Der heutige Tag hat vor allem ein Highlight zu bieten: den Hubschrauberrundflug. Und weil normal ja langweilig ist machen wir diesen „doors off“ – also ohne Türen. Ja wir sehen quasi ohne Scheibe in den Abgrund.

Aber zuerst möchte ich hier eine neue Kategorie einführen: Zitat des Tages.

Beginnen wir thematisch passend gleich mal beim Piloten der uns in der Einführung mitteilt:
„The first thing you’ll hear when we land on the water is a high pitched scream … from me. Feel free to scream too.“
(„Das erste was ihr hören werdet wenn wir am Wasser landen ist ein Kreischen … von mir. Ihr könnt gerne mit schreien.“

Das ist aber hoch!

Gleich in der Früh um 8 Uhr startet unser Flug. Wir haben uns für diese Uhrzeit entschieden weil die Luft hier ruhiger sein soll. Das Licht ist generell aber am späten Nachmittag besser. Man kann hier nur sehr viel Pech mit dem Wind und dem Wetter haben.
Leider regnete es bei uns bereits beim Hotel und wir hatten schon eine üble Vorwarnung. Das Wetter hier ist ja bisher sehr durchwachsen. Wir bekommen einen Hubschrauber für uns alleine (der 3. Sitz bleibt somit leer), was wirklich sehr angenehm ist. Damit hat nämlich jeder auch wirklich einen Fensterplatz, was nicht selbstverständlich ist.

Wir werden zuerst einmal gewogen, damit der Heli möglichst gut ausbalanciert ist. Danach fährt uns und 5 weitere Personen ein Shuttle zum 5 Minuten entfernten Airport, wo wir auch gestern gelandet sind.
Dort warten schon 3 Piloten und wir werden eben auch in die 3 Gruppen bzw. Helikopter aufgeteilt. Wir werden Even (hoffentlich schreibt man ihn so) aus Norwegen (!) zugewiesen. Ein sehr netter junger Pilot der seine Ausbildung vor ca. 4 Jahren in Florida gemacht hat. Damit ist er berechtigt 2 Jahre in den USA zu arbeiten und um 2 zu verlängern, was er auch getan hat. Er flog bereits in Florida, Big Island, O’ahu und nun hier bevor er im August endgültig nach Europa zurück geht. Er ist übrigens Lehrer, will aber klarerweise Pilot bleiben 😉 Wir haben jedenfalls sehr viel Spaß mit ihm und verstehen uns super.

Er gibt uns am Anfang vom Flug die Auswahl ob wir wegen dem Wetter verschieben wollen, was ja rein theoretisch mit unserer Planung funktioniert. Aber das Wetter für die kommenden Tage ist auch nicht besser und Even versichert uns, dass wir einiges sehen werden weil das Wetter gar nicht mal so übel ist. Also dann: go go go. In diesem nicht so wirklich großen Ding fliegen wir gleich:

Und dann geht alles ganz schnell. Schwimmweste anlegen, angurten und weg sind wir auch schon.

Leider sind die Sichtverhältnisse zum Fotografieren alles andere als gut. Über viele Stellen regnet es direkt auf die Kamera und es ist sehr nebelig. Erst am folgenden Tag sollten wir erfahren, dass dies der VOG vom Vulkan auf Big Island ist der mittlerweile hier rüber geweht wird. Deswegen können wir auch nicht wie üblich die Nachbarinseln sehen. Hier wirkt also alles in weiter Ferne sehr nebelig.

Ich lasse euch trotzdem einige der gemachten Bilder da und hoffe ich kann in der Nachbearbeitung noch einiges raus holen. Beeindruckend sind sie so und so. Und immer dran denken: da war keine Tür zwischen uns und … draußen 😀

Ich habe euch ja bereits erzählt, dass im Norden der Insel einiges gesperrt ist. Hier sieht man die Hanalei Buch, bis wohin die Touristen vorgelassen werden. Alles danach ist nur noch für Einheimische offen.

Nach einer Stunde ist der sehr kostspielige Rundflug vorbei. Eine Mischung aus Erleichterung und Aufregung macht sich bei uns breit. Insgesamt hat es sicher aber gelohnt und wir können es nur jedem empfehlen.

Dreh niemals den Rücken zum Meer!

Genau dorthin in den Norden, wo das letzte Foto entstanden ist fahren wir nun mit dem Auto. Das dauert irgendwie viel zu lang. Er hätte uns gleich aussteigen lassen können 😉

Wir sehen uns als erstes die Mokolea Pools an. Leser dieses Blogs sind nun gewohnt, dass Pools thermale Quellen sind die meistens in vielen Farben strahlen. In diesem Urlaub müsst ihr umdenken, denn es geht um Tide Pools. Das sind ganz einfach Vertiefungen bei denen bei Ebbe das Wasser (und Lebewesen) drin bleiben.

Um zu den Mokolea Pools zu kommen muss man aber an einen Nachbarstrand und von dort aus einen Fluss durchqueren. Wie gesagt: normal wär ja langweilig 😀
Unsere neu gekauften Riffschuhe machen sich hier mal richtig bezahlt, denn wir laufen bald über Lavasteine direkt am Meer. Und dieses hat hier eine gewaltige Kraft. Da wir uns nicht anmaßen irgendwas über das Meer zu wissen – wir wissen weder wie hoch die Wellen sind noch wann Ebbe und Flut ist, sind wir sehr aufmerksam. Oberste Regel hier unten: dem Meer niemals den Rücken zudrehen. Auch wenn es noch so ruhig aussieht, kann jederzeit eine hohe Welle (auch rogue wave genannt) kommen und das wars dann. Und natürlich immer darauf achten, dass die Flut nicht den Rückweg versperrt. Wäre auch ungünstig denn schwimmen ist hier nicht.

Dafür wird man mit dieser tollen Landschaft belohnt:

(jup sogar hier gibt es Flipflop tragende Japaner im Ganzkörperkondom … damit sie ja nicht braun werden.)

Kleine Langzeitbelichtung, die aber nicht ganz so geworden ist wie ich wollte. Das Meer spielte nicht so ganz mit:

Hanalei – die zerstörte Stadt

In der Stadt Hanalei hat es bei der Flut vor 4 Monaten viele Häuser getroffen. Einige davon sind ganz einfach ins Meer gespült worden. Die Niederschlagsmengen waren an diesem Tag viel höher als vorhergesagt und viel höher als jemals gemessen. Ganz Hänge wurden abgetragen und Flüsse sind zu Monstern angewachsen. Kein schöner Tag für diese Gegend. Die Bewohner mussten über Tage per Helikopter versorgt werden und der Highway ist erst seit wenigen Tagen wieder geöffnet.

Der Hanalei Pier war eigentlich immer ein Anziehungspunkt für Fotografen. Jetzt ist er nur noch der Schatten seiner selbst:

Hier mündet der Fluss ins Meer, weshalb es diese Gegend besonders getroffen hat. Die Korallenriffe sind immer noch von einer Schlammschicht überzogen und die Häuser stehen teilweise nur mehr durch ein Wunder:

Trotzdem ist das Dorf Hanalei total lieb und die Bucht ein absolutes Paradies. Ich bin mir sicher, dass diese schnell wieder auf die Beine kommen und auch der Tourismus in vollen Zügen wieder zurückkehren wird.

Zu Mittag waren wir dann noch bei „Chicken in a Barrel“ Essen. Das ist hier auf der Insel so eine Art lokale Fastfood Kette. Hier wird Hühnchen in einem Fass ewig lange gekocht. Wir bestellen uns die Sampler Platte mit allem Möglichen drauf. Sieht zwar nicht gut aus, war aber erstklassig. So sieht eben lokales Essen aus 😉

Versteckspiel mit dem Strand

Da wir bis zum Sonnenuntergang noch etwas Zeit haben beschließen wir unser Glück beim Hideaway Beach zu versuchen. Der Name ist zwar Programm aber um ihn zu finden brauchen wir kein Glück. es geht hier wieder um die Parkplätze von denen es in der komplett verbauten Umgebung kaum welche gibt.
Wir sollten aber Glück haben und bekommen den letzten Parkplatz. Wir packen unsere Schnorchelsachen und machen uns auf den extrem schweren weg. Es geht steil einen lehmigen Hang hinab und unsere Schuhe sind heute noch rotbraun.

Unten erwartet uns dann aber ein richtiger Geheimtipp. Ein komplett abgeschlossener Strand mit mäßiger Brandung und einem Riff direkt davor. Trotzdem gehen wir an diesem Tag nicht ins Meer. Die Wellen wirken uns einfach zu groß und sogar die Einheimischen schwimmen nur eine paar Meter raus. Ein sicheres Warnzeichen.

Schon wieder zu?

Durch die verkürzte Urlaubsplanung haben wir es leider nicht mehr geschafft bei allen Parks die Öffnungszeiten zu checken. Normalerweise ist dies aber auch kein Problem weil alles entweder durchgehend geöffnet hat oder zumindest bis zum Abend. Wie aber bereits erwähnt läuft das Leben hier anders. Alles fängt mit dem Sonnenaufgang an und dafür hat alles auch wieder früh geschlossen. Zumindest ist das mit Parks so.

So auch beim Kilauea Lighthouse – unserem letzten Programmpunkt heute. Da dieser also nicht mehr geöffnet hat gehen wir aus einiger Entfernung in Stellung und warten bei unserem Abendessen auf die untergehende Sonne. Diese schenkt uns heute keinen wirklich tollen Sonnenuntergang aber das Licht ist dafür toll.

Mahalo fürs Lesen und gute Nacht.