Die Idee

Zur Idee dieser Reise gibt es nicht wirklich eine Geschichte. Nach unserer Westküstentour 2016 (hier nachzulesen), haben wir uns auf diese Art zu verreisen verliebt. Leider haben auch wir nicht unendlich viel Urlaub und so mussten einige tolle Orte letztes Jahr von der Urlaubsplanung gestrichen werden. Kurz nachdem wir wieder zu Hause waren und die Eindrücke sickern haben lassen war uns klar: es muss noch einmal rüber gehen um das Ausgelassene nachzuholen.

Ihr werdet sehen, dass wir extrem viele Dinge erst bei dieser Reise nachholen die eigentlich typisch für die erste USA Rundreise sind. Aber ja: danach haben wir sehr viele typische Dinge im Westen der USA gesehen. Irgendetwas muss leider immer unentdeckt bleiben, aber die Welt ist leider so groß und das Leben so kurz 😉


Ideen sammeln

Der schwierigste Teil an der gesamten Planung ist es, die Orte zu finden die es wert sind gesehen zu werden. Dabei muss man natürlich immer Abstriche machen, denn man hat ja auch dieses Mal nicht unendlich viel Zeit. Dieser Punkt ist ein Prozess der bei uns schon lange vor dem Entschluss einer Reise startet. Wann immer ich etwas im Internet, TV oder sonst wo sehe das mich interessiert, schreibe ich es mir auf. Praktisch ist hierbei vor allem GoogleMaps. Dort lassen sich interessante Orte nämlich speichern (seit kurzer Zeit auch mit Label und Kategorie), sodass man irgendwann in vielen Jahren bei der Reiseplanung darauf stößt.

So wirklich intensiv beginnt die Suche nach Sehenswürdigkeiten allerdings natürlich erst wenn sicher ist wann und wohin es geht. Damit sollte man aber bereits beginnen, wenn die genauen Aufenthaltsorte noch nicht geplant und auch die Hotels noch nicht gebucht sind. Am besten wäre es wenn sogar Anfang und Ende des Urlaubs, also die Flüge noch nicht gebucht sind.
Realistischerweise verschafft man sich aber zuerst einmal einen Überblick und plant dann auf Grund dessen die Eckdaten (Flug, Aufenthalte, usw.). Für diesen Überblick bieten sich heutzutage natürlich Blogs wie dieser hier an. Die meisten Travelblogger investieren sehr viel Zeit in das Finden von Geheimtipps. Es wäre schade nicht davon zu profitieren. Allerdings kann es je nach Land sehr mühsam sein sich dutzende Blogs durchzulesen.

Nach wie vor bieten sich deswegen für einen ersten Überblick Reiseführer an. Doch auch hier kommt es stark darauf an welcher. Diese sehr allgemein gehaltenen dünnen Dinger eignen sich maximal wegen dem beigelegten Stadtplan 😉 Klar dicke ausführliche Reiseführer sind teuer und man nimmt sie für gewöhnlich dann auch nicht mit in den Urlaub (wegen dem Gewicht). Für unsere heurige USA Reise haben wir sehr intensiv folgende Reiseführer verwendet:

Sehr guter Reiseführer von Isabel Synnatschke. Sie zählt durch ihre unzähligen Reisen zu den Vollprofis für dieses Gebiet.
Im Reiseführer werden zwar fertige Routen vorgeschlagen was nicht ganz unser Stil ist, aber mit dem Stichwortverzeichnis findet man Informationen zu den einzelnen Orten sehr schnell. Für eine erste Übersicht auf jeden Fall das richtige Buch. Außerdem beinhaltet der Reiseführer sehr viele allgemeine Infos rund um die USA (Verkehrsregeln, Schulsystem, Geschichte, etc.).„USA der ganze Westen“ bei Amazon kaufen
Reiseführer von Iwanowski sind immer einen zweiten Blick wert. In diesem Fall bekommt man ein sehr übersichtlich aufgebautes aber doch recht dickes und unhandliches Buch. Dafür lässt es sich beinahe wie ein Buch lesen um Inspirationen zu sammeln.

Auch in diesem Reiseführer gibt es zu den einzelnen Orten viele Hintergrundinformationen, sowie Restaurant und Hoteltipps.
Dieses Buch ist somit unsere absolut erste Wahl, wenn es um einen ersten Überblick über den Westen der USA geht.

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Dieses Buch ist leider nur in englischer Sprache erhältlich. Es zählt aber zu den absoluten Standardwerken für Fotografie im Südwesten der USA. Ich würde es weniger als Reiseführer und mehr als Nachschlagewerk empfinden.
In diesem Buch finden sich sehr viele Geheimtipps, viele davon sind aber leider nur sehr mühsam zu erreichen. Oftmals ist dafür eine stundenlange Wanderung notwendig. Aber selbst wenn man diese Orte ignoriert erhält man viele Tipps auch zu den Touristenspots. Hilfreich sind natürlich (wie der Titel schon sagt) die Ratschläge zum Fotografieren dieser. Neben Objektivempfehlungen finden sich auch oft gute Empfehlungen für Orte und Tageszeiten.Photographing the Southwest Vol. 1 – Southern Utah bei Amazon kaufen
  Für Großstädte braucht man nicht wirklich einen gedruckten Reiseführer. Hier findet man sehr vieles im Internet. Die klassischen Sehenswürdigkeiten sind damit immer schnell heraus gefiltert. Gerade in Großstädten kann aber kein Handy und Internet (weil kein gutes GPS Signal) einen Plan ersetzen. Uns gefallen die handlichen Faltkarten von Marco Polo und deswegen stehen bei uns auch aus jeder Stadt die Reiseführer im Regal 😀

Abgesehen davon bekommt man wie bei Marco Polo üblich, einen gut strukturierten Überblick über Sehenswürdigkeiten, Hotels und Restaurants. Wirklich Geheimtipps sind hier aber selten dabei.

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Nach dem Durcharbeiten diverser Foren, Reiseblogs und Reiseführer hat man meistens einen sehr guten Überblick was es in der entsprechenden Gegend zu sehen gibt. Diese notieren wir uns gleich in einer Liste. Bei unserer heurigen Reise war die Liste zuerst nach Orten sortiert (Chicago, Yellowstone, etc.). Nach und nach übertrugen wir diese aber in eine Tagesplanung, die bis kurz vor der Reise finalisiert wird. Am Ende sieht die Liste dann in etwa so aus (ich hoffe mal ihr könnt nicht sehr viel lesen, sonst würdet ihr euch ja spoilern 😀

Neben dem Namen, eventuellen Eintrittspreisen und Bemerkungen wird hier auch schon die ungefähre Dauer für diesen Punkt eingetragen. Weiters haben wir uns angewöhnt, dass wir nicht die Adresse notieren, sondern die GPS Koordinaten. Das mag jetzt vielleicht bei einem Trail sinnvoll sein, aber bei einer Sehenswürdigkeit an einer Straße fragen sich jetzt viele vielleicht „wozu?“. Nun ganz einfach: man weiß nie so genau welches Navi man dort drüben verwenden wird können. Je nachdem werden die Adressen anders geschrieben oder teilweise auch falsch verstanden. Hinzu kommt, dass man oftmals eben nicht direkt in ein Geschäft oder Sehenswürdigkeit reinfahren, sondern eher den Parkplatz benutzen will 😉 Das alles kann man umgehen indem man den GPS Punkt der Einfahrt des Parkplatzes aufschreibt und dorthin navigiert. Die paar Ziffern sind sehr schnell in jede Navisoftware eingetippt.

Hat man alle diese Daten lässt sich schon sehr exakt sagen wie lange man an einem Ort sein will/wird. So wird dann auch die zur Verfügung stehende Zeit eingeteilt und anschließend Hotels gebucht.
Die Hotels suchen wir wie immer mit Tripadvisor. Hier einfach nach „Hotels“ und der Ortschaft/Gegend suchen und nach Bewertungen sortieren lassen. Die obersten fallen meistens auf Grund des Preises raus, aber man hat sehr schnell 2-3 Favoriten. Diese gilt es dann im Fall der USA auch frühzeitig zu buchen und auf ein eventuell kostenloses Storno zu achten.


Habt ihr wirklich Essen in der Liste?

Unterwegs in einem sehr großen Land ist es nicht immer einfach etwas zum Essen zu finden. Vor allem wenn man sich abseits von großen Städten bewegt, heißt es vorausplanen. Außerdem soll die Erinnerung an den schönen Tag nicht mit einem schlechten Essen enden. Rund um die typischen Touristenspots findet man im Internet sehr viele Empfehlungen zu Restaurants, Bars, etc. Hier ist der ein oder andere Geheimtipp bestimmt dabei. Diese Tipps werden dann auch noch in die Liste eingetragen. Dies dient aber eher zur Absicherung. Sollte man dort gerade Hunger haben, oder man sowieso dran vorbei fahren weiß man, dass es dort gutes Essen gibt.


War da nicht was mit dem Fotografieren?

Ja ganz Recht … die Seite heißt ja nicht umsonst TravelLens  😉
In unserem Fall kommt zur Reiseplanung dann auch noch die Planung des optimalen Fotoortes und -zeitpunktes hinzu. Durch klassische Fotomotive ergeben sich weitere Orte die man sonst links liegen lassen würde (z.B. Watchman im Zion, Barn in Fruita, etc.). An diese Orte stellt man dann aber noch eine weitere Anforderung: die Zeit. Hier meine ich einerseits natürlich, dass man zum richtigen Fotografieren einfach viel mehr Zeit benötigt als für die klassische Schnappschüsse. Andererseits muss man auch zur richtigen Zeit dort sein. Denn der schönste Ausblick bringt wenig wenn die Sonne genau in die Linse scheint (im übrigen gilt dies auch, wenn man keine Fotos macht).

Bei ganz besonderen Aussichtspunkten und Sonnenauf-/untergängen mache ich mir sogar die Arbeit und prüfe den Sonnenstand zum geplanten Datum und Uhrzeit. Dazu gibt es unzählige Handyapps die man vor Ort sehr gut benutzen kann. Von zu Hause aus empfehle ich die Seite suncalc.org, die sehr einfach zu bedienen ist, aber das Notwendige bietet.

Als Fotograf will man eigentlich an jedem Spot in den frühen Morgen- oder Abendstunden sein. Das geht aber leider nicht und so muss man sehr oft Kompromisse eingehen.


Was noch zu tun ist …

Für eine Rundreise ist ein Mietwagen irgendwie sehr wichtig 😉 Man sollte auf diesen also nicht vergessen. Da der Mietwagen meistens kostenlos storniert werden kann, empfehlen wir diesen sehr zeitig zu buchen. Es gibt hier kein Warten auf einen besseren Preis. Wer früh bucht, hat mehr Auswahl und die besseren Preise. Für die Reise heuer haben wir den Mietwagen bereits im November gebucht (also 7 Monate vorher). Jetzt sind die Preise übrigens 3x so hoch wie damals.
Wir suchen den Mietwagen immer über die Webseite billiger-mietwagen.de. Diese Seite ist nichts anderes als eine erweiterte Preissuchmaschine. Sie fasst Angebote von verschiedensten Mietwagenfirmen zusammen und rechnete noch Sonderwünsche (Zweitfahrer, Einwegstrecke, Navi, etc.) hinzu. Heraus kommt ein sehr gut vergleichbares Angebot.

Nicht außer Acht lassen sollte man die vielen kleinen Dinge die rund um den Urlaub zu erledigen sind:

Eine Kranken- und Unfallversicherung ist in den USA beinahe Pflicht. Zumindest sollten die ersten Behandlungskosten und der Rücktransport gedeckt sein. Eine Stornoversicherung erleichtert noch dazu für (vergleichsweise) geringe Kosten die Unsicherheit bis es los geht.

Und dann mein liebstes Thema: Gadgets! Wer in den Urlaub fährt, braucht natürlich neue Sache 😉 In meinem Fall hat das meistens mit der Kameraausrüstung zu tun. Aus vergangenen Urlauben lernt man außerdem aus so manchem Fehler und versucht daher vorzubeugen. Mit dabei sind diesmal erstmals zum Beispiel Packing Cubes, neuer Rucksack, Trinkblase, Verlaufsfilter, neues Stativ und vieles mehr.


Und jetzt?

Tja ab jetzt vergehen die Tage bis zum Abflug echt langsam. Alles ist gebucht, für alles ist vorgesorgt. Man hat jetzt zwei Möglichkeiten: entweder man liest gar nichts mehr und lässt den Urlaub einfach auf sich zukommen oder aber man recherchiert weiter und riskiert dabei weitere Punkte für die Reise zu finden. Oftmals lassen sich diese aber nicht mehr wirklich einbauen, weshalb dies etwas deprimierend sein kann. Das muss jeder selbst entscheiden 😀

Einige wenige Kleinigkeiten sind aber dennoch zu erledigen. Wenige Tage vorher sollte man sich überlegen was in der Wohnung noch alles zu tun ist. Sind Tiere zu betreuen? Müssen Lebensmittel verbraucht/entsorgt werden? Ist die Kleidung die mitgenommen wird gewaschen und trocken?
Nicht vergessen sollte man auch – wenn dies möglich ist – den Online Check-In wenige Stunden vor dem Abflug. Dadurch lassen sich meistens die besten Sitzplätze völlig kostenlos reservieren und man hat weniger Stress am Flughafen. Apropos Flughafen: auch der Transport dorthin will organisiert sein.

So und nun heißt es sowohl für uns, als auch für euch warten. Ihr könnt aber als kleine Einstimmung den Bericht aus dem Vorjahr lesen: USA Westcoast 2016