Willkommen zum ersten Beitrag einer Reise in frühlingshafte Afrika, wo uns unglaubliche Erfahrungen, viele Tiere (süße und eher stinkende) und eine tolle Landschaft und Leute erwarten.
Den Entschluss nach Südafrika zu fliegen fassten wir ja eigentlich schon vor vielen Jahren, als eine Bekannte dort Urlaub gemacht hat. Die Bilder von damals haben uns so beeindruckt, dass wir das Land ebenfalls auf unsere To-Do Liste gesetzt haben.

Allerdings ist die Reisezeit für einen Europäer eher suboptimal. Die Jahreszeiten sind in Südafrika nämlich genau entgegen gesetzt. Das heißt, wenn bei uns Sommer ist, ist dort Winter usw. Optimal für Bekleidungsgeschäfte. So lässt sich die Ware doppelt absetzen 😉 Abgesehen davon unterscheidet sich das Wetter im Osten und Westen des Landes massiv. Es ist also gar nicht einmal so einfach einen geeigneten Reisezeitpunkt zu finden.
Die Urlaubshochsaison ist ganz klar im südafrikanischen Sommer, also um den Jahreswechsel herum. Da wir den Regenfällen und hohen Temperaturen ausweichen wollten entschieden wir uns dazu Ende Oktober zu fliegen. Es brauchte dann einige Jahre bis der richtige Zeitpunkt gekommen war, auch wenn dieser direkt 3 Monate nach Island lag.

Das Buchen der Reise war kein sonderliches Problem. Wie überall sonst auch auf der Welt finden sich alle Unterkünfte im Internet. Auch Mietwagenanbieter sind hier mit alle großen Marken vertreten und können ganz bequem wie üblich gebucht werden. Diesmal haben wir wieder über www.billiger-mietwagen.de (keine bezahlte Werbung) gebucht, in der Hoffnung der Preis würde noch fallen und wir können kostenlos stornieren. Leider – diesmal kein zocken mit dem Preis. Dieser blieb bis wenige Tage vorher recht stabil.

Ein bisschen tricky wurde es mit den Flügen. Unser Plan war es von Wien nach Johannesburg zu fliegen, mit einem Inlandsflug eine Woche später weiter nach Port Elizabeth und dann von Kapstadt wieder nach Wien zurück. Die Austrian Airlines bietet aber nur eine Direktverbindung zwischen Wien und Kapstadt an. Daher mussten wir nach Johannesburg über Frankfurt mit der Lufthansa fliegen.

Bevor es los geht, hoffe ich, dass sich jeder über die Fakten auf unserer Südafrika Startseite informiert hat. Niemand fliegt mir hier mit ohne die Eckpunkte von Südafrika zu kennen. Und wer weiß – vielleicht verschafft euch das mal den Hauptgewinn in einer Quizshow 😉

Die Reise beginnt

Der Flug nach Johannesburg hebt erst spät am Abend von Frankfurt ab und so haben wir eigentlich noch den ganzen Tag Zeit. Wir haben uns dazu entschieden, diesen Tag auch noch Urlaub zu nehmen. Und so verbringen wir den Tag damit Koffer zu packen. Ach … Moment. Ich habe vergessen, dass die Reisevorbereitungen ja diesmal vieeeel früher begannen.

Im Gegensatz zu sonstigen Reiseländern mussten wir uns diesmal nämlich nach Krankheiten informieren. Dazu machten wir uns bereits im Sommer einen Termin bei einem Tropenmediziner aus. Unsere Sorge war aber eher unbegründet. Hepatitis A+B sollte schon sein und über Malaria muss man sich, zumindest im Kruger, auch Gedanken machen. Wenn man mit Tieren arbeitet, dann ist eine Tollwutimpfung auch Pflicht. Da wir aber nicht vor haben unseren Urlaub auf einer südafrikanischen Ranch zu verdienen, verzichten wir darauf. Somit gibt es ein paar Spritzen für uns, die aber sowieso auch hier sinnvoll sind.

Gegen Malaria gibt es leider bis heute keinen vorbeugenden Schutz, außer natürlich nicht gestochen zu werden. Wer diesen erfindet, kann damit Millionen Menschenleben retten und nebenbei ein Vermögen machen. Also ran an die Arbeit 😉
Bis dahin hilft nur Vorbereitung. Und so imprägnieren wir unsere Kleidung am Tag vor dem Abflug mit Mückenabwehrspray. Wie gesund das ist wissen wir nicht, aber dem Geruch nach zu urteilen nicht sehr 😉

Am Nachmittag holt uns ein Airport Driver ab und wir revidieren unsere Meinung von diesem Dienst. Während wir im Frühling bei unserer Rom Reise noch sehr begeistert waren sitzen wir nun bei einem stummen Fahrer, das Auto verdreckt und die Frontscheibe ziert ein gewaltiger Sprung von unten nach oben.

Aber immerhin kommen wir ohne Probleme beim Flughafen Wien an. Schon fast routiniert drucken wir uns die Boardkarten und Gepäck-Tags aus und geben unseren Koffer am unbemannten Schalter ab. Das alles dauerte alles in allem vielleicht 15 Minuten. So schnell sind wir auf keinem anderen Flughafen der Welt. Allerdings lässt man diese Zeit nach dem Urlaub wieder liegen wenn man auf den Koffer wartet. Aber dazu in 17 Tagen mehr 😉

Ab durch die Sicherheitskontrolle, die unserer Meinung nach immer lascher wird. Weder wollen die Sicherheitskräfte alle elektronischen Geräte sehen, noch gibt es nähere Untersuchungen. Uns soll es recht sein, denn auch hier sind wir nach 5 Minuten durch.
Und dann beginnt das Warten auf den Flug. Da wir, wie immer, viel zu früh sind, machen wir es uns an irgendeinem leeren Gate gemütlich, schreiben Nachrichten, surfen, bloggen und so weiter. Es entstehen dann so unfassbar tolle Meisterwerke wie dieses hier, das wohl für alle Zeit in die Geschichte der Fotografie eingehen wird 😉

Und gleich noch eines hinterher – puh war uns langweilig. Übrigens schauen uns im Hintergrund der Kamera hundert Leute an. Etwas seltsam ja.

Dann werden wir auch schon in das Flugzeug Richtung Frankfurt gepfercht. Wie üblich ist hier gefühlt jeder Platz doppelt belegt. Wieso man auf dieser sehr teuren Strecke nicht mit größeren Maschinen fliegt werden wir wohl nie erfahren. Trotzdem lassen wir der Kreativität natürlich ihren Lauf und so schieße ich gleich das nächste Meisterwerk – na der Urlaub kann ja was werden 😉

(Nein das ist keine bezahlte Werbung der Lufthansa oder des Flughafen Wien – aber wenn es jemand von dort liest wir sind für Gespräche offen)

Der Flug ist aber dann so aufregend wie eine Busfahrt und ähnlich schnell vorbei wie eine Fahrt mit jenem in einer Innenstadt – nach 1,5 Stunden landen wir bereits 🙂

Wir vertreiben uns die gut 4-stündige Wartezeit mit Brezen essen (es ist ja noch Oktoberfeststimmung) und wieder bloggen, lesen, schreiben, surfen, … ach ihr wisst schon.
Das Wetter hier meint es mit unseren deutschen Nachbarn nicht wirklich gut. Während bei uns in Wien ein traumhafter Herbsttag verabschiedet hat ist hier alles grau in grau und es regnet.

Uns kann es egal sein, denn wir fliegen mit dieser Boing 747, in schlanken 11 Stunden in den Sommer!

22:05 Uhr – nein nicht Schlafenszeit sondern Boardingtime.

Nachdem so gut wie jeder offenbar Business oder Firstclass fliegt und noch zusätzlich scheinbar jeder mit einer REWE oder beliebigen Tankstellenkarte vor uns einsteigen darf, sind wir so gut wie die Letzten. Und das obwohl wir ganz vorne stehen. Irgendwas wissen wir scheinbar nicht.

Schock vor dem Start

Wir nehmen also unseren Platz ein und treffen die üblichen Vorbereitungen vor dem Start. Ja, nicht nur die Piloten haben eine Checkliste 😉 Achja, auch dieser Flieger ist bis auf den letzten Sitz ausgebucht. Alle Sitze? Nein, alle bis auf einer – und das erfahren wir so:

Kurz vor dem Start, als bereits alle ihre Plätze eingenommen haben kommt eine Abordnung von Flugbegleitern zu unserer Reihe. Die leitende Flugbegleiterin, flankiert von zwei ihrer Kolleginnen, baut sich neben uns auf, starrt mich (Gerald) eindringlich an bevor sie fragt:

„Herr Heinisch?“
„Erm, ja?“
„Hat man mit ihnen am Checkin Schalter gesprochen?“
… Langsam rutscht mir das Herz in die Hose …
„Nein, wieso?“
„Ach neeeeeeeeeee. Das ist aber jetzt blöd. Neeee also die hätten schon mit ihnen reden sollen. Was machen wir denn nun?“
… Panik macht sich breit. Werde ich nicht fliegen können? Ist unser Koffer irgendwo über Wien verstreut worden? Wurde Österreich aufgelöst und unsere Pässe sind ungültig? Und wieso schauen mich nun alle um uns herum an? Kann ich schnell durchs Fenster flüchten? Ist doch nur aus Kunststoff oder? …
„Was ist denn leicht?“
„Also es tut uns so schrecklich leider aber … aber … naja ihr Sitz …“
„Was ist mit meinem Sitz?“
… langsam suche ich die versteckte Kamera …
„Na der geht nicht nach hinten.“
„Na geh, echt jetzt?“
… Ich dachte ich werde gleich von einer Spezialeinheit zu Boden gedrückt, mit Kabelbindern fixiert und aus dem Flugzeug geworfen. Aber he, der Sitz geht nicht nach hinten! …
„Ja ich weiß das ist schrecklich. Und ich habe leider nur noch einen anderen Platz. Aber ich glaube sie wollen bei ihrer Frau bleiben?“
„Das wäre schon irgendwie toll, sind ja doch 11 Stunden.“ (Anm. der Redaktion: es wäre ein Sitz in der Economy gewesen. Laut stiller Vereinbarung zwischen uns dürfte derjenige der einen Sitz in der Business bekommt wortlos und freudig springend dorthin übersiedeln.)
„Na gut. Dann wissen wir jetzt aber nicht was wir tun sollen“
… immer noch starren mich drei Flugbegleiterinnen und gefühlte 2.000 Fluggäste an …
„Vielleicht probiere ich ihn einfach mal?“ – „Ha na bitte, geht doch.“
… Die drei Damen schauen völlig verblüfft. Gratulieren mir zu dieser Leistung wie wenn ich gerade die Olympiade gewonnen hätte und ziehen ab …

Dieses verrückte Erlebnis wird nur getoppt davon, dass sich während dem Flug noch zweimal dafür entschuldigt wurde und wir sogar zwei Gläser Champagner bekommen haben. Wofür? Keine Ahnung. Ein Gutes hat es aber: ich war nun hellwach 😉

Der Flug selbst war nicht berauschend. Der Service der Lufthansa ist um Welten schlechter als jener der Austrian Airlines. Die Sitzreihen sind deutlich schmäler und das Klientel ist irgendwie immer seltsam. Außerdem ist das Entertainment nicht einmal vergleichbar mit der österreichischen Tochter. Aber egal. Wir haben die meiste Zeit geschlafen, nur unterbrochen vom Essen und einem Film.

Ankunft in Afrika

Echt? Immer noch beim Lesen? Respekt wer es bis hierhin geschafft hat. Und nein – es kommen heute keine Tierbilder mehr. Hätte ich das anfangs erwähnen sollen? Sorry 🙂

Jedenfalls kommen wir pünktlich in Afrika an und sind erst einmal völlig unbeeindruckt. Also nicht im negativen Sinne, sondern hier sieht alles aus wie in Europa. Sogar die typischen Hersteller von Rolltreppen, Aufzügen, Sicherheitsequipment, etc. aus Europa sind vertreten.

Und dann sind wir doch sprachlos, denn wir stoßen auf eine gigantisch lange Schlange die sich offenbar gebildet hat, weil man ja einen Einreisestempel benötigt. Nun sind wir einiges an Leid aus den USA und Großbritannien gewohnt, aber das hier schlägt alles. Weit über einer Stunde müssen wir anstehen um dann – ja – einfach nur einen Stempel im Pass zu bekommen. Keine Fragen, keine Kontrolle, nichts!
Aus der Zukunft gesprochen, haben wir damals unsere erste Begegnung mit der afrikanischen Effizienz gehabt. Alles relaxed und komplett entspannt. Und trotzdem läuft es irgendwie 😉

Nächster Punkt: Bargeld.
Wir gehen zum nächstbesten ATM und heben ganz einfach von unserer Kreditkarte Bargeld ab. Natürlich kommt dies in möglichst großen Scheinen heraus. Die helfen uns aber nichts, denn das Geld wird hauptsächlich für Trinkgeld sein (wir werden darüber noch oft berichten). Also machen wir es allen Deutschen nach die direkt nebenan an der Wechselstube das Geld in kleinere Scheine wechseln. Und wieder aus der Zukunft gesprochen: hier machen wir dann gleich Erfahrung mit der afrikanischen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Während man in Österreich vermutlich Schimpfwörter ernten würde, wird hier einfach das Geld gewechselt und einen schönen Tag gewunschen. Top.

Im übrigen ist die Währung hier südafrikanische Rand. Zu unserem Urlaub entsprach 1 Euro in etwa 16-17 Rand. Die Währung schwankt extrem und deswegen sollte man sie auf keinen Fall im Heimatland tauschen lassen. Dann zahlt man nämlich eine Art Zuschlag wegen den starken Kursschwankungen.
Wirklich brauchen tut man Bargeld hier aber nicht. Wie schon öfters erwähnt: bitte denkt als Österreicher/Deutscher daran, dass wir zu den absoluten Schlusslichtern im bargeldlosen Verkehr gehören. In jedem Land der Welt versucht man von Bargeld los zu kommen – nur bei uns nicht.

So als nächstes noch schnell eine SIM Karte kaufen, gleich mal ins heimische Internet (Eilmeldung: ist das selbe wie überall auf der Welt 😉 ) eingeloggt und ab zur Autovermietung.

Ich hoffe es hat sich nun keiner erschreckt weil zwischen dem gewaltigen Textfluss mal ein Bild kommt. Ist das letzte. Versprochen 😛

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir endlich dran und dann geht es schnell. 17 Stempel, 22 Unterschriften und gefühlte 54 Mal völlig planloses herumlaufen später bekommen wir einen Schlüssel.
Nach unserer Erfahrung in Island bestehe ich natürlich drauf, dass unser Mietwagen einen Ersatzreifen hat. Daraufhin schaut mich der Mitarbeiter völlig entgeistert an und meint, dass dieser selbstverständlich einen Ersatzreifen hat. Wie soll das denn sonst gehen?
Gut, wir mussten dann feststellen, dass hier absolut jedes Auto einen Ersatzreifen hat, obwohl die Straßen in einem weitaus besserem Zustand sind als jene in Island.

Wir finden das Auto schnell und ein Mitarbeiter geht mit uns herum und dokumentiert jeden Schaden. Absolut großartig wie das hier gehandhabt wird. Die ersten Meter im Linksverkehr sind natürlich der Horror und wir verfahren uns gleich einmal massiv. Aber das passiert laut Erzählungen jedem hier in Johannesburg. Nach ein paar Minuten sind wir aber bereits auf der richtigen Straße und ich (Gerald) habe nun mehrere Stunden Fahrt Zeit mich an den Linksverkehr zu gewöhnen 🙂

Boom. Und auf einmal ist der Blogbeitrag vorbei.
Gemein oder? Ja, aber ich musste doch einen vernünftigen Schnitt finden? Ich schwöre, dass es mir leid tut, aber so seid ihr wenigstens beim nächsten Mal auch dabei :p Also, nur wenn ihr erfahren wollt wie lange es dauert bis wir uns einen Seitenspiegel abfahren. Oder uns ein Nashorn von der Straße räumt. Leben die Tiere hier eigentlich überall oder nur in den Parks? Fragen über Fragen und sie alle werden wir in den nächsten Wochen klären.

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