Der Morgen graut und wir sind bereits auf den Beinen … äh auf den Reifen. Denn nach dem Checkout sind wir schon auf dem Weg in das Lamar Valley. Die ersten paar Kilometer fahren wir durch bewaldete Berge und hoffen hier deswegen auf Bärensichtungen. Vorerst haben wir damit aber leider kein Glück.
Unglaublicherweise sind hier schon einige Autos unterwegs und viele Leute stehen bereits mit ihren Ferngläsern an den Straßenrändern. Das ist immer ein guter Indikator für ein Tier. Hier im Yellowstone ist es üblich, dass man dann ganz einfach auch stehen bleibt und nachfragt was denn so beobachtet wird. Meistens darf man dann sogar durch das ein oder andere Fernglas sehen.
Generell ist es ein Wahnsinn was hier an Equipment vertreten ist. Hier sieht man Objektive, bei denen ich dachte sie werden eher zu Forschungszwecken hergestellt und gelangen gar nicht in den Verkauf 😀

Hier nochmals die Yellowstone Karte, damit jeder nachsehen kann wo wir uns heute herum treiben:

Ich sage es immer wieder: Fotografieren nur in der Früh und am Abend. Licht ist alles:

Nach ein paar Kilometern haben wir dann aber doch ein wenig Glück und Katrin kann im Wald (ganz ohne Personen am Straßenrand) einige Dickhornschafe ausmachen. Wir bleiben stehen und ich pirsche mich langsam an diese heran um gute Bilder zu machen.

Ich wollte in diesem Urlaub unbedingt ein Bild von Bisons auf einer freien Weide machen. Für mich gehört das irgendwie als Klischeebild zum Wilden Westen dazu. Und hier im Valley wurde ich dann endlich fündig. Hier hat man die Auswahl zwischen einzelnen Bisons oder ganzen Herden.

Wir fahren also immer weiter in da Valley hinein, immer mit angestrengtem Blick nach draußen ob irgendwo ein Tier zu sehen ist.
Dann kommt eine Parkbucht mit sehr vielen Leute die um die Wette fotografieren. Es stellte sich heraus, dass auf der anderen Flussseite gerade einige junge Kojoten miteinander spielen. Man kann sie leider auf Grund der Entfernung schwer erkennen.

Am Weg sehen wir dann noch einige andere Tiere. Beim heran gehen schrecke ich dann sogar einen Dachs auf, der dann leider völlig panisch weg läuft. Das war keine Absicht 😉

Als wir schon fast am Ende des Lamar Valleys (und damit dem Park an sich) angelangen sind, drehen wir um und fahren dieselbe Strecke nochmals zurück.

Absichtlich haben wir in der Früh hier einige Punkt ausgelassen um möglichst früh im Valley zu sein.
Kurz vor unserem nächsten Punkt sehen wir auf einmal wieder extrem viele Leute an den Straßenrändern und für uns war klar: hier gibt es Bären.

Wir suchen also auch noch einen freien Platz und fragen uns wo der Bär denn ist. Ein Mann hilft uns aber damit recht schnell und lässt uns sogar durch sein Fernglas blicken. Es handelt sich wirklich um ein Jungtier, wobei von der Mutter nichts zu sehen ist. Er sitzt im hohen Gras und tut nicht recht viel. Deswegen kann man auch nur schwer etwas erkennen. Daher fahren wir nach einigen Minuten weiter.

Der nächste Punkt ist der Blick auf den „Tower Fall“, aber dazu habe ich gerade leider keine guten Bilder parat.

Danach fahren wir wieder in Richtung Norden zum „Calicite Springs Overlook“. Von hier aus hat man einen schönen Blick in den Canyon und den Fluss darunter. Also wir zum Overlook gehen, können wir unseren Augen und Ohren kaum trauen. Im Tiefflug fliegt ein kleines Flugzeug zwei Mal durch den Canyon. Ich bezweifle, dass das erlaubt ist.

Der Blick vom Overlook ist aber dann fantastisch und ich versuche mich ein wenig mit Graufiltern:

Auf unserer weiteren Route kommen wir wieder bei der Stelle vorbei, an der wir vorhin den kleinen Bären gesehen haben. Hier stehen jetzt deutlich mehr Leute, also parken wir uns schnell wieder ein und gehen hin. Tatsächlich sieht man nun mehr vom Bären und mir gelingen sogar ein paar Bilder.

Auch wenn wir nicht viel gesehen haben war der Stopp extrem wichtig, denn ein Mann erzählte von seinen unzähligen Bärensichtungen heute. Eine davon direkt ein paar hundert Meter weiter.
Da wir diesen Punkt als Alternative geplant gehabt hätten, versuchen wir unser Glück und fahren schnell hin.
Und tatsächlich sieht man direkt vom Parkplatz aus eine Bärenmutter mit ihrem Jungen. Hier sind auch schon die Leute der Yellowstone Bear Control anwesend und regeln wieder den Verkehr und die Beobachter. Kurz nach unserer Ankunft wird der Parkplatz sogar wegen Überfüllung geschlossen. Da haben wir aber Glück gehabt, denn eine Mutter mit ihrem Jungen bekommen nur die wenigstens zu Gesicht. Und dann meistens auch nicht so nahe wie bei uns. Hier die Bilder von dem süßen Treiben:

Und weil es so süß ist, gibt es davon sogar ein kurzes Video:

Wir gehen hier eigentlich nur weil meine Speicherkarte nun endgültig voll ist. Ich habe gute 100 Fotos von ein und demselben Bären drauf. Aber man weiß ja nie welches wirklich gut wird 😉

Weil Katrin Wasserfälle ja so liebt (not), bleiben wir auch noch bei den „Udine Falls“ stehen. Diese gefallen mir Recht gut, also packe ich hier auch das Stativ aus und versuche mich ein wenig künstlerisch:


Mammoth Hot Springs

Unser nächster Stopp ist Mammoth Hot Springs (engl. für etwa “Riesige Heiße Quellen”). Den Namen verdankt der nördlichste Ort im Yellowstone den sich hier befindlichen Sinter-Terrassen die der eigentliche Grund für unseren Halt hier sind. Aber dazu gleich mehr.

Der Ort ist nämlich etwas ganz Besonderes für den Yellowstone. Von hier aus wird der Park nämlich seit 1891 verwaltet. Bereits damals wurde hier von der US Armee das Fort Yellowstone gebaut. Diese verwaltet den Park ja bis zur Übergabe an den National Park Service im Jahr 1916.
Mammoth Hot Springs ist auch der einzige Ort den man ganzjährig mit dem eigenen Auto erreichen kann.

Was macht die Quellen gerade hier so besonders? Wir haben doch jetzt schon so viele gesehen? Tja alle sind eben anders 😉
Das Besondere hier ist, dass das Wasser einen extrem hohen Anteil von Kalk und Mineralien aufweist. Diese fällen sofort beim Austritt aus dem Boden aus und bilden dadurch Terrassen. Und weil immer weiter Wasser austritt bilden sich die Terrassen ständig um. Dort wo sich Ablagerungen ansammeln, behindern sie das Wasser das sich wiederum einen anderen Weg sucht und dort Ablagerungen bildet. Bei einigen bleibt das Wasser stehen und es siedeln sich Organismen und Algen an die für eine Verfärbung sorgen.

Durch das ganze Gebiet zieht sich ein gut gebauter Steg und sehr viele Stufen. An dessen Anfang steht der der „Liberty Cap“. Ein Stein, der sich ebenfalls durch Ablagerungen gebildet hat und eine sehr „eigentümliche“ Form aufweist 😉

Wir beschließen so gut wie alles zu Fuß abzugehen. Die wirklichen schönen Teile der Terrassen sind aber eher selten. Die meisten davon sind mittlerweile ausgetrocknet und sehen einfach wie grauer Stein aus.
Sieht man sich aber nur die Bilder an, kommt man schon ein wenig ins Staunen. Ich poste hier wieder alle Bilder gesammelt.

Die oberen Terrassen (Upper Terrace) kann man dann mit dem Auto befahren. Ja genau … es ist quasi eine Sightseen-Drive-Through 😀
Leider wissen wir nicht so ganz was das hier soll. Bei den ausgeschilderten Punkten finden wir meistens nur völlig zerfallene Terrassen. Es gibt hier zwar einige schöne Sachen zu bestaunen, diese sind aber durchgängig nicht angeschrieben. Unsere Vermutung: die Terrassen bilden sich so schnell um, dass der Park die Beschilderung bzw. den Weg nicht ändern möchte. Das finden wir wirklich sehr lieblos für einen der bekanntesten Parks der USA.

Somit können wir den Weg über die Upper Terrace nicht wirklich empfehlen.


Norris Basin

Aber wir haben ja noch eine Rechnung mit dem Yellowstone offen. Erinnert ihr euch an gestern? Wir wollten das Norris Basin besichtigen, wurden aber von der gesperrten Straße daran gehindert. Da unser Weg heute sowieso daran vorbei führt, wollen wir hier noch stehen bleiben, wenn es denn geöffnet ist.

Vorher bleiben wir aber bei den Sheepeater Cliffs stehen. Das ist einen kurzen Stopp wert. Die Felsen haben eine beeindruckende Form:

So Norris Basin ist zwar geöffnet, aber hier ist deutlich mehr los als wir uns erwartet haben. Eigentlich war das Basin nicht unbedingt ein Pflichtprogramm für mich, weil ich nicht so genau wusste was uns dort erwartet. Anhand der Menschenmassen zu urteilen, muss es aber unheimlich toll sein.
Also Rucksack um und los geht es.

Norris Basin – dieser Name klingt erst einmal harmlos nicht wahr? Wir befinden uns hier am Rand der Caldera des Yellowstone-Vulkans und gleichzeitig im heißesten Geysir-Becken, dass der Yellowstone zu bieten hat. Das alleine reicht schon für einen Rekord, aber da wir uns im Land der Superlative befinden muss auch dieses Basin nachziehen. Hier befindet sich nämlich auch der größte aktive (wer zählt denn nicht aktive dazu?) Geysir der Welt – der Steamboat-Geysir. Aber dazu gleich mehr.

Das Basin teilt sich in zwei Teile und wir beschließen erst einmal das „Porcelain Basin“ zu besichtigen. Der Rundweg ist nicht allzu lang, aber stinkt an einigen Stellen wirklich enorm. Dafür ist der Name wirklich Programm. Die Pools haben alle sehr schöne pastellfarben die sich teilweise sogar miteinander mischen:

Weil dieses Basin so schön war, beschließen wir auch den zweiten Teil – das Back Basin – zu machen. Hier kann man zwischen einem kurzen und einem langem Trail wählen. Und weil wir heute ja noch keine Bonusmeile gegangen sind, wählen wir natürlich den längeren. Und natürlich hat es sich auch wieder nicht soooo wirklich ausgezahlt. Aber was solls … wir sind ja noch jung. Es soll aber jetzt nicht falsch rüber kommen: wer genug Zeit mitbringt, sollte auf jeden Fall alles gesehen haben. Die Pools können nur einfach nicht mit jenen mithalten, die wir bisher sehen durften.


West Yellowstone

Jetzt haben wir wirklich fast den gesamten Yellowstone gesehen, wenn man mal von den Trails absieht. Wir machen uns nun also auf nach West Yellowstone. Dieser Ort liegt direkt an der Grenze zum Yellowstone Nationalpark, allerdings bereits im Bundesstaat Montana und ist unser heutiger Übernachtungsort.

Beim Verlassen des Parks holen wir noch das obligatorische Bild vom Nationsparkschild nach (aus dem ersten Yellowstonebericht). Dieses konnten wir am ersten Tag auf Grund des starken Regens ja nicht machen. Natürlich hält gemeinsam mit uns auch ein Touristenbus voller Asiaten am Schild. Diese parken direkt hinter dem Schild und wir dazwischen. Die Reiseleiterin redet mich daraufhin ziemlich unfreundlich an, dass unser Auto nun auf jedem Foto oben sein wird und wir gefälligst weg fahren sollen. Ich antwortete ihr aber nur „Wenn ich weg fahre, dann ist ja ihr Bus auf jedem Bild. Inwiefern ist das besser?“ Daraufhin gab sie Ruhe und das Auto ist ja auch auf unserem Bild nicht zu sehen …

Weil es mittlerweile schon sehr spät ist, entschließen wir uns direkt in die Pizzeria zu fahren. Wir haben den Tipp der „Wild West Pizzeria“ in West Yellowstone aus dem Internet und können diesen nur bestätigen. Es ist viel los, aber weil wir nur 2 Personen sind bekommen wir sofort einen Tisch.
Die Pizza ist sehr mit der unsrigen zu vergleichen, schmeckt aber doch ein wenig anders:

Der Weg zu unserem Hotel ist dann nicht mehr weit. West Yellowstone ist ja nicht sonderlich groß. Das „Yellowstone Park Hotel“ ist nach dem in der Old Faithful Area das zweit teuerste. Die Nacht kostet uns hier gleich mal knapp 300 EUR. Aber selbst über ein halbes Jahr vorher war sonst nichts Anständiges zu finden. Alle günstigen Unterkünfte mit guter Bewertung waren bereits ausverkauft.

Das Hotel zählt aber zu den besten der Reise bisher, was den Preis aber nur teilweise rechtfertigt. Außerdem ist es bereits so spät, dass wir eigentlich nur ins Bett gehen und nach dem Aufstehen schon wieder fahren.

Morgen liegt der längste Fahrtag vor uns und weil uns das noch nicht genug ist, werden wir diesen noch etwas verlängern und einige Highlights einbauen. Seid also gespannt.

Hotelbewertung: Yellowstone Park Hotel

Location: Das Hotel liegt direkt im Ort „West Yellowstone“, das wiederum direkt neben dem Park liegt. Wenn man ein günstiges Hotel in diesem Ort ergattert, dann kann man sparen. Man fährt aber mindestens 1 Stunde in den Park.

WLAN: Gutes WLAN

Preis pro Zimmer/Nacht: EUR 293

Parkplatz: Ausreichend vor dem Hotel

Bemerkung: Die Zimmer waren extrem schön, groß und sauber. Für eine Übernachtung fast schon zu groß. Für diesen Preis kann man aber trotzdem deutlich mehr erwarten. Vor allem beim Frühstück müssen wir Abschläge machen, da dieses zwar ausreichend aber überhaupt nicht gut war.

Unsere Bewertung: 7 von 10 Sternen

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Auf dieser Etappe kamen unter anderem folgende Dinge zum Einsatz: