Es ist 5 Minuten nach 6 Uhr (AM) und ich bin hellwach. Dabei haben wir uns extra den Wecker später gestellt, da es heute Vormittag ja sowieso regnen sollte. Weil wir auch nicht mehr sehr viel am Programm stehen haben, können wir es ein bisschen lockerer angehen.
Ich bin also wach und schaue aus dem Fenster und sehe … nichts außer der Sonne. Eines ist jetzt mal klar: den Wetterbericht kann man sich hier wirklich sparen. Wir nehmen eben das gute Wetter mit – egal wohin wir gehen. Gern geschehen an alle auf Konzerten und Hochzeiten heute in Chicago (und das sind viele).

Katrin schläft noch gut also surfe ich ein bisschen im Internet und beantworte Nachrichten zu unserem Blog. Die Leserzahlen gehen absolut durch die Decke. Danke für alle die uns folgen! Das motiviert mich weiter zu schreiben 😉

Jedenfalls sind wir irgendwann bereit um los zu gehen. Wir schauen wieder bei unserem Lieblings-Dunkin Donut vorbei und holen uns ein Frühstück. Dieses nehmen wir mit zum „South Garden“ vom „Art Institute of Chicago“. Das ist ein extrem kleiner Park, der aber sehr gemütlich ist. Nur einige schattenspendende Bäume und ein Brunnen befinden sich dort.


Route 66

Etwas gibt es, dass die diesjährige Reise mit der vom letzten Jahr verbindet. Klar wir sind wieder in den USA. Nein ich meine das wirklich wortwörtlich – die Route 66. Diese Straße verband auf 3944 Kilometern nämlich bei ihrer Erbauung 1926 Chicago mit Santa Monica in L.A. Heute heißt sie streckenweise nicht mehr Route 66 und ist auch nicht mehr durchgehend befahrbar. Ein Touristenmagnet ist sie trotzdem noch 😉
Das ist die Originalroute der Route 66:

Quelle: Wikipedia

Somit waren wir letztes Jahr an einem Ende der Straße und heuer am anderen. Kann man jetzt also sagen wir haben sie ganz gesehen? 😀

Als Beweis gibt es natürlich so wie in Santa Monica auch hier ein „Begin“ und „End“ Schild. Diese findet man aber nur, wenn man sie wirklich sucht. Sie sind mitten auf der Straße hoch oben aufgehängt (um Diebstahl zu verhindern).

Am Weg dorthin haben wir auch die Möglichkeit euch einmal die sehr alten „L“ Stationen zu zeigen:

 

Was fangen wir jetzt mit unserer Zeit an? Eigentlich soll es am frühen Nachmittag doch noch ein wenig regnen. Wir planen also noch schnell was am Vormittag zu machen und den Regen in einem Restaurant abzuwarten.
Wir überlegen hin und her und entscheiden uns dann für eine weitere Bootsfahrt. Das klingt zwar im ersten Moment seltsam, weil wir ja gestern schon eine gemacht haben, aber gestern haben wir uns nur den River angesehen und wir wollen unbedingt auch auf den See hinausfahren.
Weil wir aber von der gestrigen Fahrt so begeistert waren, buchen wir beim selben Anbieter eine 90 Minuten Tour durch den River und See. Wir waren uns nicht wirklich sicher ob die 35 Dollar pro Person wirklich gut angelegt sind. Wir hatten Angst, dass man uns genau dasselbe erzählen wird wie gestern, aber dem war zum Glück nicht so.
Die Bootsfahrt war wieder einmal ein Highlight. Die Sicht auf Chicago vom See aus ist umwerfend. Dazu natürlich der Wind und das Geräusch von Wasser um einen herum.

Das Übersetzen vom Fluss in den See passiert übrigens mittels einer Schleuse. Das Besondere daran ist, dass sie absolut jeder benutzen kann – und das kostenlos. Sogar für ein kleines Schlauchboot würden sie die Schleuse einschalten.


Bootstour

Und jetzt die versprochenen Bilder von der Bootsfahrt. Die Sonne stand diesmal bedeutend besser und ich würde jedem empfehlen die Tour am späten Vormittag zu machen. Zu dieser Zeit steht die Sonne hoch genug um in die Häuserschluchten zu reichen, ist aber nicht zu weit im Westen damit sie auf den Bildern stört.

Wir hatten sogar das seltene Glück zu sehen wie sich die Brücken öffnen. Dieser werden im Mai und Juni geöffnet, damit die Segelboote vom Landesinneren zum Hafen gebracht werden können. Und ja die Brücken öffnen sich in dieser Zeit tatsächlich für jede Privatperson.

Die Tour dauerte wegen der langen Wartezeit in der Schleuse dann fast 120 Minuten. Jetzt ist es schon knapp 13 Uhr und das heißt es wird Zeit etwas zum Essen zu suchen. Und wir haben da ja noch ein spezielles Essen offen …
Neben dem chicago-style Hot Dog von gestern, zählt die “stuffed pizza” zum absoluten must-eat in Chicago. Diese Pizza hat wenig mit dem italienischen Original zu tun wie wir es kennen. Vielmehr ist es eine Mürbteigtorte die mit Käse, Tomaten und Wurst gefüllt wird. Dabei ist die “stuffed pizza” eine Weiterentwicklung der “deep-dish pizza” damit noch mehr Inhalt hinein passt 😀 Diese Pizza gibt es in mehreren Restaurants in der Stadt aber das bekannteste ist wohl „Pizza Giordano“, wo wir uns jetzt auch befinden.
Und was soll man sagen? Sie haben es wirklich zur Perfektion getrieben. In dieser Pizza ist so viel Käse, dass man nach dem ersten Bissen schon ein Sättigungsgefühl bekommt. Katrin und ich haben zusammen gerade mal eine halbe kleine (!) Pizza geschafft. Sie schmeckt eigentlich relativ normal, da man vom Mürbteig nicht viel schmeckt. Nur der Rand ist dann doch etwas seltsam und erinnert eben an einen Keks.

Auf diese Pizza mussten wir übrigens 45 Minuten warten, was dann wirklich kein Fast Food ist 😉
Aber seht euch diesen Käse an …. Boarh

Eigentlich wollten wir uns danach eine Nachspeise im – erst vor wenigen Tagen eröffneten – Nutella Store gönnen. Eine Freundin hat uns kurz vor unserer Reise darauf hingewiesen und wir hätten ihn wirklich sehr gerne ausprobiert. Dabei haben wir aber zwei Dinge nicht bedacht: Erstens hätten wir nichts mehr in uns rein gebracht und zweitens ist der Store wohl beliebter als wir dachten. Absolut krank wie viele Stunden (?) die Leute hier warten um dann eine Waffel mit Nutella zu kaufen …


Riverside Walk und Touristenmassen

Wir haben jetzt noch eine sehr bekannte Sehenswürdigkeit übrig, die erst dieses Jahr fertig gestellt wurde (offiziell … denn es ist teilweise immer noch nicht fertig). Es handelt sich dabei um den Riverside Walk. Diesen gibt es so in vielen Städten der Welt (auch in unserer Heimatstadt Wien), aber ich muss sagen dieser ist besonders belebt. Hunderte Einheimische und Touristen lassen sich hier vom Leben treiben, trinken, treffen sich mit Freunden, etc.
Mir waren es aber schon fast zu viele Leute. An einem Wochentag ist es sicher netter um die Aussicht auf die Hochhäuser zu genießen. Wir würden sagen, dass der Riverside Walk ebenfalls ein must-see in Chicago ist. Es ist einfach unbeschreiblich wenn der Trumptower auf einmal hinter der Brücke auftaucht.

 

Unter den Brücken gibt es „Schmutzfänger“ und es wäre nicht Chicago, wenn diese nicht auch eine Art Kunstwerk sind. Man kann sich nämlich darin spiegeln, wenn man nach oben sieht:

Hier gibt es auch eine Art Partyzone in der es erlaubt ist Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken. Dies ist in den USA ja eigentlich nicht erlaubt (mit der Ausnahme von Nevada). Überall hier in der Stadt werden Waffen übrigens nicht gerne gesehen:

Wir kommen auch bei der Hafenanlage vorbei, die an so einem schönen Wochenendtag (achja übrigens: es regnete den ganzen Tag keinen einzigen Tropfen) natürlich gut besucht ist. Wir mussten kurz lachen, als wir sahen, dass hier vor vielen Booten Griller standen. Es sieht fast so aus als würden die Leute hier mehr Zeit auf den Booten im Hafen verbringen als auf dem See.

Da wir heute noch Koffer packen müssen und uns auch ein wenig ausruhen wollen gehen wir schon um 18 Uhr zurück zum Hotel. Dabei laufen wir aber noch durch den Millennium Park, wo sich auch „The Bean“ befindet. Hier gibt es gerade ein Gratiskonzert und es sind hunderte Leute unterwegs.
Nur damit man mal sieht was normalerweise bei der Bean los ist: (ihr wisst noch wie leer es gestern war?).

Eine Sehenswürdigkeit lassen wir aber wirklich aus. Es gibt eigentlich nämlich noch eine zweite Aussichtsplattform in Chicago. Und auch wenn wir diese normalerweise alle besuchen, ist es uns hier keine weitere 20 Dollar wert. Es handelt sich um den Willis Tower.
Bis 2009 hieß dieser noch Sears Tower, bis die Versicherung Willis Group Holdings hier Bürofläche und die Namensrechte kaufte. Die Einwohner von Chicago nennen ihn aber weiterhin Sears Tower. Er ist mit 442 Metern Höhe das höchste Hochhaus in Chicago und war bis 2013 sogar das höchste Gebäude der USA. Dann wurde es vom One World Trade Tower in NYC abgelöst, den wir ja schon bestiegen haben. Mit Antenne (527m) ist der Willis Tower sogar die fünfthöchste freistehende Konstruktion der Erde! Abgesehen davon gibt es unfassbare 104 Aufzüge.
Beinahe ganz oben befindet sich eine Besucherplattform und diese ist sogar die höchste in Amerika.

  

Den restlichen Abend verbringen wir am Zimmer damit Oreo Cookies zu essen und auf das Feuerwerk zu warten, dass es hier in Chicago jedes Wochenende gibt.
Und wie als wäre es für uns gemacht taucht das Feuerwerk um 10:15 PM direkt zwischen den Hochhäusern auf. So kann man den Tag echt beenden und unser Zimmer hat sich wieder ein bisschen mehr ausgezahlt 😉