Der Titel verrät es schon ein wenig: heute wird es geniale Tiersichtungen geben. Bis dahin fängt der Tag aber eher kalt an. Es hat über Nacht um gut 20°C abgekühlt und somit ist es mit leichtem Regen nun mehr als frisch. Das hindert uns aber an rein gar nichts. Es heißt lediglich, dass wir heute auf der Safari keine Sonnencreme sondern eine Regenjacke mit haben.

Um Punkt 5 Uhr läutet unser Telefon und wir werden von der Rezeption geweckt. Da uns das aber viel zu spät wäre, sind wir da schon eine Weile wach und machen uns kurz nach 5 Uhr früh auf zu unserem Safarifahrzeug, das wie jeden Tag am selben Ort vor der Rezeption steht. Da wir heute die ersten sind können wir den Sitzplatz frei wählen.

Wir setzen uns in die erste Reihe, denn auch wenn die anderen Gäste sehr höflich sind, kann es nicht schaden freie Sicht nach vorne zu haben. Und außerdem kann man beim Funk zuhören 😉
Im übrigen bombt da gerade unser Guide Brogan das Bild 😉

Auf diesem Bild auch gut zu sehen: für den Fall der Fälle wird vorne ein Gewehr mitgeführt (in der Tasche). Dieses ist aber wohl eher für den Fall gedacht, dass wir ungeplant aussteigen und zu Fuß durch den Busch gehen müssen.

Und dann geht es auch schon los und binnen einer Minute sind wir mitten im Busch und suchen uns unseren Weg über das weit verzweigte „Straßennetz“.

Heute haben wir mehr Glück, was wohl an den kühleren Temperaturen liegt. Die erste Stunde bleiben wir bei einigen kleineren Tieren stehen, die ja aus unserem Wagen niemand kennt. Aber auch für uns sind die Erklärungen von Brogan sehr interessant.

Aber irgendwann erwarte ich dann doch sehnsüchtig einen Funkspruch. Brogan dürfte das genauso sehen, denn er wechselt wirr zwischen duzenden Kanälen herum, begrüßt dort die anderen Guides und fragt ob es etwas gibt. Keine Ahnung wie man dabei den Überblick behält. Und dann kommt ein Funkspruch (den wir wieder nicht verstehen). Gang einlegen, Gas geben und los geht es.

Als wir ankommen, sind wir zuerst kurz enttäuscht. Vor uns ist einfach nur eine Elefantenkuh. Ist zwar toll, aber haben wir die letzten Tage nun schon zu Hunderten gesehen. Beim zweiten Blick wird aber dann klar, wieso unser Guide so schnell hier her wollte. Das Elefantenweibchen hat vor 2-4 Tagen ein Kalb auf die Welt gebracht, dass gerade seine ersten Gehversuche unternimmt.

Die Weibchen sondern sich dazu etwas von der Herde ab, da besonders die Bullen in Panik eine Gefahr für das Neugeborene sein können. Und so schauen wir minutenlang zu wie die Mutter genüsslich frisst, während das Kleine verzweifelt versucht an Muttermilch zu kommen. Ein absolut herziger Anblick 🙂

Was sich aber dann abspielt, haben wir leider weder auf einem Bild noch einem Video. Wir wollten eigentlich schon fahren, als aus dem Hintergrund ein gewaltiger Bulle kommt. Er will unbedingt genau die Blätter dieses Baumes fressen, wo die Elefantenkuh versucht etwas Ruhe zu finden. Das gefällt dieser wiederum gar nicht und sie versucht ihn zu vertreiben, was er nicht lustig findet. Und so schaukelt sich die Szene immer weiter auf bis der Bulle mit seinem hinterem Fuß den Neuzugang vermeidlich „unabsichtlich“ einfach umwirft.

Was dann passiert haben wir lange nicht realisieren können. Binnen einer Sekunde startet unser Guide wie aus dem Nichts das Fahrzeug, nimmt das Funkgerät, schreit „go back, go back“ hinein und fährt ohne Rücksicht auf Bäume, Steine oder sonst etwas zurück. In der zweiten Sekunde, als das Kalb langsam wieder aufsteht verstehen wir dann wieso. Mit einem lauten, markerschütterndem Tröten und Fauchen startet die Elefantenkuh direkt auf den Bullen zu. Dieser weiß genau was ihm blüht und bewegt seinen tonnenschweren Körper auf schnellstem Wege durch den Busch.
Sekunde drei vergeht und wir sehen nur noch herumfliegende Bäume, lautes Tröten und Staub. Zu allem Überfluss glaubt das Kalb, dass es zum Bullen gehört und läuft diesem nach, was die Mutter natürlich noch wilder macht. Innerhalb der nächsten 2-3 Sekunden sind alle im Busch verschwunden.

Uns wird langsam klar war hier passiert ist. Wären die Elefanten auf uns zugelaufen, hätte es gut sein können, dass die Elefantenkuh unseren Wagen als Wurfgeschoss verwendet. Unser Guide hat also perfekt und blitzschnell reagiert.

Nach der Aufregung versuchen die Guides erst einmal die Lage zu checken. Die restliche Herde steht einige Meter entfernt und wir stellen uns mit unserem Safarijeep direkt hinein, stellen den Motor ab und genießen die Nähe der Elefanten (diese sind teilweise nur 1-2 Meter von uns entfernt). Beweis? Gerne 🙂

Eine neues Tier

Irgendwann bringt aber ein Funkspruch unseren Fahrer wieder dazu weiter zu fahren. Was es wohl diesmal sein wird?
Nach kurzer Fahrt wissen wir es: hier soll irgendwo ein Leopard herum ziehen.

Ziehen ist dann aber doch etwas übertrieben. Das Weibchen hat sich offenbar in der Nacht den Bauch voll geschlagen und wird nun gute 1-2 Tage mit dem Verdauen beschäftigt sein und dabei so viel wie möglich schlafen. So bekommen wir aber die Gelegenheit, gute 20 Minuten die Nähe dieses prachtvollen Raubtieres zu genießen.

Irgendwann wird es ihr dann aber doch zu kühl und sie sucht sich einen besser geschützten Schlafplatz und läuft dabei direkt an unserem Auto vorbei.

Mittagspause

Wir sind zurück in unserem Camp und jetzt steht erst einmal ausruhen am Programm. Leider können wir heute wegen den Temperaturen den Pool nicht nutzen. Erst einmal gibt es Mittagessen. Diesmal eine Art Curry, dass jedem hier viel zu scharf war. Es wurde abgetan mit „das ist nun mal der Einfluss der Eingeborenen hier“. Unserer Meinung nach muss das aber nicht sein, bzw. kann man seine Gäste schon darauf hinweisen. Egal, satt wurden wir.
Direkt danach nutzen wir die Zeit um uns im Camp umzusehen. Wir gehen den gesamten Zaun bis zum Tor ab. Dürfen wir hier überhaupt raus? Nun stehen wir völlig ungeschützt in der afrikanischen Wildnis – wie aufregend …

Über die Hängebrücke gehen wir wieder zum Wasserloch rüber.

Dort ist einiges los. Ein Krokodil zieht seine Bahnen und die Flusspferde kämpfen um jeden Zentimeter in dem Becken.

In der Entfernung stehen heute sogar Antilopen, die sich aber der Gefahr beim Wasser bewusst sind und dieses meiden.

Und dann sehen wir ganz kurz etwas herum rennen. Ich kann gerade so einmal den Auslöser betätigen bevor der Mungo (engl. eher bekannt als „mongoose“) wieder weg ist. Er ist ein naher Verwandter der Erdmännchen.

Nach einem kurzem Mittagsschlaf folgt der zweite Gamedrive an diesem Tag. Und auch wenn ich diesen wieder in einem eigenen Artikel schreiben will, sei soviel verraten: wir werden extrem seltene Wildtiere sehen 🙂