Wir haben die Nacht im Satara Rest Camp, trotz kleinem Krabbelgetier gut überstanden und sind bereit für einen neuen Safaritag. Wobei, bereit ist untertrieben. Denn nach dem gestrigen Tag sind wir richtig aufgeregt und voller Vorfreude. Und das obwohl wir mitten in der Nacht aufstehen müssen. Denn bereits um 5:30 in der Früh öffnet das Gate vom Camp und wir wollen als erstes draußen sein. So hat man die Chance die Tiere zu sehen die sich in den Morgenstunden auf den warmen Straßen aufwärmen. Nachdem das erste Auto durchgefahren ist, sind die Tiere natürlicherweise auch weg 😉

Jetzt in der Früh sieht man auch endlich die Umgebung von unserem Bungalow. Gestern sind wir ja in der Dunkelheit angekommen. Die Lage ist schon genial, auch wenn es hier wie zum Beispiel bei Lower Sabie keinen Fluss gibt. Ein kleines, künstlich angelegtes Wasserloch gibt es zwar (sogar mit Webcam und Beleuchtung), aber dieses ist nicht von den Bungalows aus zu sehen. Trotzdem ziehen deswegen immer wieder Tiere am Zaun vorbei.

Und auch unsere Hütte sieht wirklich nett aus. Bitte verzeiht die schlechte Qualität aber es war quasi stockdunkel und die große Kamera war bereits eingepackt. Ich habe möglicherweise etwas zu viel Stress verbreitet 🙂

Der Zaun ist gegen Elefanten elektrisch und sollte daher eher nicht berührt werden 😉 Er ist der einzige Schutz der zwischen dem Menschen und der Tierwelt steht. Wir kennen aber Berichte, dass dieser nicht ganz so undurchdringlich ist wie er aussieht 🙂

Aufbruch in einen neuen Tag

Da stehen wir nun also kurz nach 5 Uhr Früh als viertes Auto vor dem Gate und warten darauf, dass sich die Tore öffnen.

Da die Sonne aber leider bereits jetzt aufgeht, wird uns ein Stück des Tages genommen. Blöd, denn nur wenige Tage später (sobald November ist), öffnen die Tore bereits vor Sonnenaufgang. Dafür können wir diesen in Ruhe und außerhalb des Autos genießen. Ich wollte doch ein Bild der großen afrikanischen Sonne (so ein Quatsch – es ist immer die selbe 😉 ) machen. Hier ist es – boarh ist das kitschig 😀

Durch Zufall erkenne ich in dem zweiten Auto Silke. Sie ist Admin einer Facebookgruppe über den Kruger Nationalpark, in der ich mich viel über unsere Reise informiert habe. Genau genommen hat sogar sie persönlich uns viele Empfehlungen im Vorfeld gegeben (Danke 😉 ). Sie ist schon seit einigen Tagen hier im Kruger und wir beobachten ihre Erfolge laufend im Facebook.
Ich stelle mich und Katrin vor und wir plaudern einige Minuten. Sie erklärt uns ihren heutigen Plan und wir beschließen, dass wir uns für die ersten Meter an sie dran hängen – eine richtige Entscheidung wie ihr gleich sehen werdet 😉

Die Tore öffnen sich

Pünktlich um 5:30 werden die Tore geöffnet und die Autos starten los als gäbe es kein morgen. Vom Satara Rest Camp gibt es quasi drei Abzweigungen die man nehmen kann. Und genau so teilen sich die drei Fahrzeuge vor uns auch auf – jeder fährt in eine andere Richtung. Wir als viertes Auto müssen also quasi einem nach und das ist, wie bereits erwähnt das Auto von Silke und ihrem Mann 🙂

Nach wenigen Metern liegen dann bereits die ersten Hyänen auf der Straße, die Silke eher links liegen lässt. Nachher wurde uns erklärt, dass diese quasi immer hier sind weil ihr Bau direkt neben bzw. unterhalb der Straße ist. Für Veteranen also keine große Aufregung. Trotzdem sind die Tiere faszinierend (zumindest solange sie keine dieser quietschenden Laute von sich geben), wenn auch etwas seltsam. Vor allem die Jungtiere spielen ab und zu sehr herzig herum.

Aber so unbeliebt wie die Tiere sind, so interessant sind sie auch.

Einige Funfacts über Hyänen:
Ihr seltsamer Körperbau kommt daher, dass ihre Vorderbeine viel zu lang sind. Dadurch können sie aber Beutetiere schnell und effizient weg ziehen und haben damit einen Vorteil gegenüber anderen Raubtieren.
Außerdem sind Hyänen nützlich. Zwar sind nicht alle von ihnen ausschließlich Aasfresser, aber einen Kadaver würden sie alle nicht liegen lassen. Sie vermeiden dadurch die Ausbreitung von Krankheiten. Ihr Magen ähnelt im übrigen sehr dem des Menschen, weshalb davon ausgegangen wird, dass auch Menschen früher einmal Aas gefressen haben, bevor sie aktiv auf die Jagd gingen.
Auf die Größe bezogen haben Hyänen außerdem das stärkste Gebiss aller Säugetiere, was es ihnen ermöglicht sogar das Knochenmark in den Knochen zu verwerten. Ihre Ausscheidungen sehen dadurch fast aus wie versteinert 😉

So bevor mir alle einschlafen, erkläre ich den Bildungsauftrag für erfüllt.
Nachdem immer mehr Auto nach kommen, flüchten die Tiere langsam in den Busch und zeigen uns nur noch ihr Hinterteil.

Bevor es zu voll wird, steigen wir wieder aufs Gas und holen Silkes Auto auch schnell wieder ein. Denn sie steht direkt vor einem großen Löwenrudel, dass es sich auf der Straße gemütlich gemacht hat. Nach und nach stehen die imposanten Tiere auf und machen Platz für die Autos. Wir genießen den Moment eher, denn da die Tiere genau vor uns liegen sind gute Bilder fast nicht möglich. Ich erinnere nämlich noch einmal: man darf sich nicht aus dem Auto lehnen!

Und dann kommt ein absolutes Highlight. Nur wenige Meter in der Entfernung sehen wir, dass Silke wieder stehen geblieben ist. Und diesmal haben wir wirklich unfassbares Glück. Das Löwenrudel dürfte in der Nacht ein Tier direkt neben der Straße erlegt haben. An den Resten des Tieres wird nun herum gekaut und wir dürfen Zeuge davon sein.

Wir bleiben lange stehen und genießen diesen Moment. Der Gestank des Kadavers, die Fliegen und das Knurren der Löwen kann ich euch einfach nicht beschreiben. Das muss man erlebt haben.

Das altbekannte Wasserloch

Nach kurzer Fahrt erreichen wir wieder das Wasserloch von gestern, an dem wir so viele Tiere gesehen haben. Und auch heute Früh ist es sehr gut bevölkert. Vor allem Paviane stillen ihren Durst und rennen kreuz und quer über die Straße.

Einige davon machen es sich auch in einem der wenigen grünen Bäume bequem und fressen erst einmal ein ausgiebiges Frühstück.

Aber natürlich sind auch wieder Giraffen, Antilopen und Gnus hier. Fast zu einfach für eine Safari 😉

Wir wollen schon weiter fahren, als plötzlich ein donnerndes Brüllen durch die Savanne rollt. Nicht nur wir, sondern vor allem alle Tiere am Wasserloch erschrecken sich. Und mit einem Mal sind sie alle mindestens 50 Meter weit weg. Noch etwas verwirrt von dieser Szene sehen wir aber sehr bald was der Grund für die Aufregung ist:

Eines der Weibchen, die vorhin noch gefressen hat, hat nun Durst bekommen. Um sich Platz zu verschaffen genügt ein Brüllen und alle anderen Tiere flüchten. Sofort wird einem klar wieso diese Tiere die Könige hier sind.
Kaum ist das Weibchen wieder weg, kommen alle Tiere zurück an das Wasserloch. Respekt durch Todesangst 🙂

Frühstück und Weg in die private Lodge

Wie gestern schon geplant bleiben wir bei der Tshokwane Picnic Site stehen und essen dort ein Frühstück. Leider scheinen wir hier vergessen zu haben auf den Auslöser zu drücken, denn wir haben keine Fotos davon 🙁

Hier gibt es auf einem nicht eingezäunten Gelände mehrere Gebäude die neben einem Shop und einer Toilette auch eine kleine Buschküche enthalten. Als wir uns aber ein typisch afrikanisches Frühstück bestellen wollen, vertröstet uns der Koch einen Moment. Etwas verwirrt wird uns aber gleich klar wieso. Er holt unter dem Tisch eine Steinschleuder hervor und beginnt die Paviane, die sich mittlerweile sehr nahe an die Küche getraut haben, zu beschießen. Dies dürfte doch sehr schmerzhaft sein, denn die Affen ziehen schnell ab. Wir haben aber das Gefühl, dass diese es eher als Spiel ansehen. Insgesamt für keine Seite ein gutes Verhalten.

Unser Frühstück braucht eine Weile und so beobachten wir die Umgebung. In der Ferne ziehen Elefanten durch die Steppe, was eine Gruppe Japaner sofort zum Anlass nimmt ihre Handy raus zu holen und in Richtung Campgrenze zu laufen. Was sie nicht wussten: genau auf diesen Moment haben die Paviane gewartet. In einem blitzartigen Überfall klauten sie den Touristen das gesamte Essen am Teller. Einige der Affen nahmen sogar die Teller selbst mit und werfen diese nach dem Essen wieder zurück. So lieb das auch war, aber diese Tiere sind hier wirklich eine Plage und werden leider von vielen Touristen absichtlich gefüttert. Nicht nur, dass sie das Essen schwer vertragen, verändert dies auch ihr natürliches Verhalten. Diese können dann sogar sehr aggressiv werden, wenn sie nichts zu fressen bekommen. Also bitte nirgendwo auf der Welt wilde Tiere (auch wenn sie nicht so wirken) füttern. Das schadet ihnen mehr, als es hilft!

Wir setzen unseren Weg in Richtung Kruger Gate fort, aus dem wir nachher auch aus dem Park heraus fahren werden. Dazu fahren wir wieder am Skukuza Rest Camp vorbei, machen dann aber einen kleinen Abstecher über den Lake Panic. Hier geht man über einen eingezäunten Gang zu einem Hide, von wo aus man des Seeufer beobachten kann. Trotz des Namens ist es hier sehr friedlich und wir genießen diese Ruhe einige Zeit. Die Tiere trinken nur mit größter Vorsicht aus dem See. Vermutlich verstecken sich hier gleich einige Krokodile.

Am weiteren Weg nehmen wir immer wieder kleinere Umwege über Schotterstraßen, aber etwas wirklich tolles sehen wir nicht mehr. Aber immerhin eine größere Elefantenherde kreuzt dann doch noch unseren Weg:

Und an einem Flussufer sehen wir dann noch eine große Gruppe Geier. Wir vermuten zuerst, dass hier irgendwo ein Kadaver herum liegt, können aber nichts sehen.

Somit fahren wir weiter bis zum Gate. Die „Ausreise“ ist kein wirkliches Problem. Nur kurz müssen wir den Kofferraum öffnen und werden dann durch gewunken. Wir fahren nun direkt in Richtung Norden durch größere Siedlungen. Unser Ziel ist das Newington Gate. Die Häuser hier sind sehr einfach und es stehen viele Leute auf der Straße herum. Wobei Straße kann man das bald nicht mehr nennen, denn es wurde einfach der vorhandene Sand festgefahren. Zwar scheint hier in den letzten Jahren viel investiert worden zu sein, aber stellenweise gibt es immer noch Schlaglöcher in denen selbst eine Giraffe nur noch mit den Ohren rausschauen würde 😉

Trotzdem kommen wir ohne Probleme am Newington Gate an. Dieses Tor ist einer der Eingänge in das Greater Kruger Gebiet. Im Sabi Sands Gebiet auf dem wir uns befinden, haben sich mehrere kleine private Reservate zusammen geschlossen. Diese werden gemeinsam verwaltet, aber jedes Gebiet hat seine eigenen Rechte. So dürfen zum Beispiel die Safariautos in einigen Gebieten unterwegs sein und in anderen wiederum nicht.
Zwischen den Reservaten gibt es aber seit einiger Zeit keine Zäune mehr. Somit können die Tiere nach Lust und Laune zwischen den Parkgrenzen herum wandern. Das hat natürlich Vorteile und Nachteile, wobei letztere eher für Besucher 😉

Bereits beim Gate wird es sehr lustig und der Spaß sollte auch direkt dahinter nicht enden. Da der Beitrag aber schon sehr lange ist, werde ich euch auch diesmal auf einen Teil 2 vertrösten müssen 🙂
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