Am heutigen ersten richtigen Urlaubstag werden wir viel Grün sehen. Das klingt erst einmal sehr ungewöhnlich, befinden wir uns doch mitten in Südafrika. Und auch den Leuten denen wir von unserer bevorstehenden Reise erzählt haben, waren der Meinung wir werden zwei Wochen nur Sand und Steine sehen. Aber weit gefehlt, denn Südafrika ist so divers, dass man innerhalb von Minuten zwischen grüner Landschaft und Wüste wechseln kann.
Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Panorama Route und des Blyde River Canyon. Beide befinden sich so hoch oben in den Bergen, dass es häufig Niederschläge gibt. Und wo es viel regnet, wächst auch viel 😉

Aber alles der Reihe nach. Wir haben die Nacht tatsächlich gut geschlafen. Wer den gestrigen Tag gelesen hat weiß, dass die Angst von kleinen Insekten gefressen zu werden durchaus berechtigt war 😉 Tatsächlich haben wir aber beide durch geschlafen. Was auch immer in diesem Zimmer gelebt und gekrabbelt ist, wir waren davon unbeeindruckt – ja geradezu heldenhaft.

Einzig der Schock direkt nach dem Aufstehen in zwei Katzenaugen zu blicken lies uns sofort hellwach werden. Offenbar hat die Hauskatze unseren Wintergarten als Schlafplatz genutzt. Und allen Beteiligten war nicht klar, das nebenan noch jemand ist. Genauso verwundert wie wir zog sie schnell davon.

Wir wollten eigentlich bei Harrys Pancakes frühstücken, aber unsere Gastgeber haben uns davon abgeraten. Entgegen dem Namen gibt es dort angeblich erst ab Mittag wirklich Pancakes und auch sonst soll es nicht so toll sein. Wir sollen lieber in ein anderes Lokal im Dorf gehen. Leider sah das besser aus als es war. Vermutlich kennt man sich und es wird deswegen empfohlen.

Frühstück ist auch die große Veränderung in diesem Urlaub. Haben wir doch in den bisherigen Urlauben eher unterwegs im Auto schnell gegessen, muss es diesmal deftig sein. Nur so verträgt man laut Arzt die Malariatabletten ohne Probleme. Und damit hatte er definitiv Recht. Katrin nahm diese vorbeugend und hat kein bisschen davon gemerkt. Abgesehen davon spart man sich bei einem südafrikanischen Frühstück dann locker das Mittagessen und auch gegen Abend hin ist man nur wenig hungrig 😀
Dieses Frühstück ist in Südafrika übrigens immer gleich. Es gibt Ei mit Speck, Tomate, Pilzen und dazu Toast mit Marmelade. Dazu trinkt man Kaffee, der durchgehend immer gut war. Davon wird nur sehr selten leicht abgewichen.

Bevor es aber wirklich los geht, müssen wir noch unsere Vorräte aufstocken. Dazu geht es in den lokalen Spar Supermarkt. Einige Österreicher werden nun verwundert schauen, und ja es ist exakt diese Supermarktkette die in Österreich so groß vertreten ist.

Fun Fact: Was viele nicht wissen ist, dass dieser Verbund, bzw. die Idee dazu aus den Niederlanden kommt. Und damit ist die Verbindung zu Südafrika klar, da das Land ja von den Niederländern besiedelt wurde. Spar wurde eigentlich als „De Spar“ gegründet, was die Abkürzung für (übersetzt) „Durch einträchtiges Zusammenarbeiten profitieren alle regelmäßig“ ist. „De Spar“ bedeutet außerdem „Tanne“, wodurch das Logo zustande kam. Und weiter noch: im deutsprachigen Raum stammt daher der Name der Fleischeigenmarke „Tann“. Spar Österreich ist mit Abstand die größte Spar Gesellschaft der Welt.

Also insgesamt ist es für einen Österreicher sehr lustig hier einkaufen zu gehen. Es wirkt alles sehr wie zuhause, da offenbar viel Technologie von hier kommt. Selbst die LKWs werden importiert und sind als einzige hier von MAN. Wie zuhause also 🙂

Nur die Produkte sind freilich komplett anders und natürlich auf die lokalen Gegebenheiten angepasst. Da Südafrika aber sehr europäisch ist, gibt es hier auch keine großen Überraschungen. Alle großen europäischen Marken und Produkte sind hier vertreten und kosten ähnlich viel, was natürlich für Südafrika teuer ist. Schon fast gelangweilt gehen wir durch die Gänge und nehmen nicht sehr viel mehr als Wasser und Kekse mit 😉

   

Ein Canyon mit Löchern – die Bourke’s Luck Potholes

Unser erster Stopp heute heißt Bourke’s Luck Potholes und macht seinem Name alle Ehre. Bis dorthin sind es einige Kilometer Fahrtstrecke die gesäumt von Schlaglöchern und Kühen auf der Straße ist. Kühen? Ja richtig gehört, alle paar Kilometer steht mal eine Kuh mitten auf der Straße. Aufmerksames Fahren ist hier also unbedingt notwendig, denn liegen bleiben will man hier mitten im Nirgendwo sicherlich nicht. Trotz der hohen Lage, ist es hier überraschend trocken geworden. Die Dürre macht auch vor diesem Landstrich nicht halt.

Gestern haben wir ganz vergessen euch zu zeigen mit welchem Auto wir die nächste Woche unterwegs sein werden. Es handelt sich um einen Kia Sportage, der sich sehr gut geschlagen hat. Das Auto ist zwar weder neu, noch sauber und auch die ein oder andere Delle musste er schon einstecken, aber insgesamt sind wir sehr zufrieden gewesen. Die erhöhte Sitzposition in einem SUV ist für Safaris optimal, sodass wir ein solches Auto nur jedem empfehlen können. Die Preise der Mietwagen bewegen sich auf dem Niveau der USA, also sehr günstig.

Während wir auf der Fahrt kaum andere Autos gesehen haben, ist dies beim Parkplatz dann anders. Anhand unserer bisherigen Erfahrungen hier im Land, dachten wir eigentlich, dass der Canyon eher einsam und verlassen sein wird. Das uns hier aber ein gigantischer Parkplatz mit Besucherzentrum, Toilettenanlagen, Busparkplätzen und natürlich Souvenirständen erwartet, hätten wir uns nicht gedacht. Allerdings zahlt man dafür auch einen, für Südafrika, hohen Eintrittspreis von ca. 3,50€ pro Person.

Wir sind allerdings so zeitig hier, dass sich die Verkäufer noch langweilen, die Musikgruppen im Rasen sitzen und wir den halben Parkplatz für uns alleine haben. Wir haben daher Glück und auch die kleinen Grünmeerkatzen (eher bekannt unter Vervet Monkeys) sitzen noch verspielt in den Bäumen herum. Diese Affen findet man hier überall im Osten des Landes. Wir fanden sie bei weitem niedlicher als Paviane, aber auch diese sind nicht zu unterschätzen. Wenn die kleinen weißen Affen etwas fressbares sehen, werden sie es sich in windeseile schnappen. Vorsicht ist also bei jeder Affenart geboten!

Nun gehen wir aber die 500 Meter über Brücken und angelegte Wege zum Canyon. Und obwohl kaum Autos auf dem Parkplatz waren, wimmelt es hier nur so vor Touristen. Gruppenweise, grölend, schaufend ob der Anstrengung (?) und natürlich fast alle mit Selfiesticks und Flipflops bewaffnet, bahnen sie sich ihren Weg entlang des Asphalts. Wie man aus dem letzten Satz heraus hört, sind wir von diesem Ort erst einmal nicht sonderlich begeistert. Auch wenn die Potholes, die durch Wasserwirbel in den Fels gefräst wurden, schon beeindruckend wirken.

Wir versuchen den Massen zu entfliehen und gehen immer weiter hinein in das Gebiet.

Dort sind zwar nicht weniger Menschen, aber dafür gilt es hier auf die Details zu achten. Viele kleine Insekten und Fische nutzen den Fluss als willkommenen Lebensraum. In ruhigen Seitenarmen leben sogar kleine Zwergbarsche, die man aber nur schlecht fotografieren kann.

*Quark* … Sonnenbaden mit dem Hintern im Wasser. Optimal 😉

Der immergrüne Blyde River Canyon

Es werden immer mehr Ladungen Asiaten aus den Bussen geworfen, immer mehr Gruppen von Teenagern tanzen vermeidlich traditionelle Tänze und die Verkäufer sind mittlerweile zur Höchstform aufgelaufen. Alles für sich alleine schon Gründe zu flüchten und so fahren wir weiter den Berg hinauf. Ganz oben angekommen gibt es dann diverse Aussichtspunkte auf den Blyde River Canyon hinab. Wir bleiben sowohl beim „Lowveld View“, als auch bei den „Three Rondavels“ stehen, wobei beim ersten kein Eintritt verlangt wird. Überraschend ist, dass wir hier trotzdem fast alleine sind und so genießen wir die Natur und den Ausblick.

Beim zweiten Viewpoint sind dann wesentlich mehr Leute, aber man kann sich so frei bewegen, dass es sich etwas verläuft. Einige Einheimische versuchen hier ein bisschen Geld zu verdienen indem sie Fotos von Touristen machen. Wir verzichten darauf und machen selbst welche:

Insgesamt erinnert uns hier alles sehr stark an die Canyons in den USA. Der Blyde River Canyon ist eines der größten Naturwunder Afrikas, aber um ehrlich zu sein kann es dieser nicht wirklich mit seinen großen Brüdern aufnehmen. Normalerweise umringt von sattem Grün, ist eigentlich nur die gewaltige Felsnadel in der Mitte des Canyons beeindruckend anzusehen. Als Vergleich: der Blyde River Canyon ist 26 Kilometer lang und bis zu 800 Meter tief, während der Grand Canyon in den USA 450 Kilometer lang und 1800 Meter tief ist. Die Dimensionen sind also schon ganz andere 🙂
Wäre die Anfahrt nicht so weit, würde wir den Blyde River Canyon uneingeschränkt empfehlen. Wer die Zeit hat, sollte also unbedingt vorbei schauen.

Erinnerungen an Island

Was hat Island mit Südafrika zu tun? Beide Länder haben Wasserfälle 😉 Und zu diesen fahren wir nun auch den gesamten Weg zurück. Fast schon wieder bei unserem Guesthouse angekommen biegen wir zu den „Berlin Falls“ ab. Nach einem völlig überhöhten Eintrittspreis (ich glaube es waren 2-3 Euro pro Person), dürfen wir genau an einer Stelle in die Schlucht schauen. Trotz gut geplantem Sonnenstand ist das Bild wenig beeindruckend. Die Dürre wirkt sich hier leider sehr negativ aus und wir hoffen, dass es hier bald wieder ordentlich regnet.

Kurz danach befinden sich die „Lisbon Falls“. Und nein wir wissen leider nicht wieso diese die Namen von zwei europäischen Hauptstädten haben 🙂 Auch hier darf man nach Abgabe einiger Scheine in die Tiefe blicken. Da man näher dran ist, wirkt dieser Wasserfall schon beeindruckender.

Kleine Werbeeinschaltung zwischendurch 🙂 Mit dabei ist wieder mein Stativ von Rollei*, das für mich immer noch eines der besten Reisestative ist. Das weiche Wasser bekommt man hin, indem man eine Langzeitbelichtung macht. Diese ist aber bei Tageslicht nur möglich, wenn man einen Graufilter verwendet. Das ist nichts anderes als eine Sonnenbrille für die Kamera und gibt es sowohl zum Aufschrauben*, als auch zum Stecken*.

Viewpoints im Abendlicht

Mittlerweile ist es kurz vor 17 Uhr und eine seltsame Eigenheit in allen Ländern der letzten Jahre war, dass die Viewpoints vor dem Sonnenuntergang zu machen. Wenn man diese schon hermetisch abriegelt, dann sollten sie zumindest bis zur Dunkelheit offen haben. Völlig unverständlich wieso man das beste Licht hier nicht nutzen kann. Schnell zahlen wir noch den Eintritt beim „Pinnacle Rock Viewpoint“ und finden uns damit ab, heute sonst nichts mehr zu sehen. Daher können wir hier noch ein paar Minuten herum wandern und die Stille genießen. Die restlichen Touristen sind längst wieder im Hotel und so haben wir die gesamte Natur für uns alleine. Ein wunderbarer Ort von dem aus man bei klarer Sicht bis zum Kruger National Park sehen kann. Nein, heute definitiv nicht 😉

Wir probieren unser Glück und fahren weiter. Beim „Gods Window“ sind die Tore tatsächlich noch geöffnet, aber im Hintergrund sehen wir – nichts. So geht es nämlich den meisten Touristen. Auf Grund der Lage ist diese Felskante sehr oft in Wolken gehüllt. So wie auch heute. Daher fahren wir weiter zum einzigen kostenlosen Aussichtspunkt – dem „Wonder View“.

Völlig alleine wollen wir dort unser Glück versuchen. Doch als ich (Gerald) aussteigen will, werde ich wieder einmal von einem Vogel attackiert. Das ist mir bereits in Island zwei Mal passiert. Mit diesen Tieren ist wirklich nicht zu scherzen. Dieser hier macht sogar vor unserem Auto nicht halt und versucht sich seinen Weg übers Dach zu picken.

Wir haben Respekt vor so viel Mut und treten ebenfalls den Heimweg an 😉

Traumhaftes Abendessen

Zum Abendessen gehen wir in das „Garden Shed Restaurant„, wo wieder ein Tisch für uns reserviert wurde. Dieses Restaurant hatten wir eigentlich nicht am Plan, aber wir schauen mal vorbei. Schon bei der Ankunft am Parkplatz sind wir begeistert. Es handelt sich wieder um ein normales Haus, das zu einem Restaurant umgebaut wurde. Im Hof gibt es ein großes Lagerfeuer und auf einem gigantischen Grill werden so ziemlich alle Speisen zubereitet.

Leider stammt das einzige brauchbare Licht von Kerzen, was die Stimmung genial macht. Bilder werden dadurch aber völlig unbrauchbar 🙂 Für uns gab es diesmal Hühner- und Straußensteak.

Danach geht es für uns ins Bett, das diesmal insektenfrei ist. Zumindest reden wir uns das ganz fest ein. Morgen wollen wir nämlich schon um 5 Uhr morgens weg fahren (nicht erst aufstehen!) und brauchen daher noch einiges an Schlaf. Wieso es so zeitig los geht und ob dies wirklich die richtige Entscheidung war, werdet ihr morgen lesen 🙂

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