reykjavik ist klein, aber es ist alles gut organisiert. Außer unserer Maschine befindet sich niemand mehr auf dem Flughafen, aber es überrascht uns doch, dass wir für die gesamte Reise nicht einmal unseren Pass herzeigen mussten. Mit der Reisefreiheit haben wir etwas Tolles in Europa geschaffen, was ja heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist und leider immer mehr behindert wird.

Wir heben sicherheitshalber noch schnell 50 Euro in isländischen Kronen ab, was sich gegen Ende des Urlaubs als nicht so klug herausstellen wird. Zwar kann man hier bis hin zum WC alles mit Kreditkarte zahlen, aber sicher ist sicher. Da Bargeld derzeit noch angenommen wird, werden wir es schon los 😉
Danach gehen wir in die Ankunftshalle wo tatsächlich jemand von „ProCar“, unserem Mietwagenvermieter wartet. Dieser bringt uns und drei Slowaken zur Verleihstation. Dort wird versucht uns die übliche Versicherung anzudrehen und die Formalitäten erledigt. Wir haben über Deutschland gebucht, wo auch die Versicherung inkludiert war. Somit sind wir tatsächlich gegenüber dem Vermieter unversichert. Dies wird im Laufe der Reise noch wichtig.
Unser Auto, ein Mazda CX5 ist angeblich schon etwas verbeult. Als wir dann raus gehen und diesen sehen, wird uns klar, dass „etwas“ wohl „etwas untertrieben“ ist. Mit nur 60.000km müssen damit einige sehr begabte Leute gefahren sein. Denn eigentlich ist auf jeder Seite des Autos ein Teil komplett kaputt. Wir werden sehen wie viele Probleme uns die Rückgabe des Wagens machen wird und ob dieser die gesamte Reise durch hält. Zur Sicherheit machen wir von jedem noch so kleinen Kratzer und Delle ein Bild. Hätten wir dies nicht gemacht, wären uns am Ende einige Kosten entstanden. Aber dies werdet ihr im letzten Teil des Blogs erfahren.

(Da die Umgebung vor Ort nicht sonderlich fotogen war, ist dieses Bild von einem späteren Zeitpunkt der Reise.)

Der Weg ins Hotel ist nicht sonderlich weit. Es ist zwar Mitternacht aber dank der Midnight Sun wird es zu dieser Jahreszeit niemals dunkel. Wir finden das Hotel also bequem und der Checkin besteht eigentlich nur daraus den Schlüssel zu nehmen. Mehr geht auch nicht, denn der Mann an der Rezeption ist zwar sehr nett, spricht aber kaum Englisch.

Das Zimmer riecht seltsam, ist sehr kalt, laut und doch ziemlich klein. Aus dem Waschbecken kommt nur kaltes Wasser, aber zumindest in der Dusche ist es warm und es gibt einen Heizkörper. Für diesen Preis schockiert uns der Zustand des Zimmers jedoch. Denn abgesehen davon ist hier alles, wirklich alles vom IKEA und somit nicht sehr beständig. Für ein Hotel unangemessen. Wir werden allerdings bald merken, dass das hier überall so ist. Egal in welcher Preisklasse das Hotel spielt.

Etwas, das uns überrascht hat, aber auch in jedem Hotel so ist: die Vorhänge verdunkeln nicht wirklich. Es ist kaum möglich irgendein Hotel der Reise in der Nacht wirklich dunkel zu bekommen. Das ist überraschend, da es auf Island doch für mehrere Wochen keine einzige Minute dunkel wird.

Zur Orientierung: für dieses Zimmer legen wir gleich mal gute 170 EUR für eine Nacht hin. In unserer 10-teiligen Wertungsskala vergeben wir hier maximal 4 Punkte.

Für uns bleibt jetzt nur noch schnell ins Bad und ab ins Bett. Es ist mittlerweile 1 Uhr und uns steht morgen ein langer Fahrtag bevor.