Nach dem letzten Gamedrive im privaten Gebiet, geht es heute für uns wieder zurück in den Kruger. Dort haben wir, neben dem heutigen Nachmittag noch einen Tag, bevor wir zum Flughafen fahren und die Tiere erst einmal hinter uns lassen. So weit ist es aber noch nicht, denn noch haben wir einiges vor uns 🙂

Abschied und Rückkehr in den Kruger

Als wir auschecken wollen, sehen wir von unserem Zimmer aus eine Herde Elefanten.

Wir lassen alles stehen und liegen und rennen zum Unterstand am Wasserloch. Und tatsächlich haben wir nach einigen Minuten Glück und die gesamte Herde zieht direkt vor dem Guckloch vorbei. Die Elefantenfüße waren dabei keine 50cm von uns entfernt! Ein junger Elefant schaut sogar in unser Loch rein, erschreckt sich und läuft schnell davon 🙂 Ein unglaubliches und einprägendes Erlebnis am Ende eines tollen Aufenthalts in der Idube Private Lodge.

Wir gehen noch ein bisschen in der Anlage herum und machen ein Selfie mit den Riesen. Hinter einem Elektrodraht ist das auch gar nicht mal so mutig 😉

Dann ist es aber endgültig Zeit Abschied zu nehmen. Unser Wagen steht schon vor der Tür und unsere Koffer werden natürlich auch wieder eingeräumt. Das ganze Personal tritt an und wir verabschieden uns von allen. Ein bisschen wehmütig sind wir schon, denn die Erlebnisse gehören zu den tollsten die wir jemals gehabt haben. Und es ist nicht so als würde uns langweilig werden. Wir könnten noch tagelang auf Safari gehen – ist doch jede Ausfahrt komplett anders.

Unser Fazit zum Idube fällt nach der Reise sehr eindeutig aus. Waren wir anfangs ein bisschen enttäuscht, sind wir mittlerweile doch sehr begeistert. Vielleicht, weil der Preis nun nicht mehr so weh tut 😉
Aber wenn man sich nicht die Arbeit machen will selbst durch den Kruger zu fahren, ist ein privates Resort sicherlich toll. Hier hat man doch quasi eine Garantie etwas zu sehen und über die Tiere zu erfahren. Im Kruger selbst zu fahren ist Arbeit. Man muss sich über Strecken und Tiere selbst informieren, was sicherlich nicht für jeden das Richtige ist. Wenn man das nicht macht, wird man nicht viel sehen und wie so viele Touristen völlig enttäuscht heim fahren.
Also wir können nur jedem empfehlen das Geld zu investieren und zumindest eine zusätzliche Nacht in einem privaten Resort zu verbringen.

Zurück im Kruger National Park

Diesmal ohne Probleme verlassen wir den privaten Teil wieder durch das Gate und fahren beim Kruger Gate wieder in den öffentlichen Park hinein.
Unser heutiges Ziel ist das Lower Sabie Rest Camp im südlichen Teil des Parks. Und somit bleiben wir auch hier in der Gegend und versuchen möglichst viele Kilometer bis dorthin abzudecken.

Gleich am Beginn geraten wir aber in einen klassischen Krugerstau. Diesmal waren wir auch so klug und haben ein Foto davon gemacht. Aber keine Angst, so sieht es wirklich nur hier im gut besuchten Teil des Parks aus. Und das auch nur wenn spannende Tiere zu sehen sind.

Ich glaube es handelte sich sich um Elefanten, die uns aber nicht so sehr interessiert haben, dass wir uns einen Platz erkämpfen. Kurz darauf sehen wir unsere erste Hippos, die tatsächlich einmal nicht im Wasser sind 😉

Wir fahren kreuz und quer durch die Savanne und sehen auf einer Schotterstraße in der Ferne ein Auto stehen, dass aber gerade weg fährt. Schon mehrere Meter vor dieser Stelle sticht uns ein grausiger Geruch durch das Fenster in die Nase. Der Grund: ein Giraffenkadaver. Man muss es einfach erlebt haben um zu wissen wie so ein totes Tier nach 48 Stunden in der prallen Sonne stinkt. Da ist es nicht verwunderlich, dass die halbe Tierwelt angelockt wird.

Von der Giraffe sieht man zwar nicht mehr viel, aber seinen Jäger dafür umso besser. Es dürften zwei Löwenbrüder gewesen sein, wobei wir einen nur mehr kurz in der Entfernung sehen. Der zweite hält aber Wache:

Wobei ihm dann bald zu heiß wird und er sich nach weiter hinten unter einen Baum verzieht.

Dann kommen aber die Geier und der Löwe legt sich dann doch lieber wieder neben die Beute in die Sonne 😀

Ein besonderes Highlight für mich ist dieser Mistkäfer. Ich haben schon viel über diese gehört und wollte auch unbedingt einen live sehen. Leider war der kleine sehr schnell unterwegs, denn seine Kugel war – naja sagen wir mal nicht sonderlich beeindruckend 😉

Funfacts coming …
Mistkäfer rollen den Mist von großen Tieren zu einer Kugel. Banaler Grund dafür: sie ernähren sich davon und so lassen sich die Einkäufe besser nach Hause bringen. Die Kugel dient aber auch dazu Weibchen zu beeindrucken. Denn hier geht es ganz simpel zu: wer die größte hat gewinnt 😉
Man unterscheidet zwei (Lebens)Arten von Mistkäfern. Jene die Kugel bauen, und jene die sie anderen klauen (Reim nicht beabsichtigt). Ja es gibt tatsächlich Tiere die deutlich stärker und größer sind, und anderen beim Kugelbauen zusehen, nur um sie dann zu klauen. Frechheit 🙂

Am weiteren Weg kommen uns wieder einmal Zebras, Affen und Hippos in die Quere.

Abschließende Highlights vor dem Rest Camp

Kurz vor der Gateschließung fahren wir noch über eine Brücke und sehen hier zum ersten Mal ein Krokodil außerhalb des Wassers liegen. Diese Tierart trifft die Dürre besonders hart. Denn sie führen einen enormen Konkurrenzkampf um das Wasser, bei dem nicht selten die kleineren einfach von den Artgenossen gefressen werden.
Der hier sieht aber recht sicher aus 😉

Es sind bereits nur noch wenige Minuten bis das Gate schließt, aber ein entgegenkommendes Fahrzeug erzählt uns, dass unten am Fluss ein Leopard ist. Jedoch stehen hier nirgendwo Autos herum. Wir fahren die Strecke also ganz langsam ab, bevor Katrin auf einmal „Stopp!“ schreit. Und tatsächlich: in sehr weiter Entfernung liegt ein Leopard neben dem Fluss im Schatten. Wie kommt es eigentlich, dass wir die Tiere, die eigentlich im Baum leben immer nur am Boden sehen? 😀
Das Bild ist mit 600mm Brennweite aufgenommen und dann auch noch zugeschnitten. Mit freiem Auge war das Tier so gut wie nicht zu sehen. Respekt an meine Trackerin 😉

Am Rückweg sehen wir wieder Silke, die wir vor zwei Tagen kennengelernt haben (verrückt oder?). Wir erzählen ihr noch vom Leoparden, aber wie wir nachher erfahren haben, dürfte dieser gerade gegangen sein als sie angekommen sind.

Wir kommen rechtzeitig im Camp an. Die Organisation ist hier deutlich besser, denn innerhalb von wenigen Minuten ist alles erledigt. Leider haben wir hier keinen Bungalow am Fluss bekommen, denn diese sind schon lange vorher reserviert.
Das Zimmer ist viel besser als jenes im Satara, aber auch hier ist der Standard sehr bescheiden. Und leider haben wir einen der Bungalows wo davor Fledermäuse nisten. Diese stören zwar nicht, aber es stinkt extrem und in der Früh ist alles voller Exkrementen. Da die Tiere aber geschützt sind, muss man damit leben. Wir sind ja hier zu Gast 😉
Wir geben der Unterkunft 4 von 10 Punkten, was ganz anständig ist bei einem Preis von 89 Euro pro Nacht.

Wir gehen noch in das campeigene Restaurant essen, was sehr nett ist, denn es liegt direkt am Fluss. Blöd nur, dass man diesen wenige Minuten später nicht mehr sieht – denn es wird dunkel 😉 Das Essen ist durchschnittlich, aber durchaus ok. Dann nehmen wir uns noch eine kalte Coke mit und treffen uns am Bungalow von Alex und Susanne (ebenfalls Deutsche), wo auch Silke und ihr Mann zum Braai (also zum Grillen) sind. Wir unterhalten uns noch ein paar sehr lustige Stunden. Da aber alle von uns morgen die ersten am Gate sein wollen, verabschieden wir uns voneinander und verschwinden schnell im Bett.