Guten Morgen in Page der sonnigen Wüstenstadt und unserem östlichsten Punkt… Blick aus dem Fenster und … es tröpfelt?! Sehr interessant und wenig erfreulich, weil wir heute ja noch in den Antelope Canyon wollen und der bei Regen wegen Flutgefahr schnell mal gesperrt ist. Besser wurde unser Eindruck auch nicht, da in der Ferne über dem Grand Canyon heftige Gewitter niedergingen. Aber nur Mutige erleben was, also hin mit uns .

Als wir ankommen, tröpfelt es noch und wir werden gleich mal von den amerikanischen Ureinwohnern abgezockt. Der Parkplatz kostet nämlich $8. Das alleine ist mitten in der Wüste schon sehr kreativ, aber die Parkgebühr ist nicht pro Auto … nein pro Person … hä?!
Wir entscheiden uns für die Dixie Tour, da hier weniger los sein soll als bei Ken‘s Tours. Für die „Lower Antelope Canyon“ Tour steht nur ein Pärchen vor uns an der Kasse und als wir unsere Karten kaufen, geht die Tour in 3 Minuten los … ohne Ertrinkungsgefahr und Wartezeit . Ob jetzt bei Dixie Tour weniger los ist, können wir nicht sagen. Jedenfalls waren unsere Gruppen deutlich kleiner als jene die von Ken zu uns gestoßen sind.

Der Tourguide ist ein waschechter Navajo der sein Wissen noch tatsächlich von den Großeltern gelehrt bekommen hat. Er hat uns auch erzählt wo seine Verwandten nicht alle Land besitzen, aber so ganz habe ich mir das nicht gemerkt … wozu auch .
Jedenfalls war er ein Guide wie man es sich wünscht. Lustig, offen, redseelig und sehr wissend. Er konnte eigentlich alle Fragen (auch außerhalb seines Gebietes) erklären. Es hat wirklich sehr viel Spaß mit ihm gemacht.

So aber nun zum Canyon selbst. Viele von euch (wenn nicht alle) werden die jetzt folgenden Bilder vom Canyon kennen. Das liegt daran, dass diese Bilder irgendwie immer gleich aussehen und sie auch jeder Tourist macht. Wer sie aber nicht daher kennt, dem kommen sie vielleicht als Hintergrundbild von Windows bekannt vor. Unser Guide war im Übrigen dabei als diese damals gemacht wurden. Es dauerte einen ganzen Tag für ein Foto!
Der Antelope Canyon entstand – das hat uns ebenfalls unser Guide in kleinem Maßstab im Sandboden demonstriert (man achte im Bild oben auf den Haufen vor seinen Knien) – durch die 8 Meere die es hier einmal gab. Diese haben den Sand immer mehr verfestigt bis ein Erdbeeben einen Riss darin erzeugt hat. Nachfolgende Regenfälle und Stürme haben dann den Canyon in seiner heutigen Form erzeugt (wobei sich dieser natürlich weiterhin permanent verändert).

Der Einstieg erfolgt über mehrere Leitern. Der Canyon liegt also quasi unter der Erde, wobei er nach obenhin immer offen ist. So fällt an manche Stellen Licht, während andere dunkel bleiben. Und so entstehen diese gewaltigen Aufnahmen:

Ihr seht also jetzt wieso ich diesen Punkt der Reise unbedingt machen wollte, obwohl er etwas abgeschieden von unserer Ursprungsroute lag?

Nach gut 1,5h war die Führung dann vorbei und wir bereiteten alles für die lange Fahrt nach Las Vegas vor. Diese würde immerhin fast 5h dauern. Katrin und ich teilten uns diese Hälfte wobei ich die zweite übernahm, damit ich dann in Las Vegas fahre. Katrin hat ja immer noch Respekt vor dem Auto fahren in Großstädten der USA.
Dazu gibt es auch nicht mehr zu sagen. In der Stadt „Hurrican“ machten wir eine kurze Pause um wieder Mal gesundes Fertigessen zu uns zu nehmen und das war es auch schon … Spannung sieht anders aus. Das war übrigens das einzige Mal bei dieser Reise, dass wir Boden des Bundesstaates Utah betreten haben. Sonst fuhren wir brav Highway um Highway ab … bis … ja bis dann am Horizont etwas zu sehen war. Es war LAS VEGAS!
Ich muss gestehen, dass Las Vegas für mich im Vorfeld kein besonderes Highlight darstellte. Ja genau genommen sind wir hier nur mehrere Nächte wegen Katrin. Für mich ist es eher ein Zwischenstopp zwischen den Nationalparks.
Aber mit der richtigen Musik und den am Horizont langsam größer werdenden Striphotels bekomme sogar ich eine Gänsehaut.

Auf dem Weg dahin wurde die Interstate teilweise sogar 6-spurig. Dabei wurden gleich wieder Erinnerungen an Los Angeles wach. Aber ich sage es noch einmal: es gibt nichts Entspannteres als Autofahren in den USA. Jeder bleibt auf seiner Spur. Jeder lässt einen rein und bleibt dafür sogar stehen. Man wird nie angehubt außer, um zu signalisierten, dass man einen vorlässt. Es ist unglaublich wie stressfrei dann alles zu geht. Auch wenn man mitten im Berufsverkehr auf einer 6-spurigen Straße (und die sind deutlich voller als unsere) unterwegs ist.

Dank Navi ist unser Hotel schnell gefunden. Nur gibt es da ja ein Problem: eigentlich ist unser Hotel ja genial. Aber es gibt keinen Parkplatz. Zumindest keinen wie ihn Otto-Normalverbraucher kennt. Hier gibt es nur einen Parkservice (Valet Parking). Das heißt: einem wird das Auto einfach abgenommen.
Ich muss jetzt dazu sagen, dass ich das gar nicht mag. In den letzten Tagen habe ich die Freiheit lieben gelernt, einfach alles im Auto liegen und stehen zu lassen … denn man hat ja nur ein paar Schritte. Ja … ich werde wirklich langsam zum Amerikaner.
Gut jedenfalls erwarten die natürlich von uns, dass wir wissen wie sowas abläuft. Erstens hatten wir keine Ahnung, zweitens brauch ich nach so einer langen Fahrt schon gar nicht den Stress den die dort haben und drittens … oje … unser Auto ist ein einziges Chaos. Könnt ihr euch vorstellen was alles in so einer langen Fahrt aufgemacht und ausgeräumt wird?
Jedenfalls versuchen wir gemeinsam mit dem Kofferträger Ordnung in das Chaos zu bringen. Dieser wundert sich nur über unsere enorme Gepäckmenge (ja klar … hier steigen wohl eher weniger Leute auf einem Roadtrip ab). Trotzdem verstaut er alle 10 (!) Gepäckstücke auf seinem Wagen und erklärt den weiteren Ablauf.

Auto ist also weg, Check-In erledigt und unsere Koffer wurden irgendwo zwischengeparkt. Dann das erste Mal das Zimmer betreten und was soll ich euch sagen. Ich war in meinem Leben noch in keinem so schönen Hotelzimmer. So gut wie alles ist hier perfekt (ja klar … die Aussicht macht schon einiges). Bilder vom Hotelzimmer gibt es diesmal mehr als genug ganz unten bei der Hotelbewertung. Hier aber die Aussicht bei Tag …

… und Nacht:

Jetzt aber genug des Lobes. Wir verstauen alles im Zimmer und machen die Stadt der Sünde unsicher.
Die Temperaturen halten sich heute im kühlen Bereich für Las Vegas … mit 30°C bei untergehender Sonne ist es angenehm auszuhalten. Auch der Schock der stark klimatisierten Hotels ist da nicht ganz so groß.

Wir beschließen an diesem Abend den südlichen Teil des Strips (das ist quasi die Hauptstraße an der sich alle wichtigen Hotels und Casinos aufreihen) zu erkunden.
Jetzt muss ich gestehen, dass ich zuerst sehr unbeeindruckt war. Die Stadt wirkt bei Tag wie ein seltsam zusammengewürfeltes Experiment von Architekten die einfach unendlich viele Mitteln bekommen haben. Alles ganz nett aber komplett deplatziert.
DAS ändert sich aber sobald es dunkel wird und die Lichter angehen. Ich kann jedem nur empfehlen den Tag in Las Vegas wo anders zu verbringen. Diese Stadt lebt nur in der Nacht! Und dann aber wie. Es ist wie der Times Square in New York City aber viel verrückter und viel größer.

An jeder Ecke treten Künstler, oder solche die welche sein wollen auf. Figuren aus Comics stehen gegen ein Trinkgeld für Fotos bereit und überall wird natürlich für die Sünden des Lebens hingewiesen – Alkohol, Spielen und Sex. Die sonst so prüden Amerikaner (und die sind hier zur Abwechslung mal in der Mehrheit) verwandeln sich in ein hemmungsloses Partyvolk. Man muss es wirklich erlebt haben. Was in Filmen zensiert wird, steht hier an der Straßenecke herum.

Da wir mit dem allem aber im Moment nicht wirklich etwas anfangen können gehen wir gemütlich durch und machen einige Fotos, die ich euch nicht vorenthalten möchte (kommentarlose Bilderflut voraus!):

Da ich nie so ein richtiger Las Vegas Fan war und bin, habe ich mir für diese Reise wenigstens ein paar Punkte gesucht, die das Ganze für mich interessanter machen:

Punkt 1: Der M&M Store. Jene die mich kennen wissen, dass ich in jeder Stadt rein muss wo es den gibt. Komplett sinnlos. Ich kaufe dort auch nix von den „Werbeartikeln“ aber irgendwie muss es sein. Alleine der Duft nach Schokolade reicht schon . Nachdem wir dort die neuesten Sorten (die übrigens gar nicht so schlimm waren wie sie klangen) für den Import nach Österreich eingekauft haben geht es auch schon weiter zu ….

Punkt 2: Der Coca-Cola Store. Ja auch diese Firma will mit dem „Store“-Geschäft Geld verdienen und so gibt es hier auf 2 Stockwerken alles wo ein Coca-Cola Logo drauf passt. Ich wusste bereits, dass es hier eine kleine Bar gibt in der man besondere Cola Getränke aus aller Welt verkosten kann. Die 18$ ist uns der Spaß wert …. auch wenn Katrin irgendwie gar nicht so begeistert zu sein scheint wie ich. Aber da muss sie durch .
16 Getränke und 8 Cola-Eis (ja … Eis … Auch Cola Float genannt) werden uns serviert. Das Eis enttäuscht ein wenig, da es einfach nur Vanilleeis ist, das in Colagetränken schwimmt. Einige davon sind aber wirklich gut und kann man auch mal zu Hause probieren.
Bei den Getränken ist es ein wenig anders. An der Farbe kann man sich ja heutzutage nicht mehr orientieren … daher hilft nur kosten. Ich sag mal 3-5 waren absolut nicht trinkbar. Mir ist unklar wie die ein Mensch runterbringen soll. Einige waren hingegen wirklich gut, so dass es fast schade ist, dass diese nicht bei uns verkauft werden.

Punkt 3: Die „Hershey’s Chocolate World“ … das ist wieder ein Store der bekannten amerikanischen Schokolade, die es hier wirklich in jedem Supermarkt gibt (wie bei uns Milka). Mir schmeckt sie sehr gut und so werden hier auch Drops in verschiedenen Geschmacksrichtungen abgefüllt und nach Österreich importiert.
Kleiner Tipp an alle: wer danach ins Death Valley fährt, sollte die Schokolade kühlen und nicht einfach im Koffer verstauen. Tut ihr absolut nicht gut und so haben wir einen Haufen ungenießbare Schokolade um die Welt geflogen .

Punkt 4: … und diesen haben wir eigentlich gleich zu Beginn nach dem Hotel erledigt. Jedenfalls habe ich mich auf diesem Punkt seit einem Jahr gefreut. Ich bin ja ein riesen großer ShakeShack Fan. Tja wie ihr aber alle wisst, haben wir diesen ja überraschenderweise schon in Los Angeles gefunden. Daher ist es jetzt natürlich nicht mehr so besonders aber ich habe mich trotzdem gefreut endlich hier zu sitzen und meinen Burger zu genießen.

Zum Abschluss den abends wollten wir uns noch die Show im Brunnen vor dem Bellagio (Hotel und Casino) ansehen. Diese Show die ab Sonnenuntergang alle 15 Minuten stattfindet, ist total beeindruckend gemacht. Witzig ist auch, dass der sehr belebte Teil des Strips davor für die paar Minuten der Show komplett zum Erliegen kommt. Die Künstler machen sich nicht einmal die Mühe gegen die Fontänen anzukämpfen und überlassen diesen das Feld.
Jede Show ist dabei anders. Jedes Mal wird ein anderes Lied gespielt (die Fontänen passen natürlich exakt dazu). So kann es leider sein, dass man auch mal ein nicht so gutes Lied erwischt. Hier gibt es nur eines: öfters ansehen

Das war Tag 1 in der Stadt in der es keine Tabus gibt. Morgen geht es weiter mit einer völlig anderen Szenerie …

 

Hotelbewertung: Vdara
Location: Das Hotel hat keinen eigenen Ausgang am Strip und befindet sich daher quasi in zweiter Reihe. Man kann aber direkt durch das Bellagio gehen. Bei dem Dimensionen fällt es nicht wirklich auf, dass es sich um 2 Hotels handelt. Da das Hotel auch keinen eigenen Casinobereich besitzt, wird man nicht wie bei Striphotels üblich beim Betreten der Lobby durch Menschenmassen erschlagen.

WLAN: Vorhanden und gratis. Die Geschwindigkeit ist unfassbar gut für ein Hotel dieser Größe. Ich habe teilweise weit über 20Mbit gemessen (abends!). So macht das Spaß und Sinn …

Preis pro Nacht/Zimmer: EUR 149 (inkl. Resortgebühr) und damit ein extrem gutes Preis-Leistungsverhältnis

Parkplatz: Es gibt nur ein Valet Parking. Dieses ist dafür gratis (abgesehen vom Tip) und recht flott (~5 Minuten bei Abholung). Wer es will ok, mir wäre selbst parken lieber.

Bemerkung: Das beste Hotel der Reise und eines der schönsten Hotels die ich je gesehen habe. Eigentlich sollten hier mal Luxuswohnungen entstehen, die sich aber scheinbar nicht verkaufen ließen. Daher hat man Hotelzimmer draus gemacht. Diese sind natürlich viel zu groß und das merkt man auch. Platz gibt es in Hülle und Fülle. Badewanne und große Dusche, Küche, Sofa, … alles vorhanden. Sogar ein Entertainment-System ist eingebaut! Die Zimmer sind sehr neu, die Einrichtung noch nicht abgewohnt.
Der kleine aber sehr gut gepflegte Poolbereich rundet das Hotel ab. Hier werden einem sogar die Handtücher bis zur Liege gebracht. Luxus auf sehr hohem Niveau!
Einziges Manko ist der Zimmerservice, der trotz großzügigem Trinkgeld nicht wirklich in der Lage war das Bad sauber zu halten. Es wurden um das Waschbecken Papierseiten als Unterlage verteilt (?!) und am Boden befand sich nach 3 Tagen dann schon viel Sonnencreme. Das darf echt nicht sein, trübt den Eindruck aber nur sehr wenig.
Absolute Empfehlung von unserer Seite.

Unsere Bewertung: 5 von 5 Sternen

 

 

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