Tag 4 (O’ahu) – Movietour auf der Kualoa Ranch

Den heutigen ersten Tagespunkt haben wir sehr spontan noch 2 Wochen vor der Reise hinzugefügt. Eigentlich wollten wir die Westküste von O’ahu hinauf fahren und dort an den Stränden stehen bleiben. Die meisten davon haben daneben aber ein Luxushotel und diese erschweren einem sehr die Parkplatzsuche.

Info: Auf Hawaii gibt es ein Gesetz, das jedem den freien Zugang zu jedem Strand sicher stellt. Das heißt es kann auf Hawaii keine Privatstrände geben. Meistens gibt es dann bei sehr geheimen Stränden nur ganz kleine Zugänge oder man muss Einlass verlangen (was auch normal sehr gut funktioniert – da ja Recht dazu besteht). Es gibt auch die Verpflichtung kostenlose Parkplätze zu schaffen. Diese halten sich aber natürlich in Grenzen uns sind meistens schnell belegt. Und da haben wir schon das Problem: wenn man nicht parken kann, wie kommt man dann hin?

Und genauso ist es hier auch. Also haben wir das Programm umgestellt auf etwas ganz anderes – nämlich auf etwas mega touristisches. Wir machen eine VIP Movietour. Auf der Kualoa Ranch, in einem Valley zwischen Vulkanausläufern, spielt zumindest eine Szene in so gut wie jedem Film der auf Hawai’i gedreht wird.

Kong Island, LOST, Last Ship, Jurassic Park und 50 erste Dates sind nur einige Beispiele davon. An den Bildern werden euch vor allem die Bergketten im Hintergrund bekannt vor kommen. Denn der Rest wird sehr oft stark nachbearbeitet, sodass man die Landschaft kaum wiedererkennt.

Die Kualoa Ranch hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich befand sich hier eine Zuckerfabrik auf einem Land, dass dem Besitzer vom König geschenkt wurde. Im zweiten Weltkrieg hat man aber versucht dieses Land zu enteignen, weil sich der Standort gut für einen Militärflughafen anbot. Die Familie hat dies jedoch soweit bekämpft, dass dort zwar das Flugfeld gebaut wurde, das gesamte Areal nach dem Krieg aber wieder zurückgebaut werden musste. Heute weiden auf einer gigantisch großen Fläche vor allem Kühe. Auf einem kleineren Gebiet werden auch Versuche mit dem Anbau verschiedenster Pflanzen durchgeführt. Aber es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass das eigentlich Geld hier mit Filmdrehs gemacht werden kann. Und so begann man in Hollywood aktiv für das Valley zu werben. Es gibt eigene Betreuer für Filmcrews, genauso wie eigene Containerdörfer und Häuser für die Schauspieler. Ein Rundum-Sorglos-Paket also. Und quasi als Abfallprodukt bleiben ab und zu Kulissen stehen, was wiederum Touristen aus aller Welt anlockt. Ein blühendes Geschäft also.

Bei der VIP Tour, die wir gebucht haben, bekommt man Popcorn und M&M und wird mit einem klimatisierten Kleinbus durch das Valley gefahren. Man darf dann einige Dinge genauer ansehen die man in der normalen Tour nicht zu sehen bekommt. Diese fährt nämlich in umgebauten Schulbussen herum, in die natürlich deutlich mehr Teilnehmer passen.

Hier zum Beispiel das Set aus dem Film Jurassic World 2. Dieser ist zum Zeitpunkt unserer Reise noch nicht einmal erschienen gewesen. Also eigentlich waren die Requisiten noch geheim.

Übrigens: alles auf den Bildern oben ist aus Holz oder Kunststoff. Das glaubt man selbst nicht wenn man davor steht. Erst wenn man es anhebt oder drauf klopft merkt man den Schwindel 😉

Kein Trick ist aber beim Gehege aus Jurassic World (1) dabei. Das Gate ist komplett aus Stahl und Beton gebaut und sogar der Kontrollraum ist für uns zugänglich. Leute die den Film gesehen haben werden das Set sofort erkennen:

Einiges aus dem LOST Set:

Ein LOST Fan erkennt sofort diesen Steg (ohne Dach). Es fehlt nur das U-Boot daneben 😉 Im übrigen ist dies auch die Bucht in dem der Wasserdino in Jurassic Wold (1) seine Kunststücke zeigt.

Etwas aktueller sind da die Knochen aus dem Film „Kong Island“:

Jeder, der die Serie „The Last Ship“ gesehen hat wird folgendes Haus sofort erkennen. Direkt hinter mir befindet sich im übrigen das Set zum Cafe von „50 erste Dates“, dass aber nicht wirklich toll ist. Es ist nämlich mittlerweile einfach nur ein leeres Haus, das ab und zu für Hochzeiten gemietet wird.

Aber man kann auf der Ranch auch einfach die tolle Landschaft genießen und einfach vergessen, wie kommerziell das hier genutzt wird. Bei etwas schönerem Wetter sicher noch toller 😉

Insgesamt war die Tour wirklich toll. Mir (Gerald) als großer Serienfan deutlich mehr, denn einige meiner Lieblingsserien wurden zum großen Teil hier gedreht. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass diese Kulissen natürlich nicht lange halten und daher sieht man nicht wirklich viel. Die Drehorte gibt es aber wirklich und das reicht meist schon.

Insel in Hutform

Nach einem Mittagessen begeben wir uns auf den gleichnamigen Strand (Kualoa Beach) von wo aus man den Chinamans Hat (kleine Insel in Form eines chinesischen Hutes) sehr gut erkennen kann. Hier sind wir wieder dankbar darüber, dass wir uns vor dem Urlaub Microfaserhandtücher* in verschiedenen Größen gekauft haben. Diese sind sehr leicht, ganz klein zusammenfaltbar und saugen trotzdem sehr viel Wasser auf. So ist ein spontaner Strandspaziergang kein Problem.

Fun Fact: bei Ebbe kann man von diesem Strand aus bis hinüber zu Fuß gehen 😉

Roadtrip entlang der Küste

Danach fahren wir die Ostküste hoch bis in den Norden der Insel. Viele Bilder gibt es davon nicht, da wir einfach die Fahrt auf dem Highway direkt neben dem Wasser genossen haben. Auf halber Strecke, beim sogenannten La’ie Point befindet sich aber ein unbekanntes Highlight – ein Arch mitten auf einem Felsen im Meer. Sehr ungewöhnlich und sicherlich auch nicht mehr lange ein Arch 😉

Viele Pflanzen und ein Wasserfall

Für einen unverschämt hohen Preis (17$ pro Nase) laufen wir noch durch das Waimea Valley bis zu den Waimea Falls. Ein sehr schöner botanischer Garten in dem man sicherlich viele Stunden und Tage verbringen kann, vor allem wenn man sich detailliert mit der Botanik beschäftigt.

Uns geht es aber hauptsächlich um die Wanderung und deren Ziel, die Waimea Falls:

Hier im Park fanden an diesem Tag übrigens 2 (!) Hochzeiten nebeneinander statt. Hier wird, wie bei uns zuhause, geheiratet was das Zeug hält. Passt ja irgendwie zu unserer Reise 😉

Die erste Schildkröte des Urlaubs

Oben an der Nordküste finden im Winter die Surfweltmeisterschaften statt. Jetzt im Sommer sind die Wellen aber lächerlich niedrig. Das eigentliche Highlight zu dieser Jahreszeit ist der Laniakea Beach, an dem sich um die Mittagszeit Riesenwasserschildkröten aufwärmen. Diese streng geschützten Tiere werden von freiwilligen Helfern bewacht, sodass die Schildkröten in Ruhe schlafen können. Jetzt am Abend sind eigentlich schon alle wieder im Meer draußen, außer diese eine. Und mit einem Teleobjektiv (zum Glück schleppe ich das fast 1kg schwere Teil immer mit 😀 ) gelingen sogar Bilder:

Katrin genießt ebenfalls den Strand:

Reisetipp: Wer genau hinsieht, kann auf Katrins Rucksack Karabiner* erkennen. Diese haben sich extrem gut bewehrt, weil sich so schnell Schuhe und co einhängen lassen, um am Strand die Hände frei zu haben. Für den Preis sollte man sich diese unbedingt besorgen. Es ist einer dieser Dinge, die man auf 100 Arten verwenden kann.

Beim letzten Sonnenlicht und einem kleinen Snack (habe ich schon erwähnt wie genial Microfaserhandtücher* dafür sind?) lassen wir dann die Kameras glühen, während Mr. Turtle neben uns seelenruhig weiter schläft. Wieso auch nicht? 🙂
Mit diesem letzten Bild verabschieden wir uns in den Abend. Es liegt nämlich noch eine lange Fahrt, quer durch die Insel nach Honolulu vor uns.

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