///Tag 16 (Big Island) – Am höchsten Berg der Welt

Das war es also mit Maui und bisher der schönsten Insel für uns. Nicht nur, dass es hier Landschaftlich sehr viel zu sehen gibt, das Wetter ist stabiler (oder zumindest in einigen Teilen) und irgendwie ist hier alles geordneter. Schwer zu beschreiben aber wir fühlen uns hier richtig wohl.

Jetzt steht aber erst einmal der Flug auf die letzte Insel – Big Island an. Diese Insel heißt eigentlich offiziell Hawai’i. Die Inselgruppe selbst heiß also gar nicht so – sondern nur diese eine Insel. Damit es aber nicht zu Verwechslungen kommt, nennt man sie einfach Big Island. Der Name ist Programm denn die Insel ist mit knapp 10.500 km² deutlich größer als die anderen. Abgesehen davon wächst ihre Landmasse gerade jetzt massiv durch den Vulkan an. Geologen glauben, dass Big Island noch sehr viel größer werden wird als es jetzt ist.

Die Insel lebt hauptsächlich vom Tourismus des Vulkans, der ja leider im Moment großflächig gesperrt ist. Auch der Vulcano National Park ist geschlossen und macht damit Verluste in millionenhöhe. Hier nochmals die Karte von Big Island wo man erkennt, was alles für uns unzugänglich ist:

Neben dem Tourismus leben die Einwohner hauptsächlich vom Anbau der Macadamia Nuss und natürlich vom weltberühmten Kona Kaffee, der als einer der besten Kaffees überhaupt gilt. Dazu aber in einem späteren Bericht mehr.

Die Insel ist vor allem durch drei große Vulkane geprägt. Mauna Kea und Mauna Loa zählen als erloschen, während Kilauea als einer der aktivsten Vulkane der Welt bekannt ist.

Auf Grund der Größe wird das die einzige Insel sein, wo wir uns in zwei verschiedenen Hotels befinden. Die ersten 4 Nächste in Hilo im Norden und danach im Süden in Kona.

Überraschung beim Mietwagen und nettes Hotel

Nach einem sehr kurzen Flug landen wir auf dem sehr kleinen Flughafen von Hilo.

Dass es noch kleiner geht werden wir in einer Woche erfahren 😉
Dementsprechend schnell funktioniert aber auch die Abwicklung mit den Koffern, sodass wir schnell vor dem Flughafen stehen und uns fragen: Wieso zum Teufel schüttet es hier?

Und es war nicht wenig Regen. Wir standen quasi vor einer Wasserwand. Zum Glück war die Schlange vor dem Alamo Schalter für den Mietwagen so lang, dass es während dessen etwas aufgehört hat.

Und damit sind wir schon beim Thema. Normalerweise sind wir ja auf sehr großen Flughäfen und dort gibt es bei Alamo die Choiceline. Man kann sich also sein Auto in der Kategorie aussuchen. Hier ist das erstmals nicht so. Wir haben wie auf Kauai wieder die Kategorie „Jeep“ und haben deswegen ein bisschen Angst, dass es wieder ein 2 Türer, im schlimmsten Fall mit Zeltdach wird.
Nach den Formalitäten wird uns eine Parkplatznummer genannt und da steht er dann (Bild ist von einigen Tagen später):

Ein 4 türiger Jeep Wrangler. Aber dieser bringt nicht nur 4 Türen mit sondern auch einige Extras wie elektrische Fensterheber und vor allem eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Wie man sich über sowas noch freuen kann 😉
Und den 4×4 Antrieb werden wir hier wirklich zum ersten Mal in unserem Leben brauchen. Die Bodenfreiheit des Jeeps sogar noch öfters 🙂

Jetzt geht es aber mal ab ins Hotel, das keine 5 Fahrminuten entfernt liegt (auf dem zweiten Bild oben erkennt man es: ganz weiß in der Mitte vom Bild direkt am Meer). Wir haben uns diesmal für ein Hotel der Hilton Gruppe entschieden und das sieht man auch. Ziemlich nobel alles.
Einzig wieder leidige Thema Valet Parking. Dauernd wollen die unseren Wagen einparken. Dafür verlangen sie auch noch 20$ pro Tag. Und das in einer Stadt die wirklich kein Autoproblem hat. Da wir aber scheinbar unsere Zimmerbuchung abgeschlossen haben bevor es das Valet Parking gab, werden uns die Kosten dafür erlassen. Trotzdem nutzen wir es nicht, da wir sehr oft nur kurz stehen bleiben und etwas aus dem Zimmer holen. Da würden wir nur noch auf unser Auto warten 🙂

Ok hier also nun das Zimmer:

Das Zimmer ist unglaublich groß und auf den ersten Blick sehr sauber. Ich nehme es aber vorweg: es war das einzige Hotel mit Ungeziefer (Kakerlaken) 🙁 So kann der Schein trügen. Aber die sind uns ziemlich egal so lange es keine Bettwanzen gibt.

Hilo – Downtown

Okok Downtown ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber Hilo ist schon so groß, dass es eine Art Fußgängerzone gibt. Hier finden sich kleine Geschäfte, Kaffees, Gallerien und so weiter.

Aber eigentlich suchen wir jetzt etwas zum Essen und da kommt ein Tipp aus dem Internet nicht schlecht. Wir setzen uns also zu „Jackie Ray’s“, einem Restaurant das quer durchs Beet alles anbietet. Wir essen den Tagesteller (gebackendes Huhn mit Nudeln?) und Baby Ribs 😉

Auf dem höchsten Berg der Welt

So einen Tagespunkt haben wir heute aber noch und zu dem ist es ein ganz schönen Stück Fahrt. Deswegen brechen wir um bereits 16 Uhr zum Sonnenuntergang auf dem Mauna Kea auf. Wie bereits erwähnt ist dies einer der drei bedeutenden Vulkane die Big Island geformt haben. Aber nicht nur das, denn mit 4.205 Metern ist er auch der Höchste.

Wieso ich nun behaupte, dass wir auf den höchsten Berg der Welt fahren obwohl wir in Hawaii sind? Tja weil vom Meeresboden gemessen ist der Mauna Kea 10.203 Meter hoch und damit deutlich höher als der Mt. Everest.

Mauna Kea bedeutet übrigens soviel wie „weißer Berg“ und bezieht sich darauf, dass dort über viele Monate Schnee liegt. Ja Schnee auf Hawaii. Es ist hier also möglich innerhalb von 2 Stunden vom Strand in den Schnee zu fahren 😉

Aber zurück zum heutigen Tag. Die ersten Höhenkilometer sind kein großes Problem und sehen aus wie jeder beliebige Bergstraße in Österreich. Allerdings mit dem Unterschied, dass es hier tatsächlich unsichtbare Kühe gibt. Jaja die dünne Höhenluft tut keinem gut:

Das Visitorcenter liegt auf ca. halbem Weg auf 2.900 Metern Seehöhe. Ab hier geht es nur noch über eine Dirtroad weiter auf der 4×4 Pflicht herrscht.

So einfach weiterfahren kann man aber nicht. Man muss mindesten 30 Minuten im Visitorcenter bleiben um sich zu akklimatisieren. Ja richtig gehört – der Gipfel ist so hoch, dass man unweigerlich Probleme bekommen würde wenn man direkt hinauf fährt. Aber auch mit einem Stopp leiden sehr viele unter der Höhenkrankheit.

Wir kämpfen uns also die extrem steile Bergstraße nach oben und kommen kurz darauf bei den Observatorien an. Dieser Berg ist einer der besten Orte für die Sternenbeobachtung und so stehen hier Teleskope aus der ganzen Welt. Das ist aber auch leider der Grund wieso man hier nur bis 30 Minuten nach dem Sonnenuntergang bleiben darf. Danach wird hier gearbeitet.

Hier oben ist einiges los. Aber fast alles Wrangler. Sicherlich alle zusätzlich versichert, denn eigentlich darf man hier nicht mit einem Mietwagen rauf 😉

Und dann beginnt das Schauspiel:

Und die Sonne geht unter:

Sterne, Sterne und ein bisschen vulkanisches Glühen

Die Strecke hinunter hat es in sich. Nicht nur, dass es extrem dunkel ist und man die Schlaglöcher nicht mehr so gut einschätzen kann, es ist auch extrem steil. Das ist an sich kein Problem aber beim permanenten Bremsen versagen diese hier gerne. Und das kann tödliche Folgen haben. Deswegen gibt es hier auch die 4×4 Pflicht. Denn man muss hier mit eingelegtem 4×4 im niedrigen Gang runter fahren um die Bremsen zu schonen. Mehr als 10mp/h ist nicht drin.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir wieder am Visitorcenter an und haben das Glück, dass hier gerade ein Sternenvortrag statt findet. Ein Mitarbeiter zeigt mit einem gigantischen Laserpointer auf Sterne(nbilder) und erklärt einiges dazu. Katrin hört gespannt zu, während ich mich an einigen Bildern versuchen.

Wirklich gut funktioniert das aber nicht weil es einfach zu hell hier beim Visitorcenter ist. Dafür fängt meine Kamera beeindruckend das glühen des Vulkans in 100km Entfernung ein (links im Bild):

(Bild ist unbearbeitet, deswegen kommt die Milchstraße hier noch nicht so gut raus)

Das wars auch für heute. Wir fahren noch die zwei Stunden zurück ins Hotel und haben dabei ab und zu einen guten Blick auf eine der Fissuren (Seitenausbrüche von Lava) des Vulkans. Man kann diesen also tatsächlich von der anderen Seite der Insel sehen. Unglaublich.

Mahalo fürs Lesen.

Hinweis: Eine Übersicht über alle Beiträge findet ihr hier am Ende dieser Seite: Beitragsübersicht

Von |2018-06-22T23:04:44+00:0022.06.2018|Kategorien: Livebericht Hawaii 2018|4 Kommentare

4 Comments

  1. Ursula Hobiger 23. Juni 2018 um 22:08 Uhr - Antworten

    Hallo! Dank meiner Tochter Iris konnte ich die spannenden und sehr gut verfassten Reiseberichte mitverfolgen! Sehr interessant und tolle Bilder!! Danke dafür:))

    • Gerald 23. Juni 2018 um 22:28 Uhr - Antworten

      Hallo.
      Sehr gerne und danke für das Lob 🙂

  2. Verena 28. Juni 2018 um 11:10 Uhr - Antworten

    Hallo! 🙂
    Danke für Euren tollen Live-Bericht.
    ´Schade dass ihr scheinbar Pech in dem Hotel hattet. Wir waren im letzten Jahr in selbigem und können uns überhaupt nicht beschweren.
    Kurz anmerken wollte ich, dass Hilo im Osten und Kona im Westen liegt, nicht im Norden und Süden 🙂
    Kauai haben wir auch von einer ganz anderen Seite kennengelernt… 🙂 Jetzt lese ich noch den Rest und bin gespannt auf Eure Erlebnisse auf Big Island, das war für uns mit die tollste Insel, aber wir konnten auch im Volcano House im Restaurant mit Blick auf den glühenden Lava-See Abend essen und haben die Lava 1 Meter vor uns fließen sehen….

    Liebe Grüße, Verena

    • Gerald 28. Juni 2018 um 13:21 Uhr - Antworten

      Hallo,
      vielen Dank für das Lob.
      Hm stimmt eigentlich hast du Recht. Kona liegt im Westen und Hilo im Hosten. Sind fast auf gleicher Höhe 😀 Na das werde ich dann im finalen Bericht ausbessern.

      Klar, dass das Hotel bei uns einen leichten negativen Eindruck (wobei uns das jetzt nicht sonderlich krass gestört hat) hinterlassen hat war sicher nicht der Regelfall. Und auch bei Kauai kenne ich fast nur begeisterte Urlauber. Da haben sicher einige blöde Faktoren zusammen gespielt. Vor allem durch das Wetter wurde uns halt einiges vermasselt.

      Also jetzt so nach der Reise können wir Maui als unsere absolute Lieblingsinsel sehen. Gleich dahinter ist aber Big Island. Ohne VOG und mit Vulkan wäre Big Island aber sicherlich Platz 1. Klingt nämlich toll was du da erlebt hast. Sei dankbar dafür. Das wird es so vermutlich nicht mehr geben (zumindest der Blick auf den Lavasee).

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