Heute lassen wir uns einmal ein bisschen mehr Zeit in der Früh. Wir wollen noch im Hotel frühstücken, was aber erst ab 7 Uhr geht.
Das Frühstück ist … naja sagen wir mal so: ok. Es gibt irgendwie nichts Süßes und der Rest ist auch nur so halbwegs in Ordnung. Katrin probiert wie bei den anderen Hotels mit Frühstück wieder das Omelett samt Sausages, dieses Mal ist es mit Käse statt Gemüse gefüllt, schmeckt gut, aber nicht so gut wie das in Price 🙂 Satt werden wir jedenfalls.

Wir packen die letzten Reste unseres Essen in unsere Kühlbox:

Danach geht es los zu unserer längsten Fahrtstrecke auf dieser Reise. Knapp 729 Kilometer sind geplant. Dabei werden wir aber auch noch einen kleinen Umweg zu einem National Monument machen. Insgesamt werden es dann aber deutlich mehr Kilometer werden – lasst euch überraschen 😉
Es ist zwar kein geringer Umweg, aber wir wollen heute trotzdem noch einen kleinen Park in unsere Strecke einbauen. Mehr oder weniger am Weg liegt nämlich das “Crater of the Moon National Monument”. Dabei handelt es sich um ein Feld von erstarrten Lavaflüssen. Den Namen hat der Park zwar eher wegen seines Aussehens bekommen, aber die Astronauten der Apollo Missionen haben hier zeitweise tatsächlich trainiert.

Dieses Gebiet ist quasi der Vorläufer des Yellowstones. Denn jener Hotspot der heute für die Aktivität im Yellowstone zuständig ist, befand sich vor 11 Millionen Jahren genau hier. Seit 2000 Jahren ruht der Vulkan zwar, aber er ist bei weitem nicht erloschen.

Wir verlassen Montana nach unserem kurzem Aufenthalt und fahren durch Idaho. Die Fahrt dorthin dauert gut 3 Stunden und die Landschaft ist nicht wirklich spannend. Es sieht hier eigentlich aus wie in Österreich, wenn die Verkehrsschilder nicht auf Englisch wären.

Doch dann kommen wir irgendwann im Park an, der sich wirklich mitten im Nichts befindet.

Ich bin erst einmal überrascht wie viele Leute hier sind. Ich dachte eher, dass der Park nicht viel besucht wird, weil er nicht sonderlich bekannt ist und außerdem nicht wirklich gut zu erreichen. Die Besucher halten sich zwar in Grenzen aber für so einen kleinen Park ist das doch viel. Außerdem gibt es hier einen Campground, der gut besucht zu sein scheint.

Eines der Highlights in diesem Park sind die Lavahöhlen die man begehen kann. Das haben wir heute auch vor. In diesen Höhlen leben viele Fledermäuse und es kursiert gerade eine ansteckende Krankheit unter diesen. Deswegen muss jeder Besucher der eine der Höhlen betreten will ein „Permit“ (also eine Genehmigung) holen. Das klingt jetzt schlimmer als es ist. Man muss nur bestätigen, dass man noch nie mit dieser Ausrüstung in einer anderen Höhle war und somit ein potentieller Krankheitsüberträger wäre.
Das Permit ist also schnell geholt.


Inferno Cone

Jetzt kann es aber auch schon losgehen mit unserem ersten Stopp. Wir steigen auf einen Cinder Cone – den „Inferno Cone“. Dieser Berg besteht aus unzähligen kleinen Lavasteinchen (= Cinder).

Diese Cinder besitzen Lufteinschlüsse und sind dadurch besonders leicht. Wenn man darauf läuft, dann knackt es die ganze Zeit. Wirklich lustig und interessant, dass dies erlaubt ist. Hier ein paar Nahaufnahmen dieser fotogenen Steinchen 🙂

Der Aufstieg ist bei den heutigen Temperaturen (wir haben wieder über 30°C und wolkenlosen Himmel) nicht sonderlich einfach aber die Aussicht und Bilder entschädigen dafür.


Broken Top Trail

Weiter geht es mit unserem einzigen längeren Trail in diesem Park. Bisher hat uns alles sehr begeistert was wir gesehen haben und so erwarten wir auch jetzt wieder eine bizarre Landschaft. Nach einem Mittagessen unter einem der wenigen Bäume geht es los mit dem „Broken Top Trail“, der immerhin 3 Kilometer lang ist und einige Höhenmeter überwindet. Immer wieder sind Tafeln mit Nummern aufgestellt, die in einem Guide erklärt werden. Sehr viel Aufwand für so einen kleinen Park und das ist genau das was wir daran lieben.

Gleich am Anfang des Trails begeistert uns eine Wolke in der sich das Sonnenlicht sehr interessant bricht. Ich habe eigentlich geglaubt, dass sich dies nicht auf einem Foto festhalten lässt aber man kann es doch erkennen:

Man läuft hier quasi direkt auf den Lavafeldern herum. Zwischendurch gibt es immer wieder Lavatubes und Höhlen zu bestaunen die aber meistens bereits eingestürzt sind, wie diese hier:

Hier noch ein paar Bilder quer über den Trail:

Der Trail ist sehr abwechslungsreich und wir sind keiner einzigen Person begegnet. Auf seinem Weg liegt auch eine Lavahöhle die begangen werden kann. Der Eingang ist uns aber deutlich zu eng, weshalb wir uns lieber eine andere ansehen werden, vielleicht.


Unter der Oberfläche

Jetzt muss ich ein wenig ausholen. Morgen Nachmittag würde eigentlich nochmal eine Fahrt auf dem Programm stehen. 1,5 Fahrstunden von Salt Lake City entfernt liegen die Bonneville Salt Flats. Es handelt sich dabei um gigantisch große Salzfelder. Diese sind bekannt für die Speedrennen und Autotests darauf. Sie sind so eben, dass sie zu einen der wenigen Landmassen der Erde zählen, an denen man die Erdkrümmung sehen kann.

Diese Salzfelder sind natürlich schneeweiß und daher unter Tags kaum zu sehen. Außerdem soll der Sonnenuntergang dort sehr schön sein. Angesichts der Tatsache, dass man aber noch 1,5h ins Hotel braucht, der Sonnenuntergang erst um 21 Uhr ist und wir am nächsten Tag um 3 Uhr aufstehen müssen ist das keine gute Idee.
Wir spielen also mit dem Gedanken, den heutigen Fahrtweg noch ein wenig auszuweiten und die Salt Flats heute schon mitzumachen.

Aber vorher wollen wir uns jetzt natürlich noch eine der vielbesprochenen Lavahöhlen ansehen. Diese entstehen weil die Oberfläche eines Lavastroms auskühlt und erstarrt. Die Lava darunter fließt vorerst weiter bis der Strom versiegt. Zurück bleibt ein Tunnel oder eine Höhle.

Und eine davon – den Indian Tunnel – sehen wir uns an. Der Weg dorthin dauert zwar eine halbe Stunde in der prallen Sonnen, aber die Mühe ist es wirklich wert.

Angekommen am Tunnel sehen wir den großen Eingang, vor dem wir diesmal keinen allzu großen Respekt haben.

Es ist der einzige Tunnel der theoretisch ohne Taschenlampe begangen werden kann weil die Decken teilweise nach oben hin offen sind. Trotzdem schnallen wir uns unsere Stirnlampen auf den Kopf, was wir nicht bereuen werden.

Auf Grund der doch recht dunklen Umgebung sind Fotos nur mit Stativ möglich. Ich habe daher nicht wirklich viele gemacht.

Der Tunnel hat uns enorm begeistert. Man muss ein wenig klettern weil der Boden voller großer Steine ist, aber das sollte keinen abhalten. Nach ein paar hundert Metern klettert man dann durch eine Öffnung nach oben wieder raus. Entweder man geht den Tunnel hier wieder zurück oder – wie wir – an der Oberfläche.

Gerne hätten wir auch noch die dunkleren anderen Tunneln besichtigt, aber dafür bleibt leider keine Zeit.


Bonneville Salt Flats

Nach einer Kaffeepause geht es also nun weiter direkt in Richtung Bonneville Salt Flats. Gut 4 Stunden Fahrt und 450 Kilometer liegen vor uns. Somit muss auch eine neue Tageskarte her … der Weg hat sich jetzt auf 927 km (!) verlängert und ist damit ein absoluter Rekord für uns.

Unglaublich lange eintönige Straßen später …

… überqueren wir die Grenze zu Nevada (übrigens: hier darf nur mit Freisprecheinrichtung telefoniert werden 😉 ), wo wir uns aber nicht lange aufhalten, denn kurz danach …

… sind wir wieder in Utah:

Der offizielle Eingang zu den Salt Flats ist eigentlich die Autoteststrecke, da dort aber die Salzoberfläche durch die Reifenspuren zerstört ist, ist dies nicht der optimale Ort für Fotos. Wir haben daher von befreundeten Bloggern von hikelust.de (danke nochmals!) die erst eine Woche vor uns hier waren den Tipp bekommen schon vorher bei einer Raststation stehen zu bleiben. Bei jener Raststation von Salt Lake City kommend, braucht man dann nur wenige Meter in die Salzfelder. Wir kommen jedoch aus der anderen Richtung und sind somit auf der falschen Straßenseite, ein Straßenwechsel würde eine Stunde Umweg bedeuten und war daher heute keine Option (die Sonne ist ja schon am Untergehen … es ist knapp 20 Uhr). Also bleiben wir auf unserer Straßenseite bei der Raststation stehen. Nun trennen uns nur noch vier Streifen Interstate von den Salzfeldern. Einzige Option: Interstate zu Fuß überqueren (ganz dumme Idee – nicht nachmachen). Bei uns war heute zum Glück gar kein Verkehr, daher war es tatsächlich ungefährlich.

In der Spätabendsonne kommen die Salzstrukturen richtig schön zur Geltung. Leider nur mit freiem Auge zu bewundern, aber man sieht tatsächlich die Erdkrümmung.

Die Salzoberfläche ist aber alles andere als trocken. Sie ist sehr gut durchfeuchtet und daher sollte alles gut geschützt sein, was auf den Boden gelegt wird. Der Regenschutz meines Rucksacks wurde dafür zweckentfremdet 😉
Und auch die Schuhe sollte danach unbedingt abgewaschen werden.

Eine gute dreiviertel Stunde müssen wir nun auf den Sonnenuntergang warten, wobei ich immer wieder Fotos von der Umgebung schieße sowie die heranziehenden Regenwolken, die schon über den Bergen hängen, beobachte. Das Warten hat sich aber glaube ich gelohnt:


Ab nach Salt Lake City

Die Regenwolken haben uns zum Glück auch nicht eingeholt und nun müssen wir also nur noch zurück über die Interstate und dann liegt noch die 1,5 Stunden lange Fahrt nach Salt Lake City vor uns. Diese Stadt ist ja der Abschluss unserer Reise – ja es geht nun wirklich schon dem Ende zu – und wir fahren in der absoluten Dunkelheit immer in Richtung der Stadtlichter.

Die Stadt dürfte den meisten vom Namen her bekannt sein. Aber alles der Reihe nach …

Salt Lake City ist mit “nur” 186.000 Einwohnern die Hauptstadt von Utah, womit unsere Rundreise hier thematisch ein geschlossenes Ende findet.
1847 kamen 143 Männer (!), 2 Frauen und 2 Kinder der Kirche “Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage” (Mormonen) unter der Führung von Brigham Young hierher in dieses Gebiet. Young soll nach einer beschwerlichen Reise aus dem Osten wo sie vertrieben wurden an der heutigen Stelle von Salt Lake City “Dies ist der richtige Ort” gesagt haben. Daraufhin wurde die heutige Hauptstadt der Mormonen noch unter dem Namen “Great Salt Lake City” gegründet.

Einer größeren Weltbevölkerung wurde Salt Lake City als Austragungsort der Olympischen Winterspiele im Jahr 2002 bekannt. Diese haben noch heute einen wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaft des Gebietes. Auf Grund der Lage in einem Tal eignet sich die Stadt sehr gut für den Wintersporttourismus.

Eine ganz besondere Rolle nimmt natürlich auch noch heute die Kirche der Mormonen ein. Innerhalb der Stadt sind zirka 50% der Bevölkerung dieser zugehörig. In ganz Utah sind es allerdings 62%. Trotzdem ist das Stadtleben geprägt durch diese Religion.
Interessanter Weise ist Salk Lake City im Gegensatz zum restlichen Utah seit den 70er Jahren demokratisch. Die Stadt ist also unter vielen Gesichtspunkten einmalig.

Um 10:30 PM kommen wir im 14. und damit letzten Hotel unserer Reise an – dem „Crystal Inn Hotel & Suites Salt Lake City – Down Town“. Mit gerade einmal knapp 85 EUR pro Nacht ist es nach Escalante das zweitgünstigste Motel unserer Reise.
Wie viel können wir uns hier also erwarten? Der erste Eindruck ist genial. Eigentlich ist alles da was benötigt wird. Das Zimmer ist extrem groß und sehr sauber.

Nach der ersten Nacht trübt eigentlich nur der verstopfte Abfluss der Dusche das Bild. Dieser wird aber am Folgetag sofort gereinigt und funktioniert den zweiten Abend tadellos. Wir können mit gutem Gewissen sagen: dieses Hotel ist der klare Preis-/Leistungssieger auf dieser Reise.

Morgen steht uns noch ein voller Tag in der Hauptstadt der Mormonen bevor. Werden wir von diesen überhaupt etwas merken? Ist die Stadt wirklich so sauber wie alle sagen? Gibt es tatsächlich sichtbar so viele Crystal Meth Süchtige auf der Straße?
Wir haben nicht viel geplant und wollen es ruhig angehen. Die vorhergesagten Temperaturen von 36°C erlauben auch nicht wirklich etwas anderes.

Achja insgesamt sind wir dann heute 927 Kilometer gefahren, und damit um knapp 200 Kilometer mehr als geplant. Wir haben uns diese Strecke aber gut aufgeteilt und waren gut ausgeschlafen. Es war also überraschender Weise gar nicht so schlimm wie befürchtet.

Hotelbewertung: Crystal Inn Hotel & Suites Salt Lake City – Down Town

Location: Das Hotel liegt am Rande des Zentrums zu Salt Lake City. Da es sich doch um eine recht große Stadt handelt, gibt es wie üblich eine Parkplatznot in der Innenstadt. Man muss hier also zwischen „Parkplatz“ und „Gehweite“ abwiegen. Man könnte theoretisch zu Fuß in die Stadt gehen, aber es wäre doch sehr weit. Die Umgebung ist nicht wirklich spannend.

WLAN: vorhanden und schnell

Preis pro Zimmer/Nacht: EUR 87

Parkplatz: Zwar nicht im Überfluss aber doch genügend vorhanden

Bemerkung: Eigentlich war zunächst alles perfekt. Die Angestellten waren sehr hilfsbereit, die Zimmer sauber und groß, das Badezimmer geräumig und der Wasserdruck anständig. Vom Straßenlärm vor den Fenstern war ebenfalls nichts zu hören.
Beim Frühstück gab es dann aber lange Schlangen, zu wenig Sitzplätze und die Qualität war sehr unterdurchschnittlich.
Beinahe hätten wir dem Hotel am ersten Abend volle Punkte gegeben. Ein verstopfter Abfluss (der aber sofort gereinigt wurde) und das sehr schlechte Frühstück führten dann aber zu einem Punkt Abzug.

Unsere Bewertung: 9 von 10 Sternen

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Auf dieser Etappe kamen unter anderem folgende Dinge zum Einsatz: