Heute bricht doch tatsächlich schon unser letzter voller Tag auf O’ahu an und damit haben wir eine von vier Inseln unserer Reise bereits hinter uns. Aber keine Panik, noch haben wir ja 24 Stunden 😉

♫ O! say can you see by the dawn’s early light, … ♫

Die Insel verbindet man, neben dem Waikiki Beach vor allem mit einem – Pearl Harbor. Ja, genau hier liegt der Hafen um den sich der 4-stündige Hollywoodfilm dreht. Große Überraschung: dieser erzählt eine wahre Begebenheit nach – nämlich den endgültigen Grund für den Kriegseintritt der USA in den 2. Weltkrieg: Den Angriff der Japaner auf Pearl Harbor.

Nun was gibt es hier zu sehen? Das Ganze ist etwas schwer zu durchblicken, aber grob umrissen gibt es das eigentliche Denkmal, das vom Nationalparkservice geführt wird. Hier wird jenen Opfern gedacht die unter anderem immer noch in den Schiffen am Grund dieser Bucht liegen und auch für immer liegen bleiben werden. Der Eintritt hierfür ist frei aber reglementiert. Es gibt Monate vorher Karten im Internet – die wir natürlich wegen der Hochzeitsvorbereitungen vergessen haben. Somit bleibt nur noch am Vortag um 7 AM Karten im Internet zu sichern oder einfach hinfahren und hoffen, dass es noch „walk in“ Tickets gibt. Wir haben ersteres gemacht und zweiteres ebenfalls bekommen 😉

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass keinerlei Rucksäcke oder Taschen auf das Gelände mitgenommen werden dürfe. Entweder ihr lasst diese also im Auto (nicht so klug), oder ihr gebt sie für ein paar $ direkt am Gelände bei der Gepäckaufbewahrung ab. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es dort kein Größenlimit. Das heißt aber auch, dass ihr Kamera und Wasser in der Hand tragen müsst, was natürlich über den Tag gesehen sehr nervig werden kann.
Zumindest für die Kamera empfehle ich daher einen wirklich guten Tragegurt der nicht einschneidet. Ich habe diesmal den Slider lite von Peak Design* mit gehabt, der sich als idealer Begleiter herausgestellt hat.

Leider ist das Arizona Denkmal derzeit nicht zu betreten. Als „Entschädigung“ werden wir mit dem eigentlichen Shuttleschiff, nach einem sehr informativen Film rund um das Denkmal geführt.
Wie überall auf O’ahu gibt es natürlich auch hier einen gewaltigen Anteil von Touristen aus Japan. Diese hier an diesem Ort zu sehen war, historisch gesehen, etwas seltsam. Aber das überlasse ich nun jedem selbst zu beurteilen. Der Film war jedenfalls wirklich gut und objektiv gemacht (daher stimmt der Blogtitel eigentlich nicht ganz). Patriotismus findet man hier nämlich seltsamerweise kaum bis gar nicht. Nicht einmal der Kriegsausgang wird erwähnt. Es geht hier überall um die Fakten und um die Trauer um die 2.403 Toten. Nicht mehr und nicht weniger.

Jetzt aber mal zu den Bildern. Wie gesagt wurden wir um das Arizona Memorial Denkmal geführt. Die USS Arizona liegt genau dort auf Grund (nur 12 Meter tief) wo sie an jenem Morgen am 7. Dezember 1941 versenkt wurde. Nachdem sie dermaßen zerstört wurde, dass nicht einmal Taucher in sie vordringen konnten, hat man das Schiff versiegelt und es wird damit für immer das Grab von 1102 Seemännern sein, die völlig überraschend ertrunken sind.

Normalerweise kann man auf dieser weißen Brücke stehen und auf das gesunkene Schiff hinab blicken. Dies sehen wir leider nicht.

Neben diesen Memorials gibt es dann noch einiges weiteres zu sehen. Und wie bereits in jedem Urlaub von uns üblich, müssen wir uns auch diesmal ein Kriegsschiff ansehen. Im konkreten Fall schauen wie uns wie in San Diego zuerst die „USS Bowfin“, ein U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg an.

Und fahren danach zu einen Zerstörer, das „Battleship Missouri“.

Und auch hier: japanische Guides die Schulgruppen aus Japan aufgeregt erzählen wie erfolgreich diese Schiffe nicht im Kampf gegen die Japaner waren. Hier wird dann auch nicht mit Patriotismus gespart. „Beste“ „Stärkste“ „Unübertroffen“ und so weiter fällt an jeder Ecke 😉

Ok aber genug davon. Wir haben es gesehen und wir finden das sollte man auch. Mehr als die 4 Stunden nehmen wir uns dafür nicht Zeit, denn heute steht noch einiges auf unserem Programm. Der restliche Tag steht nämlich im Zeichen „das Vergessene aufzuholen“. Also alles was wir die letzten Tage nicht machen konnten, versuchen wir noch irgendwie unter zu bekommen.

Eis Nummer 1 – hawaiianische Nationalspeise

Fangen wir mit einer nationalen Spezialität an, die vielleicht einige Hawaii-Five-O Seher kennen: Shaved Ice. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei eigentlich um nicht mehr als Eis, das von einem Eisblock gekratzt wird (also Schnee? 😀 ). Übergossen wird das dann mit Sirup nach Wahl. Wir begeben uns in das wohl beste, und vor allem bekannteste, Shaved Ice Geschäft auf ganz O’ahu (wird uns auch vor Ort von Einheimischen bestätigt) – Matsumoto Shave Ice.
Eine gute halbe Stunde anstellen und einige Smalltalks (mein Gott reden die Leute hier viel und gerne) später sind wir dran:

Ich kann mich leider akut nicht mehr an die Sorten erinnern aber wir hatten zumindest Erdbeere (schmeckt wie die Klos hier überall riechen?!), Banane (die irgendwie nicht gelb war sondern grün?), Zitrone (ja wieder Klospray), Kirsche (yeah! Schmeckt wie dieser billige Kirschsaft in All-in Clubs. Sehr gut), Ananas (nur wenn man es weiß) … und unter einem der beiden Becher hatten wir Vanilleeis. Das muss man aber ebenfalls wissen – schmeckt nämlich nicht nach Vanille.
Nun gut wir haben viel gegessen, aber richtige Fans werden wir wohl nicht. Eine Einheimische hat uns erzählt, dass sie seit 46 Jahren öfters in der Woche hier ist und immer Banane mit Vanilleeis nimmt. Können wir nicht nachvollziehen. Müssen wir aber auch nicht – wir haben ja die Italiener und die machen definitiv besseres Eis.

Achja: ist jemanden oben beim Bild aufgefallen, dass die Hände der beiden verschwommen sind? Das lag nur zum Teil an meinem primitive fotografischen Talent. Die Mitarbeiter dort arbeiten so schnell, dass es fast gruselig ist. Nur so können sie die Massen an Menschen abfertigen die sich vor der Tür aufreihen. Und dabei haben sie immer ein Lächeln im Gesicht – fast:

Wo kommt eigentlich die Ananas her?

Ganz klar: aus Hawaii! Ich glaube es gibt hier keine Frucht die mehr als nationales Heiligtum angesehen wird wie die Ananas. Man findet sie hier an jeder Ecke, aber sie ist nicht günstig. Genau genommen ist sie bei uns teilweise sogar günstiger. Wir waren aber noch auf keinen lokalen Märkten – also möglicherweise bekommt man sie dort zum Spotpreis (als Tourist sicher nicht).

Jedenfalls kommt die Marke, die jeder mit Ananas verbindet, aus Hawaii. Dole stellt 90% aller weltweit verkauften Dosenananas her. Und sie alle kommen von hier. Grund genug uns diese sehr touristisch erschlossene Farm anzusehen.

Für einige Dollar geht es mir dem Ananasexpress (ja wirklich!) 20 Minuten durch einen Garten und die Felder der Plantage.

Unter anderem sieht man hier viele heimische oder zumindest hier kultivierte Pflanzen wie Mango, Zuckerrohr, Zitronen, usw.

Trommelwirbel … wer weiß wie Ananasfelder aussehen? Genau so:

Kurzer Auszug aus meinem neu erlernten Ananaswissen: Geerntet kann immer werden – es gibt also keine spezielle Jahreszeit dafür. Nach einem Jahr reift die erste Frucht und nach weiteren 1,5 Jahren die zweite. Dann wird die Pflanze vernichtet und dient als Dünger für die nächste. Und so geht das immer weiter und weiter und … ihr wisst schon.

Im übrigen schmecken die hier auf Hawaii wirklich besser. Sie sind sehr viel saftiger und nicht ganz so sauer wie bei uns.

Nach dieser aufregenden Fahrt zahlen wir gleich nochmal $8 pro Nase für den Eintritt in den Garten. Der ist genauso aufregend wie es klingt, aber zumindest sehen wir Geckos. Diese bringen Glück, so heißt es. Denn sie fressen Plagegeister wie Gelsen (Mücken) und kleine Kakerlaken. Außerdem: sind die nicht süß?

Na wie auch immer. Am Ende sehen wir dann, dass wir uns die Ananassorten auch gratis vor der Tür ansehen hätten können. Das war wirklich interessant. Es gibt unglaublich viele Sorten (wusstet ihr das?) und sie alle sehen anders aus und schmecken anders. Übrigens: eine reife und/oder gute Ananas erkennt man nicht an der Farbe und Größe.
Dole verkauft aber nur eine einzige Ananassorte und die ist selbst gezüchtet. Sie heißt Dole-182 oder so 🙂

Gerade habe ich mich erschreckt wie viel ich jetzt über Ananas weiß. Huch. Da werfe ich doch gleich Bilder in die Runde:

Eis Nummer 2

Eigentlich gibt es aber nur einen Grund zur Dole Plantation zu fahren und das sollte man machen bevor man kein Geld mehr hat. Für schlanke $7 und einer halben Stunde anstellen (und ich wundere mich wo die Zeit hin ist), gibt es nämlich das:

(Nein wir haben uns nicht bis tief in die Nacht angestellt. Ich kann euch nicht sagen wieso das Bild so dunkel ist.)

Es handelt sich ganz simpel um Ananaseis. Aber ich kann euch sagen, dass es DAS Ananaseis ist. Es ist wirklich hervorragend und nicht nur weil man sich das bei dem Preis einreden muss.

Durch den Dschungel auf den Berg

Zum Abschluss des Tages fahren wir den Tantalus Drive hinauf in den Pu’u Ualaka’a State Park (wetten jeder versucht das grad auszusprechen? – gehörst auch du dazu? 😉 ), wo es einen Aussichtspunkt gibt.

Die Fahrt ist erstklassig. Der Weg windet sich in Serpentinen hinauf durch dichten Urwald und ist scheinbar ein kleiner Geheimtipp. Leider ist es schon so spät, dass uns keine Zeit zum Anhalten und Bilder machen bleibt. Somit bekommt ihr nur ein „unterwegs aus dem Auto“ Bild. Wir genießen die Fahrt einfach – es war toll, müsst ihr uns glauben.

Oben angekommen hat man einen genialen Blick auf den Diamond Head und Honolulu rechts daneben.

Auf einer Wiese kann man wunderbar picknicken und die letzten Sonnenstrahlen bei perfektem Panoramablick genießen.

Man sieht es ein bisschen bei den Aufnahmen: trotz Stativ sind sie verwackelt. Wie den ganzen Tag über schon, ziehen nämlich auch jetzt Gewitter mit richtigen Sturmböen durch. Also so wirkliches paradiesisches Wetter ist das hier nicht. Ich habe sogar das Gefühl die Hawaiianer kaufen sich gerade ihre erste Pullover im Leben 😉

Dadurch fällt auch das Nachtpanorama wortwörtlich ins Wasser. Ich zeige euch trotzdem was es geworden ist (in dieser Auflösung geht es grad noch):

Das wars mit O’ahu, Honolulu, Waikiki, Ananas und Touristenmassen. Ab morgen wird es hoffentlich ruhiger und der Aloha Spirit ist endlich zu spüren.

Mahalo fürs Lesen.

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