Viele Programmpunkte gibt es heute nicht, aber dafür einen auf den wir uns schon seit Wochen freuen. Da uns dieser aber erst am Nachmittag erwartet, füllen wir den Vormittag mit einigen Kleinigkeiten auf.

Ein Wasserfall und eine Jobidee

Unser erster Punkt liegt recht nahe an unserem Hotel und ist nur eine kurze Frühstücksfahrt (das sind jene Fahrten wo gefahren und gegessen wird – unglaublich oder? 😉 ) entfernt. Es handelt sich um die Wailua Wasserfälle, die wir eigentlich gestern schon aus der Luft gesehen haben. Aber sind wir mal ganz ehrlich: wir erkennen das alles von gestern nicht wieder. Auf den Bildern sieht man aber, dass wir echt drüber geflogen sind 🙂

Der Wasserfall, der eigentlich aus mehreren Fällen besteht ist ziemlich imposant. Hier wurde eine Plattform und ein recht großer Parkplatz für Touristen gebaut, die auch in Massen kommen. Leider sieht man von diesem Aussichtspunkt nicht viel.

Hier mache ich kurz einen Abstecher: Auf ganz Hawaii gibt es dieses Problem mit der Sichtbehinderung. Die Spots sind sehr oft durch Pflanzen überwachsen und nicht selten sieht man – nix. Das liegt ganz einfach dran, dass in Hawaii alles wie auf Steroiden wächst. Das können schon mal viele Zentimeter am Tag sein. Wenn also Bäume geschnitten werden, ist vielleicht 3 Monate später alles wieder beim alten. So gesehen muss man ein bisschen Mitleid mit den Parkbetreuern haben und die Sache nehmen wie sie ist.

In diesem Fall konnte ich (Gerald) mir aber behelfen und bin einfach über die Absperrmauer geklettert. So ganz verboten war das nicht – zumindest stand es nirgendwo. Und unsicher eigentlich auch nicht. Umso mehr verwunderte es mich, dass mir keiner (außer Katrin) folgt. Normalerweise hüpfen alle (vorwiegend dann asiatischen Mittouristen) mir ebenfalls nach. Nach dem Motto „He der weiß was – ihm nach“. Nicht sinnvoll aber so sind sie nun einmal.

Puh der Text artet aus. Also kurz und knackig. Wir stehen vor der Mauer und hinter uns duzende Touristen die dann alle auf die Idee kommen uns ihre Kameras zu geben damit wir ein Bild machen – weil „wir eh schon da stehen“. Hätte ich nur Geld dafür verlangt wären die Kosten für den Tag wieder drin gewesen 😉

Das sind sie also nun, die Wasserfälle – nicht die Touristen:

Ich muss mich gleich an dieser Stelle entschuldigen, denn ich hatte den gesamten Tag Staub auf meinem Sensor (danke spiegellose Sonykamera). Ihr seht diesen als Punkt im Bild. Auf manchen Bilder erkennt man es sehr deutlich – also einfach ignorieren.

Overlook um Overlook

Die Amis lieben ihre Overlooks. Überall wo es nur annähernd irgendwas von oben zu sehen gibt wird ein Parkplatz mit einem Schild gemacht. Uns soll es recht sein.

Der Menehune Fishpond Overlook zeigt den mit angeblich 1000 Jahren ältesten Fischteich von Hawaii:

Achja wie kann es anders sein: das Wetter ist wieder mal nur mittelmäßig. Ohne tollem Licht auch kein tolles Bild, aber dafür kann ich euch erklären, dass die Hawaiianer diese Fischponds perfektioniert haben. Es gibt sie in vielen Formen aber alle gleich haben sie, dass in ihnen Fische aus dem Meer oder Fluss so gefangen werden, dass sie nicht mehr zurück kommen. Im besten Fall braucht man sie dann nur noch einzusammeln. Ziemlich klug oder?

Weiter geht es mit dem Hanapepe Valley Lookout, zu dem mir beim besten Willen jetzt nix einfällt:

Spontane Kaffeepause

Weil wir noch ein bisschen Zeit haben und diesen Tipp bekommen haben, fahren wir noch das kurze Stück zur „Kauai Coffee Company“.

Diese Kaffeefarm ist die größte von ganz Hawaii, und besitzt 4 Millionen Pflanzen. Von jeder Pflanze können übrigens pro Jahr 1 Pfund Kaffeebohnen geerntet werden.

Man kann auf dem Gelände einen kleinen Rundweg machen, auf dem allerhand Tafeln mit Erklärungen aufgestellt sind. Dazu sieht man natürlich die Kaffeebäume und zum Abschluss kann man jede Kaffeesorte kostenlos probieren. Hier mal ein paar Bilder:

So wie schmeckt er nun? Naja ich als Österreicher bin da wohl kein Maßstab. Man kann halt noch so gute Bohnen haben – wenn man daraus einen wässrigen Filterkaffee macht, schmeckt alles gleich. Die Sorten mit Geschmack sind ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig aber das ist hier in den USA so und der Trend kommt ja auch langsam zu uns.

Die Tour war jedenfalls extrem gut gemacht und mit viel Liebe zum Detail. Man ist in einer guten Stunde (inkl. Verkostung) durch. Sollte man also nicht auslassen.

Glasstrand – What?!

Jup gibt es und wir waren wirklich dort 😉
Gut Reisende der US Westküste werden jetzt nur gähnen, weil es dort einen bedeutend größeren Glasstrand gibt. Aber immerhin ist dieser hier auch teilweise aus Glas. Wir sind aber ein wenig enttäuscht wie wenig Glas hier zu finden ist. Entweder haben die Touristen bereits alles mitgenommen (ist das nicht toll? Die räumen den Müll weg …) oder der Strand ist temporär im Meer und kommt irgendwann wieder 😉

Wie das mit dem Glas geht? Ganz einfach: Umweltverschmutzung. Wir befinden uns hier in einem Industriegebiet und vor vielen Jahren haben die Fabriken die Glasabfälle einfach ins Meer geworden. Durch die Brandung von vielen Jahren wurden die Flaschen zerkleiner, abgeschliffen und so wird aus ihnen irgendwann wieder ihr Rohstoff: Sand. Toll oder? Das muss man kurz wirken lassen …

Überwiegend ist es übrigens braunes Glas. Bierflaschen? 😉

Jetzt aber Leinen los!

So unser Highlight heute ist ein Sunset Dinner Sail entlang der Na Pali Coast (das ist jene mit den vielen grünen Bergrücken von gestern aus dem Heli). Der Captain kündigt bereits am Anfang an wie ruhig die See heute ist. Sowas sieht er nur ganz selten.

An dieser Stelle dann auch gleich das Zitat des Tages vom Captain:

„If you see me wearing a life jacket – it’s too late for you“
(„Wenn ihr mich in einer Schwimmweste seht – ist es zu spät für euch.“)

Mit den Sichtverhältnissen bin ich aber wieder nicht einverstanden. Hier wurden wir aber dann aufgeklärt, dass das leider der VOG vom Vulkan auf Big Island ist. Sehr schade weil alles etwas trüb wirkt.

Gleich am Anfang begleitet uns dann doch tatsächlich eine Gruppe Spinnerdelfine. Und mein Gott haben diese Spaß. Sie schwimmen von Boot zu Boot, springen davor herum und haben sichtlich Freude daran. Es ist so schön Tiere in ihrer Wildbahn zu sehen. Mir gelingt sogar ein halbwegs gutes Bild (blind geschossen weil völliges Chaos ausgebrochen ist). Katrin war übrigens ganz vorne dabei. Sie hat sie fast berühren können 😉

Jedenfalls fährt man mit diesem Boot um die halbe Insel bevor es dann ein Dinner gibt wozu die Segel gehisst werden und man langsam wieder zurück gleitet. Es könnte alles so schön sein, aber bei der Hälfte der Fahrt donnern wir dann doch über gut 1-2 Meter hohe Wellen mit vollem Tempo und einigen an Bord wird ordentlich übel. Leider und sehr unerwartet sind darunter auch Katrin und ich. Dies vermiest uns leider den Teil mit dem Essen gewaltig und auch zum Fotografieren bin ich nicht im Stande. Abgesehen davon schwappt das Wasser dermaßen über, dass die Kamera nicht nur einmal komplett nass wird. Die Sony A7III schafft also sogar dieses unmögliche Kunststück – ihr ist Salzwasser egal.

Lasst euch aber nicht von dieser Story beeinflussen. Wir haben die Fahrt extrem genossen, aber es war eben mehr das Feeling als für Fotos oder dem guten Essen. Ich will das Ganze aber wirklich nicht bei hohem Wellengang erleben.

Trotzdem will ich euch das Essen nicht vorenthalten.

Snack am Anfang: Frischkäsebällchen in Parmesan gerollt – herrlich.

Hauptspeise (dazwischen gab es noch Salat): Steak mit Schrimps, Erdäpfeln, Spargel, Karotten (Möhren) sowie Salat.

Nachspeise: Lemon Cheesecake (boarh war der gut!)

Und noch ein bisschen was vom Weg:

Mit diesem unheimlich romantischen Sonnenuntergang endet der Tag für uns. Die Bootsfahrt war ein richtig romantisches „Honeymoon“ Ding 🙂 Kitschig vielleicht – aber ein wirklich tolles Erlebnis, dass ich jedem empfehlen will der einen starken Magen hat 😉

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