Unser Übernachtungsort für heute wird „Bishop“ sein. Hier gibt es eigentlich nur Infrastruktur für Durchreisende … viele Motels und Fast-Food-Ketten. Aber dazu später mehr.

Mittlerweile, so lange nach der Reise hat sich herauskristallisiert, dass das Death Valley für mich der Höhepunkt der Reise war. Zumindest was die Nationalparks betrifft. Und das ist komisch, denn wir hatten eine unglaubliche Hitze und diese halte ich für gewöhnlich nur schlecht gelaunt aus. Aber beginnen wir von vorne …

Der Tag begann heute wieder recht zeitlich um 6 Uhr. Wir mussten ja unser heiß geliebtes Hotelzimmer in Las Vegas verlassen und auch wenn man aus dem Koffer lebt sammelt sich doch einiges an was wieder verpackt werden muss.
Nach dem Beladen des Autos folgt auch schon die Fahrt zu unserem heutigen Tagesziel … das „Death Valley“ (übersetzt so viel wie „Tal des Todes“). Doch zuvor müssen wir noch den Tank und den Lebensmittelvorrat auffüllen, was mittlerweile schnell von der Hand geht.

Dann geht es auch schon los ins Death Valley über wieder einmal sehr lange, sehr gerade Straßen.

Dieses wird so genannt, weil die ersten Siedler die hier einen Weg durch suchten fast verdurstet wären. Das Valley ist nämlich ein Tal, dass von Gebirgen umgeben wird. Dass und die Tatsache, dass die nahe gelegene Sierra Nevada die Wolken abblockt macht diesen Ort sehr lebensunfreundlich. Es handelt sich hierbei um den heißesten Punkt der Erde (mit einem Rekord von ca. 56,7°C im Jahre 1913) und dem tiefsten Punkt der USA. Trotzdem leben hier dauerhaft Menschen – nämlich der Stamm der Timbisha Shoshonen, wie das Eingangsschild verrät.

Unser erstes Ziel sollte ein Aussichtspunkt sein, der sich „Dantes View“ nennt. Von hier aus hat man einen guten Überblick über jenen Salzsee den wir gleich besuchen werden. Zeit über das Wetter zu sprechen. Der Wetterbericht sagt etwas von 41°C voraus, was natürlich nicht wirklich tolles Ausflugswetter ist . Hier oben hat es aber nur um die 25°C und dazu ein enorm starker Wind. Man kann sich kaum auf den Füßen halten. Der Ausblick ist aber trotzdem atemberaubend ….

 


(Ich glaube das Panorama werde ich mir mal drucken lassen und aufhängen ).

Wir genießen ein wenig die Aussicht und essen eine Kleinigkeit bevor es zum nächsten Stopp geht.
Am „Zibriskie Point“ präsentiert sich uns eine sehr bizarre Landschaft die früher ein Meeres- oder Flussgrund war. Daher stammt die seltsame Form. Eine junge Osteuropäerin fragt mich hier doch tatsächlich ob ich ein Foto von ihr und ihren Freundinnen machen kann. Prinzipiell nichts Ungewöhnliches … bis auf die Kamera. Es war so eine Einwegkamera zum Aufziehen, wenn ihr die noch kennt? Hat mich dann doch sehr amüsiert, als sie kurz darauf hier iPhone rausgenommen hat um damit weiter Fotos zu machen. Sollte wohl retro oder so sein .

Wie vorhin schon auf den Bildern zu erkennen hat sich in der Mitte des Tales einen Salzsee gebildet, der ab und zu bei Niederschlag überschwemmt wird. Es gibt hier auch ein kleines dauerhaftes Gewässer, dass nie austrocknet. Daher stammt auch der Name der Gegend „Badwater“ (=schlechtes Wasser). Davon gibt es erstaunlicherweise im Death Valley viele. Sie alle werden von einer gigantischen unterirdischen Quelle gespeist, die Schätzungen zufolge sogar bis nach Las Vegas reichen könnte. In diesem Wasser lebt auch einer der seltensten Fische von denen es nur wenige hundert Exemplare gibt. Und auch in diesem extrem salzhaltigen Tümpel soll es einen Wurm geben. Wir haben ihn nicht gesehen .

Dies war also unser zweiter Zielpunkt. Mit dem kleinen Unterschied, dass es hier bereits 42°C hatte und sich der Wind anfühlt wie ein Föhn auf höchster Wärmestufe. Die weiße Salzkruste reflektiert dazu noch die Sonne. Das Ganze fühlt sich an als würde man in einem Kochtopf sitzen … aber es gibt leider keinen Weg raus (also abgesehen vom klimatisierten Auto). Ich muss euch nicht sagen wie anstrengend die 500m waren die wir auf dem Salzsee zurückgelegt haben?
Insgesamt hat uns aber der Anblick wenig beeindruckt. Das meiste der Kruste ist von den tausenden Touristen bereits niedergetreten und sieht einfach nicht mehr schön aus. Und um noch weiter raus zu gehen war es einfach zu heiß …

Wie bereits erwähnt, gibt es hier auch den tiefsten Punkt der USA. Man befindet sich an dieser Stelle gute 85,5m unter dem Meeresspiegel. Eine Tafel (ich hoffe man erkennt sie – im oberen Drittel des Bildes) weist darauf hin:

Als nächstes sahen wir uns den sogenannten „Devils Golf Course“ an. Hier hat sich ebenfalls durch Verdunstung des Wassers eine bizarre extrem scharfkantige Salzkruste gebildet. Wohl um zu viele Touristen abzuhalten ist der Weg dorthin aber eine Schotterstraße. Diese zu befahren war … na sagen wir mal … anspruchsvoll. Es war ja unsere erste richtige Dirt Road. Bisher haben die Reifen aber keine Beleidigungen deswegen gezeigt.

Auf dem Rückweg wurde von der Parkverwaltung eine „Straßenschleife“ (Artists Drive) gebaut, die ganz knapp am Gebirge vorbeiführt. Wir fanden den Ausblick aber nicht so wirklich beeindruckend. Es gab zwar einige sehr schön gefärbte Felsen aber da haben wir schon besseres gesehen. Die Straße führte aber sehr gewunden mitten durch Felsen, was das Befahren sehr lustig für mich gemacht hat (für Katrin weniger hehe) .

Hier treffen wir auch „Jesus“ der gerade seine Jüngerin in Szene setzt … jaja die Sonne hat mir nicht unbedingt gut getan …

Kurz nach der „Ausfahrt“ des Artists Drive befindet sich ein Stein, der ab und zu im Internet als „Mushroom Rock“ beschrieben wird. Er ist wirklich nicht leicht zu finden aber meine Koordinaten (36.386590, -116.852083) dürften ganz gut gepasst haben. Bei weicherem Licht und richtig in Szene gesetzt sieht er sicher lustig aus. Mir bleibt auf Grund der Hitze und grellen Sonne nur ein schneller Schnappschuss. Sogar diesen musste ich mit starker Bildbearbeitung retten.

Im Übrigen hat es mittlerweile 47°C. Ich weiß nicht ob schon jemand von euch diese Temperatur am eigenen Leib erlebt hat … man muss es nicht. Es ist wirklich nicht angenehm.

Bevor wir zu unserem nächsten Halt kommen, bleiben wir noch kurz beim Furnace Creek Visitor Center stehen. Um die Furnace Creek Ranch zu besichtigen ist leider heute keine Zeit mehr. Ich hätte auch gerne hier übernachtet um den Sternenhimmel zu sehen, aber irgendwo muss man leider Abschläge machen.
In den Toiletten des Visitor Centers wird einem dann sehr anschaulich verdeutlicht wie wichtig das Trinken in dieser Gegend ist. Wir haben es liebevoll „Pipi-Chart“ genannt.

Ein ganz besonderes Highlight stellte für mich der „Salt Creek“ dar. Das ist ein kleiner Fluss der sogar im Sommer noch ganz wenig Wasser führt. Das ist an sich schon besonders in dieser Gegend. Jedoch lebt in diesem Fluss eine ganz besondere Fischgattung. Ich dachte eigentlich nicht, dass wir diese zu sehen bekommen aber schon nach einigen Metern tummelten sich Duzende davon im Wasser. Die Fische sind dabei beinahe so hoch wie der Wasserstand und ab und zu müssen sie sogar springen um vorwärts zu kommen. Wirklich süße Tiere die aber auf Grund der hohen Temperaturen nur eine Lebenserwartung von einem Jahr besitzen. Trotzdem ein Wunder der Natur denn dieser Fluss hat 38°C! Ich wäre gerne viel länger geblieben und hätte den Tieren beim Treiben zugesehen, aber dazu war es viel zu heiß …


(erkennt man die Fische?)

Jetzt aber zum richtig coolen Teil … im Death Valley gibt es so richtige Sanddünen wie man sie aus anderen Wüsten kennt. Diese sind noch dazu berühmt. Jeder der „Star Wars“ gesehen hat kennt sie nämlich. Die Szenen am Wüstenplaneten wurden hier gedreht. Und ich kann auch verstehen wieso. Man kann die Gegend bequem mit dem Auto erreichen. Von einem Meter auf den anderen endet die Felsenlandschaft und der Sand beginnt. Es sieht fast aus als hätte hier jemand eine Attraktion geplant. Nur, dass hier alles natürlich ist.
Die Dünen lassen sich bequem begehen und aus irgendeinem Grund macht uns auch hier die Hitze nicht so sehr zu schaffen. Also wandern wir darauf ein paar Minuten herum bevor wir den Tag im Death Valley beenden.

Es wäre natürlich schön, wenn wir jetzt direkt in wenigen Minuten im Hotel wären aber das spielt es leider nicht. Da das Death Valley nur ein Zwischenstopp in Richtung Yosemite Nationalpark ist, müssen wir noch 3h fahren. So sparen wir viel Zeit am Folgetage.
Die Fahrt verläuft ohne Große Probleme. Nur ein kleiner Sandsturm stellte sich uns kurz in den Weg.

Gegessen wird im „Carls Jr.“ in Lone Pine (auch so ein Kaff im Nirgendwo). Das Lokal sieht etwas seltsam aus und ist gleichzeitig auch unsere nächste Tankstelle aber die Burger sind wirklich in Ordnung. Beinahe besser als jene gestern.

Unser Hotel liegt, wie bereits erwähnt in Bishop. Das ist die nächste größere Ortschaft vor den Pässen die in den Yosemite NP führen. Hier sind wir wieder in einem Motel. Könnt ihr euch noch erinnern was ich darüber gesagt habe? Dass diese gar nicht so gruselig sind und so? Na ich nehme das jetzt mal zurück. Ich bin mir sicher, dass hier noch nie ein Verbrechen passiert ist … aber seltsam wirkt das hier alles schon ein wenig. Aber wir sind ja nur zum Schlafen hier und morgen geht es früh raus.

Morgen wird es zeitig losgehen denn wir haben das tolle Glück, dass die zwei nächst gelegenen Pässe (Tioga und Sonora) erst nächste Woche aufmachen. Das bedeutet für uns morgen über 8h (statt 4h) Fahrt im Gebirge. Gut das mit dem Gebirge macht mich als Österreicher jetzt nicht nervös … aber nervig ist es schon.

 

Hotelbewertung: Motel Bishop 6
Location: Das Motel liegt direkt in Bishop, einem kleinen Dorf nordöstlich vom Death Valley. Es ist eines der letzten größeren Dörfer bevor man zum Tioga Pass abbiegt. Somit ist es gut gelegen um möglichst schnell in den Yosemite NP zu kommen. In Bishop gibt es eigentlich außer Fast-Food-Ketten und Motels nicht viel. Alles sammelt sich um die Hauptstraße herum, wie auch dieses Motel. Die Gegend wird bei Dunkelheit richtig gruselig. Aber dafür kann das Motel wenig.

WLAN: Vorhanden und gratis. Die Geschwindigkeit ist unfassbar gut für ein Hotel dieser Größe. Ich habe teilweise weit über 20Mbit gemessen (abends!). So macht das Spaß und Sinn …

Preis pro Zimmer/Nacht: EUR 83,94

Parkplatz: Gratis Parkplätze vor der Tür wie es sich für ein Motel gehört.

Bemerkung: Das Motel entspricht seiner Preisklasse und erfüllt nur das Minimum. In dieser Gegend, ist es trotzdem zu empfehlen, da der Rest gar nicht zu gebrauchen ist. Zumindest war das Zimmer sauber, wenn auch sehr in die Jahre gekommen. Ich bin mir nicht sicher ob man hier etwas im Auto liegen lassen sollte. Jedenfalls die Türe gute versperren .

Unsere Bewertung: 2 von 5 Sternen (aber wie gesagt in dieser Gegend wohl noch das Beste)

 

<- Tag 10 (13.05.16) – Hoover Dam – Las Vegas Berichtsübersicht Tag 12 (15.05.16) – June Lake – Mono Lake – Yosemite NP ->