Der ganze Tag steht heute im Zeichen des Grand Canyon des Pazifik wie der „Waimea Canyon“ auch genannt wird. Der Name bedeutet dabei so viel wie „rötliches Wasser“ und den roten Stein bekommen wir heute auch noch öfters zu sehen. Man fühlt sich zwischendurch tatsächlich wie im Westen der USA (jaja Hawaii ist eigentlich ganz westlich in den USA …).

Ein Canyon geht immer noch

Bevor es aber so weit ist fahren wir die Straße zum Canyon hinauf. Denn wie den Grand Canyon auch kann man diesen nur von oben herab betrachten. Die Straße hinauf ist wunderbar zum Fahren. Die Kurven winden sich durch die traumhafte und ständig wechselnde Landschaft. Irgendwann kommt dann mal ein Lookout (wie könnte es anders sein). Wir wollten zwar direkt durchfahren aber hier müssen wir einfach runter schauen (sorry ist wieder etwas nebelig wegen dem Vulkan und so):

Direkt dahinter befindet sich ein Ort den nicht viele kennen weil er nicht angeschrieben ist. Ich finde es aber fast schade, dass hier beinahe jeder vorbei fährt. Die Landschaft wechselt nämlich plötzlich auf roten Stein und mitten drin befindet sich dieser sehr kleine Wasserfall, der einfach nur fotogen ist 😉

So jetzt aber weiter. Wir fahren den Canyonrand ganz entlang bis an dessen Ende (die Na Pali Coast). Vom Kalalau Lookout sollte man eigentlich bis zur Küste sehen und die Chancen auf wolkenfreies Wetter sind in der Früh am größten. Ja und wie ihr seht – wir sahen nix. Einfach nur eine weiße Wand.

Dafür scheinen diese Herren hier auf Vogeljagt mit ihren Objektiven zu sein. Erinnert uns sofort an den Yellowstone, wo vermutlich genau die selben Typen rum standen.

Am Ende war die Enttäuschung

Als nächstes wollten wir unbedingt einen Trail hier oben gehen. Hier heroben befindet sich der weltberühmte Awa’awapuhi Trail. An dessen Ende steht man auf einem schmalen Grat – was natürlich ein tolles Instagramfoto abgibt. Und deswegen ist er auch berühmt.

Wir sind aber schon erwachsen und suchen nur hier im Blog nach Anerkennung 😀
Nein mal im Ernst: nach mehreren Ratschlägen entscheiden wir uns für einen parallel verlaufenden Trail, den Nualolo Trail. Dieser soll schöner sei, weil er nicht so lange im Wald verläuft.

Parkplatz bekommen wir noch ohne Probleme, aber es sind schon sehr viele Leute mit ernsthafter Hikingausrüstung hier. Na da können wir mithalten. Schuhe geschnürt, Rucksack geschultert und los gehts.
Was wir nicht wussten ist, dass der Trail unendlich viele Höhenmeter überwindet. Zwar hat es hier oben nur knapp unter 20°C aber man darf nicht vergessen, dass wir uns im Regenwald befinden. Die Luftfeuchtigkeit bewegt sich zwischen „oh man ist das schwül hier“ und „kann man Wasser atmen?“ Und so stehen uns sehr bald die Schweißperlen auf der Stirn.

Leider kommt dann aber auch noch leichter Regen hinzu und je weiter wir runter steigen desto dichter wird der Nebel. Wir befinden uns also mittlerweile mitten in einer Wolke. Wir kommen bald auch aus dem Wald heraus und können ein Stück weit sehen:

Diesmal ist es nicht der VOG sondern ganz banaler Wasserdampf in Form von Wolken 😉
Kurz nach diesem Bild fängt es dann richtig zu schütten an:

Nachdem wir uns mit einem entgegenkommenden Hiker beraten, beschließen wir zirka bei Meile 2,75 den Trail abzubrechen. Es würde am Ende keine Sicht geben und der Regen wird immer stärker.

Das ist natürlich unbefriedigend, denn nun müssen wir ohne großes Highlight den Rückweg antreten. Und dieser entpuppt sich auf fast 1300 Metern Seehöhe als Qual. Irgendwann haben wir es dann aber zum Auto geschafft und machen erst einmal eine wohlverdiente Pause.

Versteckspiel mit den Wolken

Wir wollen das mit dem Meerblick noch nicht aufgeben und so fahren wir noch einmal zum Pu’u O Kila Lookout. Diesmal haben wir ein bisschen mehr Glück. Für wenige Sekunden öffnet sich die Wolkendecke bevor wir wieder vor einer weißen Wand stehen:

Schön oder?

Wettest spots on earth – oder: hier werden Wolken erschaffen

Direkt daneben sieht man rüber zum regenreichsten Punkt der Welt (ich habe die letzten Tage ja schon davon gesprochen). Der Gipfel des Wai’ale’ale ist nur wenige Tage im Jahr sichtbar. Sonst verbirgt er sich hinter einer Wolkenwand die er sich selbst schafft.

Und dieses Schauspiel kann man direkt dahinter mit eigenen Augen betrachten. Der Regenwald ist hier so feucht, dass die Luftmassen sofort Wolken wie am Fließband entstehen lassen (ja der „Nebel“ hier kommt quasi aus den Bäumen wie Rauch):

Lookouts wohin man schaut

Wir fahren den Canyon wieder zurück und bleiben dabei bei fast jedem Lookout stehen. Hier ein paar Eindrücke:

Doch vor den wirkliche guten Lookouts fängt es dann richtig an zu schütten. Wir sind von oben bis unten nass und aus meinem Stativ tropfte noch am nächsten Tag das Wasser.

Mehr oder weniger müssen wir unsere Fototour hier abbrechen weil die Luft nun so dunstig ist. Gesehen haben wir aber alles und das ist ja das Wichtigste 😉

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass hier unendlich viele Hühner rumlaufen?

Wie bekommen die immer den Stand leer?

Vor der Reise schaue ich mir natürlich immer sehr viele Bild und Fotolocations an. So auch hier in Hawaii. Und bei allen Bildern von Stränden, Piers, etc. sind nie Menschen zu sehen. Leider in der Realität ganz anders. Ich wollte eigentlich den Waimea Pier mit einer Langzeitbelichtung abbilden aber die Sonne ist derart hart, dass ich es bei einem Schnappschuss belassen. Abgesehen davon sind hier echt viele Leute unterwegs.

Jetzt aber etwas aufwärmen

Dieser Punkt war erst für den nächsten Tag geplant aber er passt zeitlich und örtlich so gut rein. Der Grund wieso wir unseren Jeep Wrangler mit 4×4 haben ist der Polihale State Park. Dieser ist nur durch eine Dirtroad zu erreichen und die war bis vor ein paar Wochen mit tiefen Schlaglöchern gespikt. Dann wurde sie bei der Flut komplett weg geschwemmt und zu unserem Glück nur wenige Tage vor unserer Ankunft neu gemacht. Dirtroad bleibt sie, aber man hätte sie auch mit einem PKW befahren können:

Dieser Strand ist vor allem bei den Einheimischen beliebt, die hier Partys feiern und das ganze Wochenende campen (übrigens hier so üblich an jedem Strand – wenn erlaubt).

Ein Funfact über diesen Strand: im Winter sind die Wellen so hoch, dass beinahe der gesamte Sand ins Meer gespült wird. Mit dem Sommer kommt aber der gesamte Sand (und meist noch mehr) wieder zurück als wäre nichts gewesen.

Die Fahrt ist zwar sehr laut und unbequem aber überhaupt kein Problem. Hier läuft das Leben anders:

Dann sind wir da und genießen die letzten Stunden des Tages mit einem Lunch und fast alleine. Alle 50 Meter liegt mal wer…

Einige Einheimische versuchen sich bis zu den letzten Sonnenstrahlen im surfen:

Das wars für heute. Mahalo fürs Lesen.