Bevor wir heute einiges an Höhenmetern zurücklegen werden, gönnen wir uns erst einmal eines der besten Frühstücke unserer Reise. Gleich danach geht es aber los, denn wir werden heute einiges von Südafrikas Südküste sehen und erwandern 🙂

Das Frühstück findet im Erdgeschoss des B&B statt. Dieses gleicht eher einem Restaurant mit vielen Tischen. Wir dürfen uns einen aussuchen und nehmen natürlich den mit dem besten Ausblick. Leider ist es in dieser Jahreszeit noch zu kühl um draußen platz zu nehmen. Ein Traum oder?

Wanderung im Robberg Nature Reserve

Mit vollen Mägen packen wir unsere Koffer und bringen sie zum Auto. Dieses wurde gerade per Hand von einem Mitarbeiter gewaschen, der natürlich etwas Trinkgeld von uns bekommt (das er übrigens nur sehr ungern annimmt).
Wir müssen nur einige Minuten fahren, bevor wir am Robberg Nature Reserve ankommen. Und obwohl es noch sehr früh ist, steht schon eine lange Schlange von Autos am Eingang. Wir haben die Wildcard also dürfen wir einfach durchfahren. Der Robberg ist eigentlich eine Halbinsel die recht steil ansteigt. Ganz oben angekommen gibt es einen Parkplatz auf dem wir mit viel Mühe noch einen Platz für unser Auto finden.

In dem Naturreservat gibt es drei Wanderwege, die sich in ihrer Länge unterscheiden. Wir wollen uns mal realistisch einschätzen und wählen daher den mittleren 😉 Dieser führt bis zur Mitte der Halbinsel und über die kleine vorgelagerte Sandbank wieder zurück. Mit 5.5 Kilometern ist dieser Trail zwar nicht wirklich lang, wir werden aber sehr bald merken, dass es entweder bergauf oder durch tiefen Sand geht. Also gar nicht mal so einfach 😉

Der gesamte Weg läuft entlang der Küste und man hat permanent einen traumhaften Ausblick. Heute ist es richtig heiß und die Sonne knallt unerbittlich auf uns herab, sodass jede kleine Windbrise dankend angenommen wird.

In der Mitte angekommen kann man nun noch zu einer Art vorgelagerten Insel gehen, die über eine Sandbank verbunden ist. Dorthin geht es über tiefen Sand. Was lustig aussieht ist auch so – aber deswegen ist es nicht weniger anstregend 🙂 Dort angekommen eröffnet sich aber ein kleines Naturwunder. Würde der Ozean hier nicht mit mit Gewalt seine Wellen brechen, wäre es total friedlich.

Und überall gibt es Leben zu entdecken, wenn man nur genau hinsieht.

Traumhafte Aussicht von den Klippen in Knysna

Nur etwa eine Autostunde weiter westlich liegt der kleine Ort Knysna in einer langgezogenen Bucht. Wir haben leider nur für einen Zwischenstopp Zeit und sehen daher nicht die Stadt selbst. Hier gibt es aber unzählige Übernachtungsmöglichkeiten, Wanderwege, jegliche Wassersportarten, Shark-/Walewatching und vieles mehr. Also kurz gesagt: man kann hier sicherlich einige Zeit verbringen.

Wir sind aber wegen der Viewpoints hier, denn die Klippen zum Meer hin steigen in diesem Ort stark an. Daher hat man von hier oben einen fantastischen Blick auf die Klippen, das Meer und die Bucht selbst.

Unterhalb gibt es noch einen zweiten Viewpoint auf Meeresniveau. Allerdings ist der Ozean heute so rau, dass man sich hier nicht gefahrlos bewegen kann. Und so fahren wir nach einem kurzen Blick schnell wieder.

Krokodil oder Kontinent?

Bevor wir die Fahrtrichtung von West auf Nord ändern, bleiben wir noch in der Gegend von Wilderness (das ist ebenfalls ein Ort) stehen 🙂
So perfekt die Hauptstraßen auch ausgebaut sind, so schnell werden sie auch zu Dirtroads, sobald man sie verlässt. Und auch zu unserem nächsten Punkt müssen wir auf eine dieser Nebenstraßen abbiegen. Wir fahren durch seltsame Wohngegenden wo die Kinder auf der Straße spielen und uns verwundert nachsehen. Sind wir hier noch richtig? Es geht immer weiter einen Berg hinauf, wo die Straße dann endet.

Gleich nachdem wir aus dem Auto aussteigen kommt ein Australier auf uns zu. Ob wir zum Paragleiten hier sind? Hm nein heute mal nicht 😀
Wir suchen nämlich einen Aussichtspunkt, der auch direkt am Parkplatz ist. Unter einem kleinen Verschlag sitzen zwei Frauen und wir ahnen schon, dass wir hier wieder „Eintritt“ bezahlen müssen.

Wieso heißt dieser Viewpoint nun also Kaart van Afrika – äh Map of Africa? Nun der Fluss schlängelt sich hier so durch die Landschaft, dass man meinen könnte, man steht vor einem Atlas und blickt in Richtung Norden auf den Kontinent Afrika.

Die Dame bleibt ruhig sitzen, erzählt uns aber einiges über den Ausblick. Unter anderem, dass viele hier nicht den Kontinent, sondern ein Krokodil sehen. Und seit diesem Moment sehen auch wir nur noch ein Krokodil 😉
Man hat das Gefühl die Frau könne einem zu diesem Bild den ganzen Tag Geschichten erzählen.

Beispiel gefällig? Ok ihr wolltet es so 🙂
Seht ihr die Häuser ganz links direkt am Fluss? Dabei handelt es sich um Luxushäuser die dort vor wenigen Jahren gebaut wurde. Blöd nur, dass niemand bedacht hat, dass diese in einer Überschwemmungszone liegen. Das Bauen in solchen Zonen ist in Afrika kein Problem, aber wenn man sich hier eine Immobilie im Millionenbereich kauft, dann will man die auch versichern. Und genau hierbei scheitert es, denn es findet sich keine Versicherung dafür. Und so sinkt der Preis dieser Häuser jedes Jahr. Und trotzdem sind sie nach wie vor unbewohnt.

So ging das immer weiter. Zum Wald, die Tiere darin und wieso der Fluss so seltsam braun ist (liegt an den Gerbstoffen der Pflanzen). Für diesen Einsatz hat sie dann von uns auch ordentlich Trinkgeld bekommen, obwohl sie dies nicht eingefordert hat. So soll das sein. Leistung gegen Trinkgeld 🙂

Unglaubliche Sandstrände

So gut wie niemand, der sich nicht mit diesem Land beschäftigt hat weiß welche traumhaften, naturbelassenen Sandstrände Südafrika hat. Viele Kilometer Sand ohne wirklich Menschen darauf. Der Traum wird hier noch gelebt und das bei bester Infrastruktur.

Glaubt ihr nicht? Na dann schaut euch mal das Bild an, das wir vom Dolphin’s Point gemacht haben:

Seht ihr das Ende? Nein? Wir auch nicht 😉

Der Viewpoint selbst ist aber wieder etwas seltsam. Oben natürlich ein Parkwächter der uns ein wenig zu motiviert ist. Er versichert uns aber natürlich, dass das Auto sicher ist und erklärt uns auch noch wohin wir gehen sollen. Man geht hier quasi unter dem Highway durch zum Viewpoint.

Direkt am Anfang liegt aber auch noch eine berühmte uralte Bahnstrecke (hier die Kaaimans River Railway Bridge). Wenn man ein wenig wartet ist das Bild mit Zug darauf sicher besser. Aber es ist echt heiß uns wir haben noch eine schöne Strecke vor uns.

Fahrt ins Landesinnere

Eine kurze Geologieeinheit. Wieso ist es hier an der Küste, in einem sonst so trockenem Land, eigentlich so grün? So sehr, dass man sie ja sogar als Garden Route bezeichnet?
Das liegt daran, dass sich wenige Kilometer von der Küste entfernt ein Gebirge auftürmt. An diesem staut sich die feuchte Meeresluft und kommt als Regen wieder runter. Wer jetzt mitgedacht hat, wird verstehen was gleich passiert.

Wir sind nämlich mit der Passüberquerung mit einem Schlag in der Wüste. Das saftige Grün wechselt nun in trockene kahle Landschaften, in denen es nichts gibt außer Tonnen von Sand. Und nein es hat sich hier kein Bild aus den USA eingeschlichen. Es sieht aber tatsächlich so aus wie auf der anderen Seite des Atlantiks.

Wir sind auf dem Weg nach Oudtshoorn, das knapp hinter dieser Vegetationsgrenze liegt. Oudtshoorn war und ist quasi die Welthauptstadt der Strauße. Begonnen hat alles mit der Produktion von Straußenfedern als Füllmaterial und vor allem als Staubwedel. Diese werden heutzutage aber kaum noch gebraucht und so hat man sich hier mittlerweile auf Straußenfleisch spezialisiert. Dieses ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr. Es schmeckt Rind zum verwechseln ähnlich, ist aber bedeutend gesünder – und dafür teurer 😉

Strauße sehen wir erstmal keine, aber wir werden in unserem B&B von einer mehr als herzlichen Gastgeberin begrüßt. Eine holländische Familie ist auch schon hier, und als wir unsere Koffer holen kommt auch noch eine deutsche Familie. Mit dieser reden wir erst einmal Minutenlang Englisch, bevor unsere Gastgeberin verwundert fragt ob wir denn nicht die gleiche Sprache sprechen würden? Wunderbar wenn sich halb Europa auf der anderen Seite der Welt trifft …

Wie üblich besprechen wir mit den Gastgebern unsere Restaurantmöglichkeiten. Heute hat eigentlich nur noch ein wirklich gutes offen – die Buffelsdrift Game Lodge. Diese ist aber so beliebt, dass wir von den drei Familien als einziges einen Tisch bekommen. Jippi 😀

Bestes Essen EVER!

Eigentlich haben wir uns andere Restaurants notiert, aber die Einheimischen werden es schon wissen. Und so fahren wir einige Kilometer bis wir quasi vor einem Safaritor stehen. Das hier ist nämlich eigentlich ein Kruger in klein. In der gesamten Gegend gibt es sehr viele dieser privaten Lodges. Diese halten einige wenige Tiere, die sie allerdings verfolgen. Dadurch sind die Touren immer von Erfolg gekrönt. Mit Natur hat das aber wenig zu tun. Es ist eher ein gigantisch großer Zoo.

Wir gehen in das Restaurant wo wir erstmal verwirrt angesehen werden, als wir unseren Namen sagen. Erst als wir meinen, dass wir vom „Oudtshoorn Guest House“ kommen sagt er auf einmal „oh of course“ und gibt uns den allerbesten Tisch auf der Terrasse! Wir sind kurzzeitig etwas baff, nehmen aber das Angebot an. Wieso? Nunja es ist nicht irgendeine Terrasse. Nein, diese liegt direkt vor einem kleinen See in dem sich gerade zwei (!) Flusspferde um den besten Platz streiten. Ist ja so klein der See 😀

Gut, dass ich das große 600mm Objektiv im Auto habe und es nur kurz holen muss. Damit kann ja nun wirklich keiner rechnen. Ich war einfach zu faul es aus der Tasche zu nehmen 😉

Und mit dieser Superlative geht es auch beim Essen weiter. Natürlich bestellen wir hier Straußenfilet, jeder mit einer anderern Beilage.

 

Die Perfektion dieses Steak lässt uns einfach nur dahin schmelzen. Aber ok das hat auch seinen Preis. Ich glaube wir mussten gleich mal 15€ hinlegen 😀 Und das bei einem einwandfreien Service. Alles sofort serviert, unglaublich freundlich und total bemüht.
Bei diesem Hauptgang kann man doch nicht auf eine Nachspeise verzichten? Und immerhin wollen wir hier sitzen bleiben bis es stockdunkel und die Aussicht nicht mehr vorhanden ist 😉 Also gibt es noch Eis und Schokokuchen.

 

Vielleicht ist die Erinnerung besser als es war, aber dieser Abend kommt einem perfekten Essen schon sehr nahe 🙂

Zurück im Hotel

Zurück im Hotel bleibt uns eigentlich nicht mehr viel zu machen. Wir packen unsere Sachen aus und machen uns bettfertig. Das Hotelzimmer ist sehr groß und gut ausgestattet. Das Badezimmer ist beinahe schon zu groß 🙂

Alles in Allem vergeben wir hier auch wieder 7,5 von 10 Punkten. Abzüge gibt es vor allem, weil die Lage nicht die beste ist (in der direkten Umgebung gibt es quasi nichts 😉 ). Außerdem ist es halt ein B&B. Man kann hier schlafen, aber es gab nichts was uns total umgeworfen hätte. Und wie gesagt, wir müssen uns Luft nach oben lassen 😉 Mit 62€ pro Nacht ist es aber nicht nur die günstigste Unterkunft dieser Reise, sondern definitiv auch der Preis-Leistungssieger. Wir können das „Oudtshoorn Guest House“ also absolut weiterempfehlen.